Edeka Südwest hat Kik den Mietvertrag für ihr Gebäude neben dem Edeka-Markt in der Graf-Wolfegg-Straße nicht verlängert. Das Unternehmen will dort einen Trinkgut-Getränkemarkt eröffnen.
Schlechte Nachrichten für Leute, die finanziell auf billige Bekleidungs-Discounter angewiesen sind: Die Kik-Filiale in der Graf-Wolfegg-Straße in Rottenburg schließt Ende März. Das hängt offenbar nicht mit der im Herbst 2025 angekündigten Schließung von rund 400 deutschen Kik-Filialen zusammen. Vielmehr hat die Gebäudeeigentümerin Edeka Südwest der Firma Kik den Mietvertrag in der Graf-Wolfegg-Straße nicht verlängert.
Das Unternehmen will auf der Fläche nach eigenen Angaben einen Trinkgut-Getränkemarkt realisieren. Zur Frage, ob ein Abriss des bestehenden Kik-Gebäudes und ein Neubau geplant sind, äußerte sich Edeka Südwest nicht. Einen Ersatzstandort in Rottenburg hat Kik derzeit nicht vorgesehen. Die Kik-Pressestelle verweist auf die bestehenden Filialen in Ergenzingen, Ammerbuch und Tübingen. Der Bekleidungs-Discounter hatte die Filiale in der Graf-Wolfegg-Straße im August 2002 eröffnet.
Weiterbeschäftigung in anderen Filialen
In dem Geschäft mit einer Verkaufsfläche von 553 Quadratmetern sind der Kik-Pressestelle zufolge aktuell sieben Mitarbeitende beschäftigt (neben der Teamleitung drei Teilzeitkräfte und drei Aushilfen). „Allen betroffenen Mitarbeitenden wird ein Wechsel in umliegende Filialen angeboten“, heißt es.
Die Edeka Südwest ist eine von insgesamt sieben Regionalgesellschaften der Edeka-Gruppe mit Sitz in Offenburg. Die Auskünfte ihrer Offenburger Pressestelle zu dem Bauvorhaben gleich neben dem Edeka-Markt in der Graf-Wolfegg-Straße sind spärlich. Auf Anfrage bestätigte sie lediglich die Planung „eines Getränkefachmarkts des Formats Trinkgut“. Der Mietvertrag mit Kik sei deshalb nicht verlängert worden. Der Bauantrag für das Trinkgut-Projekt sei bereits eingereicht.
Sparsame Informationen von Edeka Südwest
Fragen zur geplanten Verkaufsfläche und zur Geschosszahl des geplanten Neubaus beantwortete die Pressestelle der Edeka Südwest nicht. Auch eine Antwort auf die Frage, welche Auswirkungen der Getränkemarkt auf das Sortiment des benachbarten Edeka-Markts haben wird, blieb sie schuldig.
Der Edeka-Marktleiter hätte, wie er erklärt, selbst gerne Informationen zu den Plänen von Edeka Südwest gleich neben seinem 2001 eröffneten Geschäft mit 2300 Quadratmetern Verkaufsfläche. „Ich wäre auch froh, wenn ich etwas wüsste“, sagt er. Von Edeka Südwest habe er „noch nichts von dem Vorhaben gehört“. Sein derzeitiger Kenntnisstand (Abriss des Kik-Gebäudes, Neubau mit Trinkgut-Getränkemarkt) beruhe auf anderen Quellen.
Ob er seine Getränkeabteilung künftig verkleinern und sein Sortiment in anderen Bereichen erweitern kann oder muss, könne er noch nicht sagen, so der Marktleiter. „Ich hoffe, dass irgendwann mal mit mir gesprochen wird.“
Der Informationsstand bei der Stadt Rottenburg
Bei der Rottenburger Stadtverwaltung
ging der Bauantrag kurz vor Weihnachten ein. Bisher, so heißt es, sei keine Zeit gewesen, die Vollständigkeit des Antrags zu überprüfen und sich inhaltlich damit zu beschäftigen.
Rottenburgs städtischer Wirtschaftsförderer Andreas Lanio
erfuhr erst durch einen Anruf der Zeitung von den bevorstehenden Veränderungen in der Graf-Wolfegg-Straße. Gerade bei größeren Filialisten sei es für ihn „etwas schwieriger, den Kontakt zu halten“, als bei den alteingesessenen kleineren Betrieben in der Stadt, sagt Lanio.
Ein gutes Beispiel
für die Informationspolitik großer Unternehmen sei der am Donnerstag, 8. Januar, bekannt gewordene Beschluss des Modeversandkonzerns Zalando, sein Logistikzentrum mit 2700 Beschäftigten in Erfurt zu schließen. Lanio: „Das Land Thüringen hat davon aus der Zeitung erfahren.“
Den bevorstehenden Verlust
des Bekleidungs-Discounters Kik in der Rottenburger Innenstadt findet Wirtschaftsförderer Lanio zwar bedauerlich, aber verkraftbar. Da seien ja noch die Kik-Filialen in Ergenzingen sowie in Tübingen und Ammerbuch. Außerdem gebe es noch zwei andere Mode-Discounter in Rottenburg: NKD in der Königstraße und Takko in der Graf-Wolfegg-Straße.