Der Kindergarten "Am Sonnenwegle" in Dobel. Foto: Gegenheimer

Die Kindergarten-Betreuungssituation war einmal mehr Thema in der Gemeinderatssitzung in Dobel. Dabei ging es um die Einführung eines Anmelde- und Platzvergabeverfahrens sowie um die jährliche Bedarfsplanung.

Dobel - Nach wie vor übersteigt die Nachfrage die Kapazität, wie auch die anwesende Kindergartenleiterin Edith Link berichtete. Voranmeldung für einen Platz muss bis Ende Februar Die Möglichkeiten weiterer Betreuung über die verfügbaren Plätze hinaus sind begrenzt: Man könne die Tagesmütter mehr fördern, von denen es derzeit in Dobel nur zwei gebe, so Link. Eine Anpassung der Betriebserlaubnis des Kindergartens "Am Sonnenwegle" hin zu mehr Kindern scheitere bereits am Mangel an Fachkräften zur Stellenbesetzung. Gemeinsam mit Hauptamtsleiterin Katrin Strauch wurde jetzt ein Punktesystem erarbeitet, welches immerhin das Vergabeverfahren der verfügbaren Plätze transparent macht.

Gedanke der Transparenz

Punkte gibt es dabei zum Beispiel für Wohnort in oder Zuzug nach Dobel, aber auch für den Status und Ort der Berufstätigkeit der Eltern. Vorschulkinder sowie Geschwisterkinder erhalten ebenso Punkte. Der Rat diskutierte die Kriterien, war sich aber einig, dass diese weiterentwickelbar sind, der Gedanke der Transparenz aber in jedem Fall gut ist.

Fakt bleibt weiterhin, dass die Vormerkung für einen Betreuungsplatz jederzeit ab Geburt möglich ist. Die Voranmeldung für einen Platz muss bis Ende Februar erfolgen, die Platzvergabe für das komplette folgende Kindergartenjahr (September bis Juli) ist im März.

Vormerken lassen

Wer einen Bedarf erst nach dem 28. Februar anmeldet, kann sich vormerken lassen oder gegebenenfalls noch freie Restplätze erhalten. Sabine Nobel (FuD) erkundigte sich nach den Möglichkeiten für zuziehende Kinder von Asylsuchenden. Strauch erklärte, hier gälten dieselben Regeln wie für alle Dobler Kinder. Bei fehlender Kapazität sei es nicht möglich, irgendwelche Notplätze freizuhalten, so Kindergartenleiterin Link. Strauch informierte weiterhin über die im März gemachte Bedarfsumfrage bei allen Dobler Eltern mit Kindern bis sechs Jahren. Der Rücklauf war ernüchternd: Nur 50 Prozent der 122 Bögen kamen zurück, nur zweimal war der Punkt "Weitere Anregungen" ausgefüllt. Was Gemeinderat Markus Treiber zu der Aussage veranlasste, wer hohe Ansprüche stelle und gute Bedingungen einfordere, der müsse zumindest den Fragebogen zur Bedarfsplanung als Basis für die verantwortlichen Planer ausfüllen. Dies sollte fast schon Elternpflicht sein.

Wald- oder Naturkindergarten

Strauch erläuterte weiterhin, dass die im Haushalt eingestellte Planungsrate von 20 000 Euro dafür verwendet werde, die Errichtung eines Wald- oder Naturkindergartens zu prüfen. Für eine mögliche Standortsuche fand diesen Monat bereits eine Begehung mit Verwaltung, Revierförster Michael Gues sowie der co.natur gGmbH als konzeptioneller Beraterin statt. Die drei herausgearbeiteten Standorte müssen noch vom Naturschutz überprüft werden. Tatsache sei, so Strauch, dass ein Naturkindergarten erstens schneller realisiert werden könnte als ein Anbau ans Bestandsgebäude am Sonnenwegle, zweitens der Markt an Erziehungskräften hier noch etwas besser aussieht und man drittens damit dem Wunsch aus der Elternschaft Rechnung trage.

Infos vom Naturpark

Auch den Elternwunsch nach Zertifizierung des Kindergartens "Am Sonnenwegle" als Naturpark-Kindergarten sprach Martina Naumann (PD) nochmals an. Bürgermeister Christoph Schaack schlug Kindergartenleiterin Link vor, sich Infos vom Naturpark zu holen.