Lorena Kielmann und Tim Claßen haben im Oktober die Kieferorthopädenpraxis in der Weilheimer Straße in Hechingen übernommen.
Seit fast zwei Monaten kümmern sich Lorena Kielmann und Tim Claßen um die Kiefer und Zähne ihrer Patienten in Hechingen.
Zum 1. Oktober haben sie die kieferorthopädische Praxis von Karl-Heinz Strebel in der Weilheimer Straße übernommen, nachdem dieser in den Ruhestand gegangen ist. In Zeiten des Ärztemangels ist damit der Fortbestand gesichert.
Die beiden Ärzte kennen sich bereits seit dem Studium in Aachen.
Warum die Behandlung oft früh beginnt
So behandeln sie vor allem Kinder und Jugendliche . die meisten würden zwischen zehn und zwölf Jahren die Behandlung beginnen, erklärt Kielmann. In diesem Alter sei der Kiefer noch dehnbar und Engstände der Zähne – auch sogenannte „Putznischen“, in denen sich gerne mal Bakterien ansiedeln – könnten leichter behoben werden, so die 32-Jährige.
Ziel sei ein „optimaler Biss“, schließlich könnten Probleme mit dem Kauapparat im Erwachsenenalter zu Schmerzen in Kiefer, Nacken und Kopf führen.
Zahnspangen für die kleinen Patienten
Umso besser, dass der Großteil ihrer Patienten noch im Wachstum steckt: „Die meisten freuen sich sogar auf die Zahnspange“, berichtet Kielmann aus dem Praxisalltag. Kinder und Jugendliche ließen sich meist leicht motivieren, die lose Zahnspange zu tragen oder Gummis in die feste einzuhaken.
Claßen berichtet: „Es funktioniert wirklich gut, wenn die Mädels pinkfarbene und glitzrige Zahnspangen wollen.“
Nachdem Claßen zwei Jahre lang zahnmedizinisch tätig gewesen ist, freut er sich nun auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Hechingen. Er sagt: „Man bleibt jung, wenn man mit ihnen arbeitet. Und es gibt jeden Tag etwas zu lachen.“
Eltern sollen Behandlung ihrer Kinder kennen
Mütter und Väter sollten kontrollierten, ob die Zahnspange überhaupt getragen werde, so der Ratschlag. Die Ärzte beziehen die Eltern mit ein, „so dass sie wissen, was bei ihren Kindern im Mund passiert“, so Kielmann.
Meist medizinische Gründe
Doch was, wenn nach einer kieferorthopädischen Behandlung in jungen Jahren später doch noch Probleme auftreten? Wie Kielmann und Claßen schildern, hätten sich Aufklärung über Zahngesundheit und Prävention zwar verbessert, doch aufgrund eines lebenslangen Gesichtswachstums können sich Zähne auch im Erwachsenenalter wieder verschieben.
Wie Kielmann beschreibt, werde das Kinn vieler Frauen mit zunehmendem Alter spitzer, bei Männern stehe das Kinn oft vor. Auch hormonelle Schwankungen oder die Weisheitszähne könnten schuld an Kieferproblemen sein.
Außerdem: „Durch Social Media wird das schöne Lächeln immer wichtiger“, sagt Kielmann und beschreibt, dass in ihrer Praxis auch erwachsene Patienten behandelt würden – wenn auch kaum aus rein ästhetischen Gründen.
Insbesondere Personen mit Kundenkontakt im Beruf bekämen dann eine durchsichtige Zahnschiene – einen sogenannten Aligner – um Fehlstellungen zu korrigieren, wie Claßen erzählt.