Heiße Zweikämpfe auf der Waldau: David Udogu (re.) setzt sich gegen Phil Halbauer durch. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Kickers gewinnen in einem klasse Spiel in der Nachspielzeit gegen den SV Sandhausen 3:2. Die Blauen überzeugen die 5120 Zuschauer mit Einsatz und Laufstärke.

Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Melkamu Frauendorf nach innen dribbelte, aus 18 Metern abzog und den Ball in den Winkel schlenzte. Ein Traumtor des eingewechselten Neuzugangs von Hannover 96 II, das die Waldau zum Beben brachte. Der 3:2(0:1)-Sieg des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers gegen den SV Sandhausen und damit die Optimalausbeute aus sechs Punkten aus zwei Spielen waren perfekt.

 

„Das war ein hochspannendes und hochemotionales Spiel, wir wollten die Fans mitnehmen und leidenschaftlich spielen. Das ist uns gelungen. Wir werden nicht jedesmal einen solchen Festtag feiern, aber man darf an diese Mannschaft glauben“, sagte Kickers-Trainer Marco Wildersinn. Sein Kollege Olaf Janßen war trotz der Niederlage seines Teams von der Qualität der Partie begeistert: „Das hatte wenig mit Regionalligafußball zu tun. Das war schon brutal gut und Werbung für die Regionalliga Südwest, die mit Abstand die beste in Deutschland ist.“

Die Partie vor 5120 Zuschauern im Gazi-Stadion war eine Achterbahn der Gefühle. Mit großem Einsatz und enormer Laufbereitschaft dominierten die Blauen vom Anpfiff weg die Partie. Das Manko vor der Pause war aber wieder einmal die fehlende Konsequenz beim Abschluss. Wie es dann oftmals läuft, ging der Gegner in Führung. Nach einer Ecke brachte Torwart Bela Dumrath im Fünfmeterraum den Ball nicht aus der Gefahrenzone, stattdessen prallte das Leder unglücklich von Milan Petrovic ins eigene Tor (35.). „Das Gegentor nehme ich auf meine Kappe, aber ich habe den Kopf oben behalten“, sagte Dumrath.

Temporeich und intensiv

Das galt fürs gesamte Team. Marlon Faß (47.) gelang gleich nach der Pause der schnelle Ausgleich. Doch der Treffer beflügelte die Kickers zunächst nicht. Sandhausen kam stärker auf. Doch nachdem Mario Borac noch die Latte getroffen hatte (72.), erzielte Flamur Berisha nach Hereingabe von Nevio Schmebri das 2:1 (75.). Der Drittliga-Absteiger schlug durch Luca de Meester zurück (77.). Es blieb temporeich und intensiv. Als sich eigentlich alle mit dem 2:2 abgefunden hatten, gelang Frauendorf der viel umjubelte Lucky Punch.

„Besser geht es nicht, wir haben uns nach dem Rückstand ins Spiel zurückgebissen, mit sechs Punkten aus zwei Spielen sind wir optimal gestartet“, sagte Mittelfeldstratege Maximilian Zaiser.

Mittwoch in Aalen

Weiter geht es für die Kickers an diesem Mittwoch (19 Uhr/Centus-Arena) mit dem WFV-Pokal-Drittrundenspiel bei Oberligist VfR Aalen. Am kommenden Sonntag (14 Uhr) folgt in der Liga das nächste Heimspiel gegen Eintracht Trier. Und der nächste Festtag auf der Waldau?

Aufstellung Kickers

Dumrath – Udogu, Danquah, Petrovic (83. Schwab), Borac – Tomic, Zaiser, Kiefer (79. Lockl) – Hencke (61. Frauendorf), Faß (61. Schembri), Berisha (79. Braig).

Bank: Neaime, Blank, Fundel, Abdullahu.

Nicht im Kader: Mitrovic, Dornebusch, Mauersberger, Stojak, Skenderovic, Mulaj, Tekerci.

Saison 2025/26

Ergebnisse und Termine
1. Göppinger SV – Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (13. August, 19 Uhr/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier (Sonntag, 17. August, 14 Uhr), 1. FSV Mainz 05 II – Kickers (Samstag, 23. August ,13 Uhr), Kickers – Kickers Offenbach (Freitag, 29. August, 19 Uhr), TSV Steinbach Haiger – Kickers (Samstag, 6. September, 14 Uhr), Kickers – SC Freiburg II (Samstag, 13. September, 14 Uhr), KSV Hessen Kassel – Kickers (Samstag, 20. September, 14 Uhr), FC Bayern Alzenau – Kickers (Samstag, 27. September, 14 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (Dienstag, 30. September, 19 Uhr). (jüf)