Seit rund 30 Jahren schraubt und werkelt Rico Rupprecht an Motorrädern, Autos, Lkws und Panzern. Mit „Ricos Schrauberbude“ hat er sich in die Selbstständigkeit gewagt. Er verrät, was man beachten muss, um im Winter sicher unterwegs zu sein.
Im Nachbarland Österreich gilt seit kurzem ein neues Gesetz zur sogenannten witterungsabhängigen Winterausrüstungspflicht – einer Winterreifenpflicht. Am Ende profitieren davon alle Verkehrsteilnehmer, dient es doch der Sicherheit. Doch ist es mit dem Wechsel auf Winterreifen getan? Wir haben den Kfz-Meister Rico Rupprecht, der die Werkstatt „Ricos Schrauberbude“ in Rottweil betreibt, gefragt, was zu einem ordentlichen Winter-Check dazugehört und auf was man achten sollte.
Der 44-Jährige schraubt und werkelt schon seit rund 30 Jahren an Fahrzeugen herum. Angefangen habe es als Jugendlicher mit seiner Leidenschaft für Motorräder.
In seinen zwölf Jahren bei der deutschen Bundeswehr bildete er sich dann an größerem Gerät fort. „Da hab ich Panzer instand gehalten“, erzählt er.
Erfolgreich den Meister gemacht
Danach arbeitete er als Servicetechniker an Lastwagen. „Aber mein Ziel war immer, mich selbstständig zu machen“, fährt Rupprecht fort. Und so habe er erfolgreich die Meisterschule besucht und darf sich seit April 2016 Kfz-Meister nennen. Folgend habe er als Leiter in einer Lkw-Werkstatt gearbeitet.
Bis er den Schritt gewagt und sich im Januar 2018 mit seiner „Schrauberbude“ selbstständig gemacht hat. Ursprünglich habe er – bereits im Neckartal, aber auf der anderen Straßenseite – als Motorrad-Werkstatt auf sehr begrenztem Raum gestartet. „Ich hatte damals nur das Werkzeug aus meinem Keller zur Verfügung“, erinnert er sich. Doch mit der Zeit kamen dann immer mehr Pkw-Reparaturen dazu und es wurde zu eng.
„Jetzt oder nie“
Als dann die jetzigen Räumlichkeiten frei wurden und die Ausstattung des vorherigen Betreibers zum Verkauf stand habe er nicht lange gezögert. „Jetzt oder nie habe ich mir gedacht.“
Mittlerweile arbeiten in „Ricos Schrauberbude“ drei Personen in der Werkstatt und zusätzlich drei im Büro. „Fluch und Segen, die Arbeit geht nicht aus“, meint er.
Keine generelle Pflicht für Winterreifen
Insbesondere jetzt sei man – zusätzlich zu den normalen Reparatur- und Serviceaufgaben – bis über beide Ohren mit Reifenwechseln beschäftigt. Und ordentliche Reifen, so erklärt er, spielen eine wichtige Rolle dabei, um das Auto sicher für den winterlichen Straßenverkehr zu machen. So gebe es in Deutschland zwar keine generelle Winterreifenpflicht, aber eine situative. Das heißt, dass man bei winterlichen Straßenverhältnissen nur mit Winterreifen fahren darf. Winterreifen erkennt man am Alpin-Symbol, einem Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke darin.
Zusätzlich sollte die Profiltiefe mindestens vier Millimeter betragen. Aber auch das Alter der Reifen sei nicht zu vernachlässigen. Nach sieben Jahren werde das Gummi hart und der Reifen verliert an Haftung.
Sicherheitsrelevanten Bauteile werden überprüft
Er schaue auch nach sichtbaren Schäden und überprüfe den Reifendruck. „Am Ende geht es darum, dass die sicherheitsrelevanten Bauteile funktionstüchtig sind“, erklärt Rupprecht.
Dazu gehöre weiter ein versierter Blick auf die Bremsen und eine kurzer Check des Fahrwerks. Aber auch ob die Beleuchtung intakt ist, alle Flüssigkeitsstände passen und die Scheibenwischer ihren Job machen. „Jeder hat da sein eigenes System. Aber ein guter Mechaniker macht das in circa zehn Minuten“, meint er. In seiner Werkstatt koste ein reiner Winter-Check knapp 20 Euro.