Der Schramberger Gemeinderat hat sich mit knapper Mehrheit für die Einführung eines eigenen Kfz-Kennzeichens ausgesprochen.
Gibt es auf Bundesebene grünes Licht für die Liberalisierung von Kfz-Kennzeichen, will auch Schramberg ein eigenes Autokennzeichen einführen. Mit einer Stimme Mehrheit sprach sich der Gemeinderat dafür aus. Ob es aber tatsächlich „SRA“ werden wird, ist noch offen.
In einer flammenden Rede hat OBin Dorothee Eisenlohr die Stadträte noch mal auf das Thema eingeschworen „Das Kennzeichen ist eine gute Chance, seine Verbundenheit mit Schramberg zu zeigen.“ Es gebe keinen Zeitdruck, erst müsse der Gesetzgeber die Kennzeichen freigeben. Auch eine Befragung der Bevölkerung wurde vorgeschlagen – dies lehnten die Stadträte allerdings mit 21 Stimmen ab.
Zur Diskussion um mögliche Kosten erklärte Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann, ihm seien seitens des Landratsamtes zunächst Kosten von rund 1000 Euro genannt worden.
„Wäre schön gewesen, wenn uns mitgeteilt worden wäre, dass sich daran was geändert hat“, sagte Heinzelmann mit Blick auf einen Bericht des Schwarzwälder Boten vom 7. Mai. Darin hatte eine Mitarbeiterin des Landratsamtes erklärt, die Kosten könnten „noch nicht beziffert werden“.
„Kennzeichenwald“
Stadtrat Hannes Steim (CDU) sprach von einem möglichen „Kennzeichenwald“, der zu einem „großen Problem“ werden könne. „Da ist nichts mehr übersichtlich. Außerdem benötigen wir unsere Personalressourcen für andere Dinge“, erklärte er.
Kostenrahmen definieren?
Sein Fraktionskollege Dominik Dieterle äußerte Unverständnis darüber, „wie hoch dieses Thema gehängt“ werde. „Solch ein Engagement wie beim Kennzeichen oder dem seitlichen Rathausplatz seitens unserer Oberbürgermeisterin wäre auch in anderen Dingen wie dem Krankenhaus oder dem Innovationspark wünschenswert“, kritisierte Dieterle.
Susanne Andreae (SPD/Buntspecht) regte an, den Kostenrahmen vorzugeben.
Abstimmung
Bei der Abstimmung votierten schließlich 14 Stadträte für die Einführung eines eigenen Kennzeichens, 13 dagegen, ein Mitglied (Thomas Brugger) enthielt sich. Gegen das Vorhaben stimmten Clemens Maurer, Thomas Brantner, Ralf Rückert, Monika Kaltenbacher, Frank Kuner, Jürgen Reuter, Emil Rode, Oskar Rapp, Volker Liebermann, Sabine Haas, Michael Melvin, Patrick Fleig und Hannes Steim.
Allerdings konnten sich selbst die Befürworter offenbar nicht uneingeschränkt mit der zunächst favorisierten Buchstabenkombination „SRA“ anfreunden. Deshalb sollen nun auch die Varianten „SBR“ und „SRG“ geprüft werden.