Sarah Höfler und Ariane Faller freuen sich schon auf die 32. internationalen Keramikwochen in Hüfingen. Foto: Stadt Hüfingen

Die 32. internationalen Keramikwochen in Hüfingen präsentieren neue und bewährte Händler sowie japanische Einflüsse.

Die zeitgenössische Keramik steht bei den 32. internationalen Keramikwochen in Hüfingen von Samstag, 7. September, bis Sonntag, 29. September, im Mittelpunkt. Zum Auftakt lockt zudem der Töpfermarkt am Samstag, 7. September, und Sonntag, 8. September.

 

Die Besucher dürfen sich auf vielfältige, hochwertige Facetten von Kunst und Kunsthandwerk freuen, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Das Stadtmuseum für Kunst und Geschichte zeigt Arbeiten der in Nara in Japan geborenen und aufgewachsenen Künstler Akitsu Orii und Aisushi Kitahara.

So sind die Keramikarbeiten von Akitsu Oriis, Jahrgang 1978, von den Harmonien und Divergenzen der klassischen japanischen Kunst und der frühen westlichen Musikästhetik inspiriert. „Mein Ziel ist es“, sagt Orii, „durch die Herstellung dünner Stücke ein Gefühl von Zerbrechlichkeit und Spannung auszudrücken. Die zufälligen Verzerrungen dieses Prozesses rufen unbewusst die einfachen, poetischen und emotional warmen Formen des Yayoi-Steinguts hervor“.

Einblick in japanische Künste wie die Räucherzeremonie

Insbesondere ihre kaleidoskopische Werke zelebrieren die Spontaneität der menschlichen Entscheidungsfindung. Seit 2021 unterrichtet die in Marseille lebende Künstlerin in ihrem Atelier unter anderem die japanische Reparaturtechnik Kintsugi, die sich auch auf dem Hüfinger Töpfermarkt präsentieren wird. Parallel praktiziert sie klassische japanische Künste wie die Räucherzeremonie, die ebenfalls Teil ihrer Ausstellung werden wird.

Atsushi Kitahara, geboren 1981, arbeitet nach eigenen Angaben filigran, intuitiv, kreativ und konzentriert mit Gipsformtechnik und in seiner eigenen Formensprache. „Ich hatte vorher kommerzielles Geschirr für Restaurants und Hotels entworfen, dabei sind Produktivität und Lagerfähigkeit wichtig. Das schränkt aber den Entwurf stark ein.“

Instinktive Arbeit an der Formensprache

Als Privileg empfindet er es, nun frei und instinktiv an einer Formensprache zu arbeiten, die serielle Arbeitsprozesse und modular aufgebaute Körper und deren Kombinationsmöglichkeiten und die einzigartige Symbolkraft vereint. Seit 2015 arbeitet er als selbstständiger Keramik- und Porzellandesigner in Halle/Saale.

Der internationale Töpfermarkt auf dem Sennhofplatz in Hüfingen lockt die Besucher mit bewährten und beliebten Kunsthandwerkern, aber auch neuen Keramikern, die noch kaum bekannt sind, aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Luxemburg, Lettland und Ungarn an. Etliche davon werden sich auch wieder um den immer beliebter werdenden jurierten Hüfinger Keramikpreis bewerben.

Die Ausstellung der Bewerber wird erneut in der Rathausgalerie gezeigt werden und trägt in diesem Jahr das Thema „GedankenSprünge“. Neu für die Jury gewonnen werden konnte die renommierte Zürcher Keramikkünstlerin Lea Georg, die im Jahr 2022 mit ihren Werken im Stadtmuseum Hüfingen vertreten war. Gemeinsam mit Bürgermeister Patrick Haas und Kuratorin Ariane Faller wird sie den Preisträger auswählen, schreibt die Stadt Hüfingen in der Pressemitteilung.