Die Kepler-Werkrealschule in Freudenstadt leitet sie eigentlich schon seit dem Sommer, jetzt wurde Sybille Rothe offiziell als Rektorin eingesetzt.
Für Karl Henne, den Direktor des Schulamts Rastatt, gibt es kaum eine bessere Frau für den Posten der Rektorin an der Kepler-Werkrealschule als Sybille Rothe. Sie habe den Mut, Grenzen zu überschreiten, an der Zukunft zu arbeiten.
Ihre Arbeit sehe sie als Auftrag, junge Menschen für ein selbstverantwortetes Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Dabei sei ihr Weg nicht immer einfach gewesen: In ihrer Laufbahn habe sie viele befristete Arbeitsverträge bekommen und unglaublich viele Krankheitsvertretungen angenommen, erzählte Henne.
Jetzt ist Rothe als Schulleiterin der Kepler-Werkrealschule angekommen. Den Job macht die studierte Grundschullehrerin der Fächer Deutsch und HuS (Hauswirtschaft und Sozialwesen) jedoch schon seit Juli.
Auch Freudenstadts Bürgermeister Wolfgang Fahrner pflichtete dem Schulamtsdirektor bei und ergänzte: „Sie ist eine Lehrerin mit Leib und Seele.“ Ihr außerschulisches Engagement für Kleinkinder und Senioren sei ebenso beeindruckend, wie ihr Einsatz für die Weiterbildung von Erziehern.
Sybille Rothe selbst sah ihren Amtsantritt als Start eines neuen Kapitels. Sinnbildlich dafür hatte sie ein unbeschriebenes Notizbuch dabei. Dessen leere Seiten werde sie im Lauf der Zeit mit vielen Ideen, Begegnungen und Erfolgen füllen. „Diese Seiten schreibe ich aber nicht allein, sondern gemeinsam mit allen Schülern und Kollegen“, sagte sie.
Auch die Schlüsselübergabe sei für sie mehr als nur ein formaler Akt gewesen. Die Türen hätten sich hin zu einer Schulgemeinschaft mit vielen freundlichen Gesichtern, die sie mit offenen Armen empfangen habe, geöffnet. Und einem engagierten Kollegium, das viel Geduld und Offenheit an den Tag lege. Rothe zeigte sich überwältigt: „Ich wurde nicht nur als Schulleiterin, sondern auch als Mensch so warm aufgenommen.“
Noch ist ihr Notizbuch unbeschrieben
Rothe sprach auch über eines ihrer wichtigsten Anliegen: die Digitalisierung. Dazu legte sie ein Tablet neben das unbeschriebene Notizbuch – die Verbindung von Tradition und Zukunft. „Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug“, betonte sie. Durch digitale Lernmethoden ließe sich der Unterricht individueller gestalten. Der Nutzen der Technik sei groß. „Den Menschen dürfen wir dabei aber nicht aus den Augen verlieren.“
Zum Schluss nahm sich nochmals das Notizbuch in die Hand. „Lassen Sie uns die Seiten der Kapitel mit viel Begeisterung und Herz füllen“, sagte sie an die Gäste aus dem Kollegium und einigen Schülern gerichtet. Damit die Schule so Tag für Tag ein kleines Stück nach vorne gebracht werde.