Sangita Wyslich und Katharina Ostarhild (von links) spielten keltische Musik im Ebinger Kräuterkasten. Foto: Wilhelm Harr

Mit Geige, Gitarre, Gesang und Erzählungen haben Sangita Wyslich und Katharina Ostarhild ihre Gäste beim Konzert im Ebinger Kräuterkasten in die Welt der keltischen Musik entführt.

Jigs, Reels, fröhliche, einfache Melodien mit gleichmäßiger Bassbegleitung, zu denen man tanzen, stampfen, klatschen, singen kann – das sind die ersten Gedanken, die einem zur keltischen Musik kommen.

 

Doch Sangita Wyslich mit Geige und Gesang und Katharina Ostarhild mit Gitarre und Gesang haben gezeigt, wie vielfältig und ausdrucksstark die Musik sein kann – und ihre Gäste im Ebinger Kräuterkasten in diese musikalische Welt entführt.

Sehnsucht und Freude stecken in der Musik

Ein Walzer klingt bei ihnen nicht nach Strauß oder Brahms, sondern nach Irland, und eine Gavotte wird keltisch. Die Künstlerinnen haben zudem eigene Varianten und Kompositionen eingestreut. Wenn Katharina Ostarhild übers weite Meer reist, denkt man, sie stamme aus Irland – dabei kommt sie aus Albstadt.

Erzählt werden auch die Geschichten, die zu der Musik gehören: Von der Taylor Bar, vom Los der Auswanderer, die in Amerika in Minen arbeiten müssen, vom Musikanten, der von Haus zu Haus rennt, von der Sehnsucht nach der Heimat, vom Meeresrauschen und dem Blick vom hohen Berg herab.

Die Instrumente setzen das um. Die Geige tanzt im Pub, wird melancholisch, stößt fragend einen hohen Ton aus, wandert beschaulich durch die Landschaft, spricht eindringlich die Gitarre an. Diese liefert das Fundament, entfaltet aber auch ein Eigenleben, bis ein abrupter Akkord beide Instrumente quasi erstarren lässt.

Ein Schema, das sich typisch wiederholt, tänzerischer Beginn, Pause, ein leichtes Zwischenspiel, dann zurück zum Anfangsthema. Und immer wieder tritt Freude, Hoffnung aus – sei es bei „In the garden of my soul so many flowers grow“ oder zu „All you gonna be, do, is your best“. Perfekt angepasst sind auch die Stimmen, ob Solo oder Duett, unisono, um eine ganz wichtige Aussage zu machen.

Von Ebingen aus eine Reise nach Mittelerde

Sangita Wyslich und Katharina Ostarhild lassen sich nicht aus den Augen: Singend und spielend führen sie Dialoge, Katharina Ostarhild tanzt mit der Gitarre zur Geige, Sangita Wyslich blickt erstaunt auf die Freundin, sie stecken die Köpfe zusammen, wenden sich ab und finden zusammen, wenn sie das Publikum ansprechen. Man merkt einfach, wie lange sie schon ein Künstlerpaar sind.

Die Gäste sind voll dabei, klatschen mit, wiegen sich im Takt. Gegen Ende werden sie gar nach Mittelerde entführt, und zur Melodie von „Herr der Ringe“ sangen alle mit. Doch zum Abschied geht es zurück in den Kräuterkasten, die Künstlerinnen bahnen sich musizierend einen Weg durch den voll besetzten Saal – und verließen diesen unter großem Applaus.