Das Bräunlinger Kelnhofmuseum wird 2026 neu gestaltet. Beiträge werden bis ins Jahr 2027 aktualisiert.
Im Kelnhofmuseum stehen in den kommenden Monaten Umgestaltungsarbeiten in zwei größeren Räumen an. Damit soll die Bräunlinger Stadt- und Kirchengeschichte besser präsentiert und zum Teil auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Für die Stadt ist es ein wichtiges Projekt, dass die Dokumentation der Stadtgeschichte umgestaltet wird, da in vielen Teilen immer noch der Stand bei der Museumsgründung zu sehen sei. Deshalb soll künftig auch die neuere Geschichte der Stadt Berücksichtigung finden.
Schon vor drei Jahren wurde das Projekt angeregt, und inzwischen wurde auch ein Konzept vorgelegt, das der Stadtgeschichte gut Rechnung tragen soll. Ziel wird sein, dass die Arbeiten im Jahr 2026 starten können und spätestens 2027 abgeschlossen sein sollen, so Bürgermeister Micha Bächle. Die Kosten für die Umgestaltung wurden mit 100 000 Euro veranschlagt, von denen die Reimnitz- Stiftung 70 000 Euro übernimmt. Der dann noch offene Betrag soll von der Stadt, dem Kulturförderverein und aus Sponsoring sowie Arbeitsleistungen kommen.
Bereits im Jahr 2023 wurde bei der Dr. Fritz-Reimnitz-Stiftung ein Antrag auf Förderung zur Erstellung eines Gesamtkonzeptes zur Umgestaltung der stadt- und kirchengeschichtlichen Abteilung im Kelnhof-Museum gestellt.
Die Räume im zweiten Obergeschoss haben einen Umfang von rund 114 Quadratmetern. Diese Größe stammt noch von der Grundkonzeption aus dem Gründungsjahr des Museums im Jahr 1988. Der Antrag wurde mit gesamt 15 000 Euro verteilt auf die Jahre 2024 und 2025 bewilligt, dies deckt die Personalkosten für eine geringfügig Beschäftigte.
Inventar digitalisiert
Daniela Schill hat in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme gemacht und das Inventar im Bereich Stadt- und Kirchengeschichte digitalisiert. Die Beauftragte hat zu zeitgemäßen Ausstellungsmethoden recherchiert und den Kontakt sowohl zum Naturpark Südschwarzwald als auch zur Landesstelle für Museumsbetreuung hergestellt.
Mit dem Naturpark Südschwarzwald gab es einen Workshop mit Grundschülern. Ziel des Workshops war es, den Inhalt einer „Museumsschublade“ zu erarbeiten, deren Inhalt vorwiegend an Kinder und Familien gerichtet sein soll.
Beratungsgespräch und Workshops mit Ehrenamtlichen
Mit der Landesstelle für Museumsbetreuung standen ein Beratungsgespräch und zwei Workshops mit zahlreichen Ehrenamtlichen an. Erarbeitet wurde eine größere Auswahl an Themen und deren bauliche wie gestalterische Umsetzung in den Räumen der bisherigen Stadt- und Kirchengeschichte.
Es galt, diese Themen und Prinzipien festzulegen. Dazu gehören eine am Objekt orientierte Ausstellung und eine reduzierte Stadt- und Kirchengeschichte mit dem Schwerpunkt des baulich Sichtbaren.
Entwicklung des Gewerbes
Der bisher vorhandene umfangreiche Bereich der Volksfrömmigkeit soll in einem anderen Raum unter dem Oberthema Glaube zugeordnet werden. Weiterhin ist vorgesehen, die geplanten Vorhaben für die neuen Bereiche Industriegeschichte sowie Persönlichkeiten zu erläutern.
Dazu gehörten der industrielle Verlauf und die Entwicklung des Gewerbes. Verschiedene prägende Persönlichkeiten, die für verschiedene Epochen und Themen stehen und darüber Geschichten erzählen, werden vorgestellt.
Zudem ist geplant, die Industriegeschichte mit der Entwicklung des Gewerbes sowohl durch einige Medien, als auch durch eine Mitmach- und Erlebnisstation umzusetzen. So sollen in diesem Teil des Raumes ein Arbeits- und Lesetisch sowie ein großes Regal sowohl für Exponate, als auch für Materialboxen platziert werden.
Einblick in Gipsabbau
Zur Darstellung des Gipsabbaus im Sinne des Stiftungszwecks der Dr. Fritz-Reimnitz-Stiftung sind mehrere aktuelle Objekte vorgesehen, etwa ein Gips-Sack, das Rohmaterial Gips in verschiedenen Verarbeitungsstufen und Filme bis hin zum „Weißen Gold“.
Zeitzeugengespräche sollen im Rahmen der Medienstation über Inhalte informieren. Neben den Informationen zur Stiftung könnte die Firma Mez mit dem Gründungsjahr 1872 durch Rohseide, Rohbaumwolle, die verschiedenen Garnprodukte und deren erste Verwendung in der Trachtenstickerei präsentiert werden.
Firma Straub-Verpackungen findet Eingang in Dauerausstellung
Es könnte auch mit einer Spindel das Garnspinnen ausprobiert werden. Auch die Firma Straub-Verpackungen mit ihrer langen Geschichte, beginnend im Mühlenwesen, wird wohl Eingang in die neue Dauerausstellung finden. Die Persönlichkeiten sollen anhand von lebensgroßen Silhouetten im Raum zu sehen sein. Bis zu zwölf Personen sollen den räumlichen Übergang von der Stadt- und Kirchengeschichte zur Industriegeschichte darstellen. Nach aktuellem Plan sind vorgesehen: Oberschultheiß Johann Konrad Gumpp, Dekan Metz, der Erbauer der Stadtkirche, Bürgermeister Martin Müller, Bauherr der Brändbachtalsperre, die jüdische Kaufmannsfamilie Zimmt, eine Arbeiterin der Firma Mez sowie der erste Gastarbeiter Gustav Reimnitz. Hinzu kommen Vertreter von weiteren gewerblichen und handwerklichen Bereichen und Personen der Sozialgeschichte.
Planungen
Das Modell
Als hervorragende Mustervorlage hat der frühere Vorsitzende des Kulturfördervereins, Christof Reiner, ein Modell gebaut, das die Planungen aufzeigt: Im bisherigen Raum Stadtgeschichte sollen das Stadtmodell Moserplan, Kirchenmodelle mit Porträts und Silhouetten der Erbauer, Truhe, hohe und niedrige Gerichtsbarkeit, Portraitgemälde wichtiger Persönlichkeiten verbleiben. Neu sollen sein freistehende Silhouetten wichtiger Persönlichkeiten aus der Bräunlinger Geschichte mit Hörstationen, wenigen Texttafeln zur Orientierung im Raum sowie neue Beschilderung und Objektbeschriftungen.