Daniela Schill führt die Objekte des Bräunlinger Kelnhof-Museums in einer Datenbank zusammen. Besucher können bald an Museumsgegenständen Daten abrufen.
Die Digitalisierung von Gegenständen im Bräunlinger Kelnhof-Museum ist seit 2023 die Aufgabe von Daniela Schill. Damals begann sie mit einer digitalen, umfangreichen Inventarisierung mit „Museum-digital“, einer kostenlosen, cloudbasierten Lösung des Museumsverbands Baden-Württemberg.
Hauptziel der Aktion ist es, das Wissen der Stadt über die Sammlungsobjekte in einer digitalen Datenbank zusammenzuführen. Alle Informationen zu einem Objekt können nun zentral in über 100 Feldern erfasst werden: Inventarnummern, Bezeichnungen, Beschreibung und mehr.
Durch das große ehrenamtliche Engagement von Peter Politynski kam erst der Anstoß zu einer Digitalisierung und Modernisierung des Museums. Wichtig waren dabei Maße, Objektgeschichte, Herkunft, Wert, Zustand, Renovierungsprotokoll, Konservierung, Standort, Eigentümer, Rechte und Leihgaben. Ergänzt wurden die Angaben durch das Hochladen von Bildern, Dokumenten, Ton- und Videoaufnahmen.
Ausbau von Wlan
Zur Modernisierung gehört auch der Ausbau des Wlan im Kelnhof-Museum, um interaktive Elemente in der Ausstellung zu ermöglichen: Bildschirme, Audiostationen, QR-Codes an Objekten führen zu Videos und Tonaufnahmen. So werden Informationen zu einzelnen Objekten abrufbar.
Schon vor rund 100 Jahren gab es erste Inventarisierung der Sammlungsgegenstände durch Carl Hornung und die Eröffnung des Bräunlinger Heimatmuseums im Schulgebäude. Im Jahr 1950 folgte seine zweite Inventarisierung zusammen mit Amtsgerichtsrat Fritz Fehrenbach.
Zuerst Minijob
Die damalige Museumsbeauftragte Susanne Huber-Wintermantel führte die dritte Inventarisierung ab 1988 mit Karteikarten und die Eröffnung des Kelnhof-Museums durch. Anschließend wurden Formulare ausgefüllt, um wenige Informationen über gestiftete Objekte festzuhalten.
Daniela Schill begann mit ihrer Arbeit auf Minijobebene 2023 mit dem landwirtschaftlichen Raum im Erdgeschoss. Es sollten neue Schilder angebracht werden. Dafür wurden zunächst alle Objekte im Raum fotografiert und anhand der Inventarkarten der Kuratorin Susanne Huber-Wintermantel digital in die neue Datenbank aufgenommen. Alle weiteren Objekte, die nach 1988 im Museum dazukamen, wurden zum Teil zum ersten Mal erfasst. Von rund 186 Objekten mussten 136 ergänzt werden. Ein neues Raumkonzept wurde mit dem Kulturförderverein und der Stadtverwaltung besprochen und umgesetzt.
Mit den Objekten an ihrem neuen Platz und den digitalen Datengrundlagen erhielten sie ihr neues Schild. Dieses erlaubt nun zum Beispiel, am eigenen Smartphone den Umbau des Leiterwagens sehen zu können. Anschließend folgte die Inventarisierung der wertvollen Skulpturen.
Daten zusammentragen
Dort ging es vor allem darum, sämtliche vorhandenen Informationen zusammenzutragen: Leihverträge, Gutachten, wissenschaftliche Texte, Übergabeprotokolle oder Restaurierungsbelege. Alles wurde in der Datenbank des Museumsverbands abgelegt. Dabei war auch Joachim Schweizer mit seinem Fachwissen eine wertvolle Quelle; ebenso die Akten des Kulturamts.
2025 begann das Projekt zur Umgestaltung des Bereichs Stadtgeschichte. Auch hier mussten alle Objekte beider Räume inventarisiert werden, da manche keinen Platz in der neuen Dauerausstellung finden werden. Dabei war es wichtig, dass wertvolle Sammlungsgegenstände nicht einfach in eine Kiste abgelegt werden. Durch die Aufnahme in die Datenbank verschwinden sie nicht. Dort gibt es die Möglichkeit, den aktuellen Standort, an dem das Objekt gelagert wird, einzutragen.
Sollte eine Sonderausstellung einen neuen Einsatz für das Objekt ermöglichen, wäre die Suche nach passenden Gegenständen in der Datenbank einfach. „Es ist immer wieder spannend, was für eine Geschichte hinter den Objekten steckt“, sagte Schill. Bisher sind 750 Objekte in zwölf Sammlungen in der Datenbank erfasst.
Im Kelnhof-Museum werden 2026 und 2027 Umgestaltungsarbeiten in zwei größeren Räumen vorgenommen, um die Bräunlinger Stadt- und Kirchengeschichte neu präsentieren zu können. Dafür wurde in einem großen Team ehrenamtlicher Interessenten unter Erstberatung durch die Landesstelle für Museen Baden-Württemberg ein Gesamtkonzept zur Umgestaltung der stadt- und kirchengeschichtlichen Abteilung im Kelnhof-Museum erstellt.
Unter anderem ist geplant, die Industriegeschichte und die Entwicklung des Gewerbes sowohl durch Medien- als auch durch Mitmach- beziehungsweise Erlebnisstationen umzusetzen. Die Dr.-Fritz-Reimnitz-Stiftung hat dafür einen großen Förderbetrag zugesagt. 2027 soll das Projekt abgeschlossen werden.
Zur Person
Daniela Schill
ist seit Januar 2023 Mitarbeiterin im Kelnhof-Museum. Sie hat Germanistik und empirische Kulturwissenschaft in Paris und Tübingen studiert. Sie fügt das ganze Wissen mit allen vorhandenen Informationen rund um die Objekte der Sammlungen im Kelnhof-Museum zusammen.