Für Ex-Profi Stefan Reisinger und den Bahlinger SC läuft es in dieser Saison noch nicht wie erhofft. Gegen die TSG Balingen sind die Südbadener schon fast zum Siegen verdammt.
Seinen Auftritt auf der ganz großen Bühne in Fußball-Deutschland hatte der Bahlinger SC in dieser Saison bereits. Durch den – lang ersehnten – Sieg im südbadischen Verbandspokal in der Vorsaison trafen die Bahlinger im August im DFB-Pokal auf den 1. FC Heidenheim.
Mit 5:0 gewann der Bundesligist im Kaiserstuhlstadion, wo die Zuschauer eine Art Spektakel erlebten: Ein Fast-Tor aus 50 Metern, Rot gegen BSC-Trainer Stefan Reisinger und ein verschossener Elfmeter beim Stand von 0:2 sind nur drei von zahlreichen Szenen, die danach diskutiert wurden.
Von der Pokal-Euphorie ist im beschaulichen Bahlingen (rund 4500 Einwohner) jedoch im Herbst des Jahres nicht mehr viel übrig. Mit nur sieben Punkten aus 14 Partien steht die Elf von Reisinger, der im Sommer übernommen hatte, auf dem vorletzten Platz und ist mittendrin im Abstiegskampf.
Der Klassenerhalt ist immer das primäre Ziel des Bahlinger SC
Eine Situation, die man am Kaiserstuhl kennt: Seit dem Aufstieg aus der Oberliga in der Saison 2018/19 ist das primäre Ziel der Bahlinger der Klassenerhalt. Axel Siefert, damals gemeinsam mit dem Ex-Profi Dennis Bührer Trainer beim BSC, bezeichnete den Verein als „Karpfen im Haifischbecken“.
Mehrere Jahre war das Duo Siefert/Bührer in der Folge mit dem BSC erfolgreich in der Regionalliga, gleich zweimal (2021 und 2022) lief man am Ende auf Platz neun in der Tabelle ein. Auf Rang zehn im Jahr 2023 folgten in den vergangenen beiden Spielzeiten die Plätze 13 und 14.
Zitterpartie in der Vorsaison – mit gutem Ende
In der Vorsaison gelang dabei erst am letzten Spieltag der Klassenerhalt. Und auch in dieser Spielzeit sieht vieles nach knallhartem Abstiegskampf im Kaiserstuhlstadion aus. Die Ergebnisse passen nicht, zudem war man zuletzt nicht immer glücklich mit den Entscheidungen der Schiedsrichter. Höhepunkt: Die Partie gegen die Stuttgarter Kickers am zwölften Spieltag, als die Bahlinger zwei Gelb-Rote Karten und zwei Elfmeter gegen sich kassierten. Es war bereits der elfte Strafstoß gegen den BSC in dieser Saison.
„Bei jedem Zweikampf ist es eine Gelbe Karte“ und „der Elfmeter zum 1:0 ist für mich ein Skandal“, sagte Reisinger nach der Partie in der Landeshauptstadt und holte fast schon zu einer Generalkritik aus. „Ich weiß nicht ob das grundsätzlich gegen uns ist, wir haben jetzt schon den elften Elfmeter gegen uns“, sagte Reisinger. Gegen den SC Freiburg II folgte noch ein Strafstoß – berechtigterweise.
Punkte dagegen kamen keine aufs Konto dazu, so dass Reisinger mit seiner Elf im Duell der Namensvetter schon fast zum Siegen verdammt ist.