Peter Rosenberger (CDU), Ex-OB von Horb, fordert: „Zieht die Windkraftpläne weiter durch.“ Er spricht von „Milan-Masche“.
Es wird spannend: Am 4. Februar stimmt der Planungsausschuss der Regionalversammlung im Calwer Rathaus darüber ab, ob die umstrittene Windkraft-Fläche „Großer Hau“ in Rexingen wegfällt.
Peter Rosenberger (CDU) sitzt in diesem Gremium. Der Ex-OB von Horb hatte sich immer für Windkraft auch auf dem Großen Hau eingesetzt. Er sagt: „Ich weiß schon seit Wochen von den Überlegungen des Regionalverbandes, den Großen Hau rauszunehmen. Er hat kein Interesse, dass sich der Teilregionalplan weiter verzögert.“
Der Rahmen in Baden-Württemberg sieht vor: Der Teilregionalplan Windenergie sollte eigentlich schon Ende 2025 fertig sein. Dann kann Windkraft nur in den Gebieten, die vom Regionalverband ausgewiesen wurden, gebaut werden. Falls der Plan nicht rechtzeitig zustande kommt, geht das überall. Dann müssen sich die Kommunen damit auseinandersetzen.
Rosenberger: Darum können nicht klein beigeben
Rosenberger: „Ich werde gegen die Herausnahme des Großen Haus stimmen. Wir können nicht klein beigeben – das kann nicht sein.“
Warum? Rosenberger: „Persönlich setzte ich mich seit über einem Jahrzehnt für Windkraft auch auf dem Großen Hau sein. Der Horber Bürgerentscheid über Windkraft hat gezeigt: Das ist legitim. Der lange, demokratische Prozess und die Entscheidungen machen es möglich. Wenn wir das jetzt wieder kippen, verstehen die Leute das nicht mehr. Das würde die Politikverdrossenheit weiter schüren und grundsätzlich die Frage aufwerfen, ob wir überhaupt noch etwas in diesem Lande hinbekommen oder ob alles scheitert.“
Milan-Masche oder Artenschutz?
Der Nabu Horb hatte 2025 ein neues Gutachten über den Artenschutz im Großen Hau erstellen lassen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat deshalb als obere Naturschutzbehörde sein Veto beim Regionalverband eingelegt. Offenbar erfolgreich: Denn in der Beschlussdrucksache für den Planungsausschuss am Mittwoch, 4. Februar, wird genau so die Herausnahme des Großen Hau begründet.
Regionalrat Peter Rosenberger: „Der Landes-Nabu hat damals die Pläne für den Großen Hau begrüßt. Im aktuellen Verfahren hat er die Leitlinien für Natur- und Artenschutz für die Planung erarbeitet. Und jetzt kommt wieder – mit Verlaub gesagt – die Milan-Masche. Dabei sind das nur Transitvögel.“ (Das sind Vögel, die nicht ständig dort leben, Anm. d. Red.)
Das sagt Regionalrätin Christina Nuss aus Horb
Neben Rosenberger sitzt auch Christina Nuss aus Horb im Planungsausschuss der Regionalversammlung Nordschwarzwald. Sie sagt: „Ich begrüße, dass der Nabu Horb mit seiner Hartnäckigkeit und Schaffenskraft bewirken konnte, die Betroffenheit des Artenschutzes durch Windkraft im Großen Hau so deutlich zu machen, dass der Regionalverband diese anerkennt. Man kann sich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass der Artenschutz in anderen Gebieten ebenfalls stark betroffen sein wird und es nicht gelungen ist, so genau und tief hinzuschauen. WF 14 ist dank Nabu ein sehr überprüftes Gebiet. Ich werde auf jeden Fall dafür stimmen, den Großen Hau rauszunehmen.“
Rexingens Ortsvorsteher Kamphoff hat wieder Hoffnung
Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff sagt: „Seit über 10 Jahren setzt sich Rexingen für den Erhalt des „Großen Hau“ (Fläche WF14) ein. Daher ist es erfreulich, dass der Regionalverband den „Großen Hau“ nun gesondert betrachtet. Ein drittes Beteiligungsverfahren, unter anderem zur Fläche WF14, heißt aber auch, es ist noch nicht vorbei. Jedoch standen die Chancen auf eine endgültige Herausnahme und eine Anerkennung der Sonderstellung nie so gut wie jetzt.“