Ungebundene Asbestfasern in der Raumluft des Lichtspielhauses hat ein Sachverständiger festgestellt. Das Gebäude darf nicht mehr betreten werden.
Mit einer brisanten Frage meldete sich Mirko Witkowski (SPD/Buntspecht) im Ausschuss Umwelt und Technik (AUT) am Donnerstagabend beim Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben, Anfragen, Anregungen“ zu Wort: „Der Förderverein Lichtspielhaus musste seine Jahreshauptversammlung wegen Schadstoffen im Schloss abhalten. Wie sieht es mit der weiteren Nutzung des Lichtspielhauses für Veranstaltungen aus?“
Weil es um ein Bauthema ging, gab Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr die Frage an den Abteilungsleiter Hochbau Etienne Seif weiter. „Wir haben ein Schadstoffproblem mit Asbest“, bestätigte Seif. Ein Sachverständiger habe ungebundene Asbestfasern in der Luft und im Staub festgestellt. Wegen der „hochgradigen Gesundheitsgefährdung“ dürfe niemand das Gebäude betreten, bevor eine Fachfirma dieses vollständig gereinigt habe. Auch er selbst werde es erst danach wieder für neuen Messungen betreten können. Veranstaltungen seien also unmöglich.
Ursachen für Belastung
Sichtlich irritiert erinnerte Witkowski daran, dass man jahrzehntelang das Kino und die Villa Junghans aufgesucht habe. „Die Gebäude wurden damals in Stand gehalten und waren im Schuss“, beruhigte Fachbereichsleiter Bent Liebrich. Aber im viele Jahre leerstehenden und nicht genutzten Lichtspielhaus seien im Lauf der Zeit „Boden- und Wandteile aufgebrochen“, wodurch Asbestfasern in die Luft geraten seien. Deshalb reiche Lüften nicht, man müsse auch die Schäden abdichten.
Wegen der vielen anderen laufenden Projekt habe das Lichtspielhaus derzeit nicht die höchste Priorität, bedauerte Eisenlohr. Aber das sei noch nicht „das letzte Wort für alle Zeiten“. Man überlege, was der nächste Schritt sein könnte, um die positive Arbeit des Fördervereins nicht auszubremsen.
Jürgen Reuter (Aktive Bürger) regte an, dass die Verwaltung die Kosten für eine Spezialreinigung des Gebäudes feststelle, zumal das Lichtspielhaus 2028 sein hundertjähriges Jubiläum feiere. Nach einer solchen Reinigung müsse man erneut messen und könne dann anfangen zu sanieren, erläuterte Seif. Nach nochmaligen Messungen können man „vielleicht erwägen, dort wieder etwas zu ermöglichen“. Reuter meinte, man sollte nicht immer vom schlimmsten Fall ausgehen, vielleicht habe man Glück und es genüge schon die Spezialreinigung. Eisenlohr sagte zu, dass sich die Verwaltung „lösungsorientiert“ mit dem Thema beschäftigen würde.