Die Genusszeit ist vorbei (Karikatur) Foto: Melanie Jilg

Unser Autor bedauert, dass die Leckereien zur Weihnachtszeit schon wieder aus den Regalen verschwunden sind.

„Hüpfe auf dem Bauch, denn ich hab’ Übergewicht“ – ein wenig geistreiches aber irgendwie liebevolles Kurzvideo über das ausgiebige Schlemmen geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Liegt es daran, dass der Song mit Videos von Seehunden – meine Lieblingstiere – unterlegt ist? Oder ist es nach dem Feiertagsschmaus das Gefühl, dass ich mich nun tatsächlich einfach vollgefressen tagelang auf einer Sandbank ausruhen könnte? Ich weiß es nicht. Doch ich bin sicher, dass viele nach den Festtagen mit etwas Sorge in den Spiegel blicken und den eigenen Bauch begutachten.

 

Die logische Schlussfolgerung wäre nun, dass ich darüber schreibe, wie ich das ganze Essen, den ganzen Süßkram nicht mehr sehen kann, mir fürs neue Jahr gesunde Ernährung vorgenommen habe und mich nun auf mehr Obst und Gemüse freue. Doch ganz ehrlich: Das wäre gelogen.

Ich bedaure sehr, dass Plätzchen, Spekulatius, Schoko-Lollis und Co. nun aus den Supermarkt-Regalen und mit Verzögerung auch aus meinem Süßigkeitenschrank verschwinden. So köstlich diese Leckereien auch sind – sie sind nun mal saisonal und für die Weihnachtszeit vorbehalten. Doch warum eigentlich?

Ich bin der festen Überzeugung, dass Spekulatius (vor allem die günstige No-Name-Variante) auch im Frühjahr schmeckt, man im Sommer als Snack gut und gerne selbst gemachte Plätzchen mit ins Schwimmbad nehmen könnte. Adventskalender – diese 24 kleinen Stückchen sind einfach die beste Schokolade – sollte es jeden Monat geben, entsprechend mit 28 bis 31 Türchen. Und die süßen Brezeln, liebe Bäcker, gehen sicher auch unterjährig wie warme Semmeln über die Theke.

Ich weiß, es sind „Champagne Problems“ – oder in meinem Fall eher „Plätzchen-Probleme“ –, über die ich hier jammere. Also Sorgen, die man nur hat, wenn es einem grundsätzlich (zu) gut geht. Und wahrscheinlich ist es auch besser so, denn nun werde ich mich spätestens im September wieder auf die Weihnachtszeit und die Leckereien freuen, anstatt sie für selbstverständlich zu nehmen. Daher gibt’s ab jetzt tatsächlich Äpfel, Karotten und Rote Beete statt Schokolade. Sonst hüpfe ich irgendwann wirklich auf dem Bauch.