Schwimmmeister Bob Jones freut sich, dass sich die Besucher im Terrassenbad ungestört erholen können. Foto: Piskadlo

In Berliner Freibädern eskalierte zuletzt die Gewalt. Im Vergleich dazu herrschen im Lahrer Terrassenbad geradezu paradiesische Zustände. Doch auch hier müssen die Schwimmmeister bisweilen einschreiten.

Donnerstagmittag im Terrassenbad. Kinder und Jugendliche sitzen um die Zeit noch in den Schulen, es ist auch nicht ganz so heiß, deshalb ist nicht viel los. Sowohl im Wasser als auch auf den Wiesen ist noch sehr viel Platz. Beim Besuch unserer Redaktion präsentiert sich das Terrassenbad als idealer Ort, um abzukühlen, zu schwimmen und zu entspannen. Zumal es dort in diesem Sommer friedlich zugeht – nicht nur an diesem Tag, sondern auch dann, wenn die Besucher in Massen strömen. „Randale, wie sie aus den Berliner Bädern geschildert werden, hat es bei uns keine gegeben“, sagt Schwimmmeister Bob Jones, „bei uns ist die Lage ruhig“.

 

In Berlin haben in den vergangenen Wochen junge Männer mit zu viel Testosteron und häufig mit Migrationshintergrund die Ordnung in den Bädern ignoriert, sich mit Bademeistern und Sicherheitsleuten angelegt und versucht, ihre eigenen Macho-Regeln durchzusetzen. In Lahr habe man aber eine ganz andere Besucherstruktur, konstatiert Jones. Nämlich Familien mit Kindern, Einzelschwimmer, Schüler und junge Erwachsene aus der Region sowie aus dem Elsass. Aber auch die Besucher aus Frankreich seien nicht auffällig. Es gebe „keine Vorkommnisse, die mehrheitlich den französischen Badegästen zuzuordnen sind“, so Jones.

Manche weibliche Badegäste aus dem Nachbarland gehen im Ganzkörperbadeanzug ins Wasser. Doch das sei durch die Badeordnung gedeckt, stellt der Schwimmmeister fest – „solange der Burkini zuvor nicht als gewöhnliche Straßenkleidung getragen wurde“.

Sprünge vom Beckenrand werden nicht geduldet

Im Schwimmbadalltag wird auch in Lahr hin und wieder gegen die Haus- und Badeordnung verstoßen. Typische Fälle, bei denen die Bademeister einschreiten müssten, seien das Springen vom Beckenrand, gemeinsames Springen vom Sprungturm – und wenn sich auf der Rutsche der Betrieb staut, berichtet Jones.

Laut der Stadt sind in diesem Sommer im Terrassenbad rund zehn Hausverbote ausgesprochen worden. Einem renitenten Gast sei der Zutritt schriftlich bis Ende 2024 untersagt worden, die anderen Hausverbote wurden für zwei bis drei Wochen erteilt. „Wer sich daneben benimmt, fliegt raus“, bestätigt Jones. Man habe aber keine größeren Probleme als in den vergangenen Jahren.

Direkt am Becken sind laut Jones am Vormittag zwei Aufsichtskräfte, ab 13 Uhr mindestens drei Aufsichtskräfte im Dienst. An stark frequentierten Tagen setze man eine zusätzliche Aufsicht ein. Darüber hinaus hat die Stadt einen Sicherheitsdienst engagiert, der an besucherstarken Tagen nachmittags einen Mitarbeiter, bisweilen sogar zwei Mitarbeiter entsendet. Die Security greift laut Stadtverwaltung ein, wenn es außerhalb des Wassers zu kleineren Auseinandersetzungen kommt. So könnten die Bademeister sich auf die Aufsicht der Becken konzentrieren.

Ab und zu kommt es laut Stadtverwaltung auch vor, dass sich Besucher den Zugang zum Terrassenbad erschleichen möchten, ohne Eintritt zu bezahlen – auch das habe der Sicherheitsdienst dann im Blick. Dabei werde die Security je nach Aufwand bezahlt. Im Juni seien so Kosten von rund 5100 Euro entstanden.

In dieser Saison bereits 49 500 Badegäste

Die Besucherzahlen haben kräftig angezogen, nachdem es keine Einlasskontingente wegen der Corona-Pandemie mehr gibt. In dieser Saison sind bis Donnerstag dieser Woche rund 49 500 Gäste gezählt worden, das sind bereits mehr als in der ganzen Saison 2021 (41 500). Am meisten los im Terrassenbad war in diesem Sommer bisher am Sonntag, 9. Juli. Bei Temperaturen von 36 Grad erholten sich 2822 Besucher auf der Anlage.