Machen vorerst weiter: Vorsitzender Reinhold Beck (links) und Kassierer Peter Glitza beim Heimat- und Museumsverein Foto: Hannes Kuhnert

Die Stadtverwaltung Freudenstadt will die professionelle Museumsleitung nicht übernehmen. Zudem herrschen Personalsorgen an der Spitze.

Der Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt muss um seine Zukunft bangen. Seine Hauptversammlung in ruhiger, sachlicher Atmosphäre im Schweizer-Saal des Stadthauses warf einige entscheidende Fragen vor spärlich besetzten Stuhlreihen auf. Es sind Personalfragen an der Vereinsspitze und Fragen zur Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

 

Keine Nachfolger in Sicht

Die Antwort auf die Personalfrage ist erst einmal aufgeschoben. Der langjährige Vorsitzende Reinhold Beck und der nicht weniger langjährige Kassierer Peter Glitza hatten ihre Rücktritte aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen schon 2025 angekündigt. Seit mehr als einem Jahr sucht der Verein intensiv nach Nachfolgern in beiden Positionen. Bislang ohne Erfolg: „Es gab schlussendlich nur Absagen“, sagte Beck. Notgedrungen erklärten er und Glitza sich bereit, ihre Ämter bis Jahresende weiter zu führen und derweilen weiter nach Nachfolgern zu suchen.

Eine weitere Frage trifft den Nerv des Vereins. Schon seit geraumer Zeit versucht er, die Stadtverwaltung für eine professionelle Museumsleitung zu gewinnen, da sich die Stadt ohnehin finanziell an der Museumsaufsicht beteiligt und diese allein zu stemmen die Möglichkeiten des Vereins übersteigt.

Foto: Hannes Kuhnert

Eine professionelle Museumsleitung habe sich vielerorts bewährt, die Stadt Freudenstadt jedoch lehne derlei Ansinnen ab, sage lediglich Unterstützung von Projekten zu, bedauerte der Vorsitzende: „Auch die Vereinbarung über den Betrieb des Museums durch die drei Träger Landkreis, Stadt und Verein bedarf einer Überprüfung“, mahnte Beck mit Blick auf die touristische Bedeutung des Museums an. Dazu kämen auf den Verein mit der Nutzung der Feilenhauerei samt Wasserkraft sowie der Münze im „Tal X“ große Aufgaben zu.

Wiederentdeckte Skulptur

Die Gartenschau spielte auch im Jahresbericht des Vorsitzenden eine gewichtige Rolle. Sie habe dem Verein durch das erfolgreiche Münzprägen im Christophstal Gelegenheiten geboten, sich vielfach zu bewähren. So auch bei der Gedenkwoche „80 Jahre Zerstörung Freudenstadt“, mit einem Dutzend Informationstafeln im Stadtgebiet, der Wiederentdeckung der Skulptur an der Theodor-Gerhardt-Schule oder der Ausstellung über den Bauernkrieg im Schloss Glatt. Jährlich knapp 10.000 Besucher im Heimatmuseum im Stadthaus unterstreichen die Bedeutung des Museums für den städtischen Tourismus.

Nach wie vor bemühe sich der Verein mit Mediendesignerin Heike Butschkus um eine zeitgemäße Ausrichtung. Der Verein stehe auf soliden finanziellen Füßen, legte Glitza in seinem Kassenbericht vor.