Die Technik des Gechinger Hallenbads ist veraltetet, der Gemeinderat diskutierte deshalb über den richtigen Zeitpunkt der Erneuerung (Symbolfoto). Foto: Fabian Sommer/dpa

Die Steuertechnik im Gechinger Hallenbad ist veraltet, Ersatzteile gibt es nicht mehr. Darum hat der Gemeinderat die Entscheidung über eine 130 000-Euro-Investition vertagt.

In der jüngsten Diskussion ging es um den Schaltschrank samt Dosieranlage der Filtertechnik. Nach Angaben von Markus Speitelsbach vom Ortsbauamt sind zentrale Bauteile nicht mehr lieferbar. Bereits nach einem Blitzeinschlag im Sommer 2023 musste das Bad mehrere Monate schließen, weil keine Ersatzteile verfügbar waren. Damals sei aus Platinen eine Übergangslösung improvisiert worden.

 

Bessere Wasserhygiene

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anlage noch zwei Jahre durchhalte, schätzte Speitelsbach als sehr gering ein. Außer der Steuerung bereiten auch mikrobiotische Verkeimungen in den Filtern Probleme. Eine moderne Filterdesinfektionsanlage soll hier künftig automatisch beim Rückspülvorgang Desinfektionsmittel einbringen und so die Wasserhygiene verbessern. Inzwischen liegen drei Angebote für die Arbeiten vor. Das günstigste kommt von der Firma KWS aus Berlin und beläuft sich auf rund 131 000 Euro. Zwei weitere Angebote liegen bei etwa 137 000 und 171 000 Euro.

Ratsmitglieder zweifeln

Nicht alle Ratsmitglieder hielten eine sofortige Investition für sinnvoll. Simon Klass (BU) verwies auf die angespannte Haushaltlage und eine geplante Sanierung des Hallenbads in rund eineinhalb bis zwei Jahren. Unter diesen Umständen sei es fraglich, ob man jetzt noch 130 000 Euro investieren solle. „Wenn es ein Auto wäre, würde es kein Mensch machen“, argumentierte er. Im schlimmsten Fall müsse man eine zweite Schließung in Kauf nehmen.

Auch Leonard Wilhelm (BU) äußerte Bedenken. Von der Investition profitiere in erster Linie der Contracting-Partner (externer Dienstleister für Planung und Bau, Anmerkung der Redaktion), nicht die Gemeinde selbst.

Bürgermeister Jens Häußler verwies auf mögliche Zuschüsse, etwa in Zusammenhang mit dem Schulsport. Gleichzeitig gab er zu Bedenken, dass bei einem sofortigen Beschluss Förderansprüche entfallen könnten, da viele Programme voraussetzen, dass mit einer Maßnahme noch nicht begonnen wurde.

Martin Pfuhler (GFW) wies auf das Contracting-Modell hin und stellte die Frage, ob Fördermittel in Anspruch genommen werden könnten. Miguel Pires Marques (GFW) betonte, dass ein Teil der vorhandenen Technik bei einer zweiten Sanierung in naher Zukunft wahrscheinlich wiederverwendet werden könnte, was die Kosten etwas senken würde.

Knappe Abstimmung

Schließlich stellte Jürgen Groß (BU) den Antrag, die Entscheidung zu vertagen, um zunächst die Förderlage zu klären. Der Gemeinderat stimmte dem mit sieben Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen zu. Ob die Technik kurzfristig erneuert wird oder der Betrieb weiter auf der alten Anlage läuft, hängt nun entscheidend von den möglichen Fördermitteln ab.

Förderung der Erneuerung derzeit nicht möglich

Nach der Vertagung hat die Verwaltung verschiedene Fördermöglichkeiten geprüft. Wie aus der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat hervorgeht, kommen jedoch weder Programme von Bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) noch der KfW oder der L-Bank für die Maßnahme infrage. Diese setzen in der Regel eine energetische Verbesserung voraus, die beim Austausch des Schaltschranks und der Dosieranlage nicht gegeben ist.

Das Thema Hallenbad liegt in wenigen Tagen erneut auf dem Ratstisch. Mit dem Tagesordnungspunkt „Vergabe Schaltschrank und Dosiertechnik Filteranlage Teil 2“ befasst sich der Gemeinderat am kommenden Dienstag, 17. März, in der Sitzung ab 19.30 Uhr im Rathaus.