Der Tante-M-Laden in Enzklösterle ist geschlossen, die Gemeinde auf der Suche nach einer Lösung für einen Dorfladen. Foto: Heinz Ziegelbauer

Der Tante-M-Laden hat geschlossen, „Aarons rollender Supermarkt“ rollt derzeit auch nicht. So gibt es keinen Laden in Enzklösterle. Um das zu ändern, gibt es jetzt Fördergelder.

Die Gemeinde Enzklösterle hat eine Förderzusage aus dem Landesprogramm „Gut Beraten! – Beratungsgutscheine zur Förderung der Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg“ erhalten. Das Projekt „Dorfladen in Enzklösterle“ wurde vom Verein Allianz für Beteiligung in das Förderprogramm aufgenommen und wird mit bis zu 4000 Euro unterstützt.

 

Angestoßen hat das Projekt Bürgermeisterin Sabine Zenker. Denn seit einiger Zeit gibt es im Ort nur wenige Einkaufsmöglichkeiten. Im August 2023 gab Andrea Gulde den Landkauf Enzklösterle auf, ein Geschäft, in dem Lebensmittel und ein Demeter-Sortiment angeboten wurde.

Lösung nicht von langer Dauer

Zwar machte man sich bald auf die Suche nach einem Nachfolger. Doch es dauerte einige Zeit, bis dieser gefunden wurde. Und auch diese Lösung war nicht von Dauer.

Ziemlich genau ein Jahr nach der Schließung des Landkauf-Ladens eröffnete ein neues Geschäft mit neuem Konzept: Ein Tante-M-Laden mit Selbstbedienungskonzept und langen Öffnungszeiten von 5 bis 23 Uhr an sieben Tagen pro Woche.

Doch hier währte die Freude nur kurz: Nicht einmal ein Jahr war der Markt in Betrieb – im Mai 2025 gaben die Betreiber auf. Offenbar wurde das besondere Konzept der Tante-M-Läden in Enzklösterle nicht gut genug angenommen.

Derzeit gibt es keine Einkaufsmöglichkeit

Einzige Einkaufsmöglichkeit in Enzklösterle ist damit „Aarons rollender Supermarkt“, der immer mittwochs die Enztalgemeinde besucht. Eigentlich. Derzeit rollt der Lebensmittel-Lastwagen allerdings auch nicht an.

„Aufgrund privater Umstände bleiben unsere rollenden Supermärkte vom 07.11.2025 bis einschließlich 31.01.2026 stehen. In dieser Zeit erfolgt keine Belieferung, unsere Kunden wissen Bescheid“, ist auf der Webseite des Supermarkts zu lesen.

Mit Förderzusage soll es weitergehen

So wird es also Zeit, dass sich die Gemeinde um eine Einkaufsmöglichkeit bemüht. Bereits im Juni des vergangenen Jahres gab es dazu einen Infoabend, zu dem rund 60 interessierte Bürger kamen, um neue Ansätze für einen Dorfladen zu erhalten.

Dabei stellte Zenker klar, dass es ohne die Bürger nicht gehe: „Die Gemeinde macht das nicht, wir brauchen Sie, wir brauchen euch dazu.“ Zenker kann sich dabei eine genossenschaftliche Lösung vorstellen.

Passiert ist seither noch nichts. „Mit der Förderzusage können wir jetzt weiter machen“, teilt Zenker auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Förderung diene der Finanzierung von fachlich qualifizierten Beratungsleistungen, die das Dorfladen-Projekt inhaltlich und organisatorisch begleiten sollen, so Zenker weiter. Ziel sei es, tragfähige Konzepte für die zukünftige Nahversorgung im Ort zu entwickeln und die Bürger aktiv in diesen Prozess einzubeziehen.

Rund 60 Bürger kamen im vergangenen Jahr zum Infoabend. Foto: Gemeinde Enzklösterle

Im Rahmen dieser Förderung könnten Beratungsleistungen in Anspruch genommen werden, die sich unter anderem mit Fragen der Organisation, Wirtschaftlichkeit, Beteiligungsformen und langfristigen Perspektiven eines Dorfladens befassen, erläutert die Bürgermeisterin.

Die Förderung richte sich insbesondere an Projekte im ländlichen Raum, bei denen bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung eine zentrale Rolle spielen.

Dorfladen ist ein wichtiges Zukunftsthema

Zenker begrüßt die Förderzusage ausdrücklich: „Der Dorfladen ist für Enzklösterle ein wichtiges Zukunftsthema. Mit dieser Förderung erhalten wir die Möglichkeit, das Projekt fachlich fundiert weiterzuentwickeln und gemeinsam mit der Bürgerschaft tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Gerade im ländlichen Raum ist die Sicherung der Nahversorgung ein entscheidender Faktor für Lebensqualität und Zusammenhalt.“

Die Mittel würden nicht pauschal ausgezahlt, sondern nach Abschluss des Projekts auf Grundlage einer geprüften Abrechnung bereitgestellt. Neben der finanziellen Unterstützung sei das Projekt damit auch Teil des landesweiten Netzwerks der Allianz für Beteiligung, das bürgerschaftliche Beteiligungsprozesse in ganz Baden-Württemberg sichtbar macht und stärkt, so Zenker weiter.

Mit der Förderung setze die Gemeinde Enzklösterle „einen weiteren wichtigen Schritt, um die Nahversorgung vor Ort langfristig zu sichern und die Entwicklung des Dorfladen-Projekts strukturiert und professionell voranzubringen“.

Finanziert wird das Landesprogramm aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.