Miroslav Klose. Foto: AP

Der Stürmer will sein schwieriges Verhältnis zu seinem Geburtsland geraderücken.

Danzig - Humor ist noch immer das wirksamste Mittel gegen die Widernisse des Lebens. Und genau genommen kann ­Miroslav Klose ja nichts dafür, dass er am Samstag schon 34 Jahre alt wird. In dieser Zeit hat er es auf 116 Länderspiele mit 63 Toren und zu einem der weltbesten Stürmer gebracht, und es ist sicher kein Zufall, dass gerade der Dienstälteste die erste Pressekonferenz in Danzig bestritt. Aber sind wir ehrlich: Der Zahn der Zeit nagt auch an ihm. Seine Rückenschmerzen ist Klose zwar los, aber bei 100 Prozent ist er nicht. „Ich war noch nie bei 100 Prozent. Ich strebe die 100 Prozent immer an, aber in meinem Alter ist das schwierig“, sagte der Angreifer von Lazio Rom launig, „noch tragen mich meine Beine, deshalb schleppe ich meinen Kadaver noch ­weiter.“ Wenn es geht, bis zur WM 2014.

Klose zeigte aber auch eine andere, nachdenklichere Seite. Sehr wohl hat er bemerkt, dass er beim öffentlichen Training am Montag vom polnischen Publikum zwar freundlich begrüßt worden war, aber nicht so euphorisch wie sein ebenfalls in Polen geborener Kollege Lukas Podolski. Beim Länderspiel vor einem Jahr in Danzig musste er sich sogar Pfiffe gefallen lassen. „Ich weiß nicht, wie das zustande­ kommt“, sagte er und schwang sich zu einem Liebesgeständnis auf: „Ich habe mich immer zu Polen bekannt, ich liebe dieses Land. Für mich war es nie eine Frage, dieses Land abzustoßen.“ Ursache für das problematische Verhältnis vieler Polen zu Klose waren wohl Berichte in polnischen Zeitungen, wonach dem Stürmer der Kontakt in sein Geburtsland nicht mehr wichtig sei. „Die Leute denken offenbar, dass ich mit Polen nichts zu tun haben will. Das stimmt überhaupt nicht“, sagte Klose (33). Auch ein angebliches Zitat seines Vaters, der sich als „Schlesier und Europäer“ bezeichnet haben soll, stimme nicht: „Das wurde irgendwann geschrieben. Das hat mein Vater nie gesagt.“

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