In der Alten Synagoge in Hechingen wurde einem Referenten abgesagt, weil sich nachträglich herausstellte, dass dieser AfD-Mitglied ist. Foto: Klaus Stopper

Über die Höhlenforschungsaktivitäten eines Hechinger Rabbiners sollte in der Alten Synagoge Hechingen ein Vortrag stattfinden. Der Vorstand sagte das nun ab, weil sich nachträglich herausstellte, dass der Referent Mitglied der AfD ist.

„Auf den Spuren des Rabbinatsverwesers Leon Schmalzbach“ lautet der Titel des Vortrags, der für Donnerstag, 19. September, in der Alten Synagoge als Vortrag eingetragen ist. Allerdings hat der Vorstand des Synagogen-Gedenkstättenvereins diesen Vortrag nun abgesagt, weil der Referent Mitglied der AfD ist und auch regelmäßig in Hechingen an Veranstaltungen dieser Partei teilnimmt.

 

Das habe der Vorstand zu dem Zeitpunkt nicht gewusst, als dieser Vortrag vereinbart wurde, berichteten gestern die Vorstandsmitglieder Lothar Vees und Ulrike Stoll-Dyma unserer Zeitung.

Argument für Absage: AfD lehnt Gedenkstätten ab

Die AfD agiere auf Landes- und Bundesebene gegen Gedenkorte, wie sie die Alte Synagoge einer sei. Es sei nicht passend, dass ein Mitglied dieser Partei an diesem besonderen Ort ein Forum erhalte, auch wenn das Thema des Abends völlig unpolitisch gewesen wäre.

Leon Schmalzbach war Rabbinatsverweser in Hechingen. Er wurde 1941 im Naziregime in das KZ Jungenfernhof bei Riga in Lettland deportiert. Dort kam er 1942 ums Leben.

Schmalzbach war in Hechingen nicht nur Lehrer, Musiker und Geistlicher, er widmete sich in seiner Freizeit auch der Höhlenforschung. Auf diese Geschichte war ein Bisinger gestoßen, der ebenfalls begeisterter Höhlenforscher ist. Sein Vortrag sollte neben einer kurzen Biografie vor allem die Forschungsaktivitäten von Leon Schmalzbach schildern. Ob dieser Vortrag an einem anderen Ort gezeigt werden soll, ist aktuell nicht bekannt.