Die Dermatologen Edit und Ulrich Schanbacher beenden zum 1. Dezember ihre Tätigkeit. Die Suche nach einer Nachfolge läuft.
Der Schlusspunkt war schon länger geplant. Nun ist er Wirklichkeit geworden: Die Gemeinschaftspraxis von Edit und Ulrich Schanbacher, promovierte Fachärzte für Hauterkrankungen, Allergologie, ambulantes Operieren und Laserbehandlung in der Lauterbadstraße, ist verwaist. Ob sich eine Nachfolge einstellt, steht aktuell in den Sternen.
Als nach langer Suche über relevante Kanäle endlich ein Fachkollege gefunden war, zeigten sich Edit und Ulrich Schanbacher erleichtert. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, denn krankheitsbedingt musste der Nachfolger wieder absagen. Eine Anwerbung von Ärzten aus ost- oder südeuropäischen Ländern ist für das Ehepaar Schanbacher keine Option, denn diese Kollegen würden im eigenen Land ausgebildet und folglich dort auch gebraucht.
Für die Patienten in Freudenstadt und weit darüber hinaus wird es dadurch künftig eng, denn Termine bei den beiden verbleibenden Hautärzten vor Ort sind auf lange Wartezeiten angelegt.
Umfangreiche Renovierung
Aber, so versichert Ulrich Schanbacher: „Die Suche geht weiter!“ Die Schanbachers übernahmen 1984 die bestehende Praxis von Erich Baumann. Eine umfangreiche Renovierung stand an und nach erfolgreichem Abschluss etablierten sie sich samt ihrem Praxisteam als „freundliche, kompetente und hilfsbereite“ Ärzte. Zahlreiche positive Bewertungen belegen dies.
Zusätzlich zum Standort Freudenstadt arbeiteten Edit und Ulrich Schanbacher einmal in der Woche als Belegärzte im Krankenhaus Horb und in einem Apothekengebäude in Altensteig. Über die Jahrzehnte hinweg behandelten sie mehr als 40 000 Patienten.
Ab 2015 Selbstzahler- und Privatpraxis
Bis zum Jahr 2015 wurde die Praxis im Vertragsverhältnis mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg geführt. Als sie zu diesem Zeitpunkt das Rentenalter erreichten, gaben die Schanbachers ihre Zulassung bei der Kassenärztlichen Vereinigung zurück. Fortan führten sie ihr Haus als Selbstzahler- und Privatpraxis weiter.
Auf diese Weise blieb ihnen laut eigener Aussage „genügend Zeit für eine ausführliche individuelle Untersuchung und Beratung“. Dass dies möglich war, empfanden sie als „sehr zufriedenstellend“. Auch Patienten honorierten dies mit anerkennenden Kommentaren zu kurzen Wartezeiten in der Praxis und zeitnahen Terminen für eine Behandlung. Besonders dankbar zeigen sich die Schanbachers für die „harmonische Zusammenarbeit mit ihrem Praxisteam“.
Galerie Schanbacher Art International ist das Aushängeschild
Wie geht es nach so vielen Jahren mit erfüllendem und erfolgreichem beruflichem Einsatz weiter? Da ist es dem Ehepaar nicht bang. Zum einen bleibt Zeit für die Familie, zum anderen pflegen sie Hausmusik mit Bekannten und Freunden. Schließlich richtet sich ihr Engagement zu einem erklecklichen Teil auf die Schwarzwälder Rosenfreunde, deren Vereinsvorsitzender Ulrich Schanbacher ist und die auch zu einem guten Teil das Freudenstädter Erscheinungsbild, beispielsweise mit dem Rosenweg, prägen.
Aushängeschild des Kunstmäzenatentums der Schanbachers ist die Galerie Schanbacher Art International in der Lauterbadstraße. In der Vergangenheit hat sie eindrucksvolle Ausstellungen in Szene gesetzt. Auch daran werden Edit und Ulrich Schanbacher festhalten. Es bleibt auch jenseits des Facharztlebens genug zu tun, was Freude macht und fit hält.