Ein rätselhafter Wassereinbruch im Haus der Geschichte sorgt für Aufregung im Stuttgarter Talkessel. Foto: Leserfotograf armin

Update Wassereinbruch sorgt für Aufregung. Analyse ergab: Kein Zusammenhang zu Stuttgart 21.

Stuttgart - Bei dem Wasserzutritt in einen Kellerraum des Hauses der Geschichte in Stuttgart handelt es sich nicht um Mineralwasser. Das teilt das Amt für Umweltschutz der Stadt Stuttgart mit.

Seit Mittwochmittag wird diese Aussage durch eine Analyse des Chemischen Labors der Stadtentwässerung Stuttgart bestätigt. Danach handelt es sich aufgrund des ph-Wertes (7,60) und der Leitfähigkeit (1168 uS/cm) keinesfalls um Mineralwasser der Bad Cannstatter Charakteristik. Das Cannstatter (hochmineralisierte) Mineralwasser hat einen ph-Wert von kleiner als 7 und eine um den Faktor 5 höhere elektrische Leitfähigkeit.

Hinzu kommt: Das Haus der Geschichte gründet im Gipskeuper, also etwa 35 Meter oberhalb des Mineralwasserleiters Oberer Muschelkalk. Die Schichten zwischen Bauwerk und Oberem Muschelkalk verhindern einen Aufstieg des unter Druck stehenden Mineralwassers. Selbst in einer Bohrung könnte kein Mineralwasser bis in das Niveau des Bauwerks aufdringen, da dessen Bodenplatte noch über dem Druckspiegel des Mineralwassers liegt. Dies teilt die Stadt Stuttgart ebenfalls mit. Zudem sei die angegebene Temperatur des Wasserzutritts von lediglich 16 Grad für die Cannstatter Mineralwässer, die ca. 19 bis 20 Grad warm sind, vollkommen untypisch.

"Hier bewusst falsche Fakten in Umlauf zu bringen, ist sehr fahrlässig"

„Es gibt offensichtlich ein großes Interesse daran, jeden Wasserschaden in dieser Stadt in Zusammenhang mit dem Thema Stuttgart 21 zu bringen“, sagt Stadtsprecher Markus Vogt. Das Thema Geologie sei sehr komplex und wecke schnell Ängste. „Hier bewusst falsche Fakten in Umlauf zu bringen, ist sehr fahrlässig“, so Vogt weiter. Weitere Details zur Herkunft des Wassers beziehungsweise zur Herstellung eines ordnungsgemäßen Zustands des Gebäudes werden jetzt schrittweise geklärt.

Das Gebäude steht im Grundwasser und hat eine wasserdichte Wanne. Der Grundwasserzutritt ist über Lüftungsschächte des Gebäudes erfolgt. Durch bautechnische Maßnahmen müssen die Schächte wieder abgedichtet werden.

Bis zum Mittwochvormittag war viel darüber diskutiert worden, ob die Bauarbeiten für den Tiefbahnhof das einzigartige Mineralwasservorkommen gefährden.

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