In kleiner Runde wurde ein großer Beschluss gefasst: Der Musikverein wird aufgelöst.Foto: Eule Foto: Schwarzwälder Bote

Versammlung: 100-jähriges Jubiläum wird nicht erreicht

Burladingen-Starzeln. Seit Jahren kämpft der Musikverein Starzeln um sein Überleben, das Interesse der Mitglieder nahm immer mehr ab, und die Vereinsführung amtierte seit der Mitgliederversammlung im Jahre 2018 nur noch kommissarisch. Der Ausbruch der Corona Pandemie tat sein Übriges um das Vereinsleben auf Sparflamme zu setzen. Die Hauptversammlung am vergangenen Freitag sollte eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Vereines bringen.

Um allen Interessierten auf Grund der Corona-Situation die Teilnahme zu ermöglichen wurde die Versammlung eigens ins Bürgerhaus Killer verlegt. Gut gemeint doch nicht genutzt: Zum Sitzungsbeginn waren lediglich acht Personen, davon fünf Stimmberechtigte, gekommen, was dazu führte dass man die Versammlung kurzerhand auf ein schattiges Plätzchen auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus verlegte. Ein Tisch und zehn Stühle boten Platz genug.

Da sich bereits da abzeichnete, wohin die Reise geht, wurde genau darauf geachtet alle Formalitäten einer Hauptversammlung einzuhalten. So gedachte man nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden Alexander Unmuth der verstorbenen Mitglieder, bevor dieser zu seinem Bericht überging. Ein kurzes Achselzucken, ja was soll man über die vergangenen beiden Jahre sagen? Durch Corona sei das Vereinsleben fast gänzlich abgeflaut. Alles, was man machen wollte, ging eben nicht. Es werde schwierig sein, wieder in die Gänge zu kommen, was noch dadurch erschwert werde, dass Dirigentin Kim Ehlers aus beruflichen Gründen den Stab bei der Kapelle niederlegen muss.

Was trotzdem stattfand, hatte Schriftführer Udo Zuckert aufgezeichnet. Da wurde zum Beispiel bei der Fasnet in Starzeln mitgewirkt, als Orchestergemeinschaft Killer-Starzeln ein erfolgreiches Jahreskonzert, welches in die Zeit der Hobbits entführte, durchgeführt. Man besuchte die Stadtmusiktage in Gauselfingen und die Hockete des Männergesangvereins Killer.

Zum Beginn des Jahres 2020 war ein Jahreskonzert geplant, welches, obgleich die Programme schon gedruckt waren, wegen Corona aber abgesagt werden musste. Anschließend waren keine weiteren Auftritte mehr möglich.

Kassierer Holger Eger legte seine Kassenberichte für die vergangenen drei Jahre vor. Mal gab es Verluste, mal Gewinne, jedenfalls steht der Verein gesund da. Die Kasse war von Elke Bitzer und Ferdinand Faigle geprüft und für in Ordnung gehalten worden weshalb die Entlastung des Kassierers vorgeschlagen wurde, die auch einstimmig erteilt wurde. Die Entlastung der gesamten Vorstandschaft führte, da einzig neutraler Anwesender, der Berichterstatter herbei.

Dann musste es zum Schwur kommen. Wie geht es weiter? Man zog nochmals Resümee über die derzeitige Lage und Aussicht auf eine vielleicht bessere Zukunft. Knackpunkt sei, dass eine neue Vorstandschaft notwendig sei, aber von der bislang kommissarisch tätigen wolle auch keiner mehr.

Obwohl zur Versammlung ordnungsgemäß eingeladen worden war, ist nur das kleine Häuflein erschienen. Viele wurden gefragt, doch keiner der Vereinsmitglieder war bereit, einen Posten zu übernehmen.

Somit wird der 1926 neu gegründete Verein sein 100-jähriges Bestehen nicht mehr feiern können. Man war sich einig, dass die Altersstruktur im Verein nicht mehr stimme. Es seien zwar Jugendliche dazugekommen, aber es wurden immer weniger Aktive. Da half auch die seit 1992 bestehende Zusammenarbeit mit dem Musikverein Killer nicht weiter.

Ein Blick in die Runde der Versammlung machte deutlich: Es besteht wenig Interesse an der Fortführung des Vereins, weshalb sich die fünf Stimmberechtigten dazu entschlossen, einstimmig die Auflösung des Vereins zu beschließen und als Liquidator den bisherigen Vorsitzenden zu bestimmen.

Und wie geht es jetzt weiter? Es folgt ein Sperrjahr, in dem der Verein abgewickelt wird. Nach Ablauf diese Jahres und Abwicklung aller notwendigen Formalitäten wird der Verein aus dem Vereinsregister gestrichen. Laut Satzung fällt dann das Restvermögen des Vereins an die Stadt Burladingen welche es für den Stadtteil Starzeln verwenden muss.

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