Gibt es eine kostengünstigere Alternative zu den Schulcontainern? Das wollen die Gemeinderäte, die zu einer Info-Veranstaltung eingeladen haben, mit der Verwaltung klären. Foto: Steinmetz

Bei einer Info-Veranstaltung im Bierlinger Bürgerhaus erläuterten Gemeinderäte, warum sie die Erweiterung der Grundschule abgelehnt haben.

Eines wollte Gemeinderat Jochen Ströbele gleich zu Beginn klarstellen: Die Ablehnung der geplanten Erweiterung mit Neubau sei keine Entscheidung gegen die Schule gewesen, sondern aus finanziellen Gründen getroffen worden. Sabine Nowak, die erst nach dem ablehnenden Beschluss als Gemeinderätin nachgerückt war, erläuterte die prekäre finanzielle Lage der Gemeinde anhand von Zahlen aus dem Nachtragshaushalt mit Stand vom 30. September 2025. Hier sind die geplanten Ausgaben für die Schulerweiterung nicht enthalten.

 

Demnach fehlen der Verwaltung bei den laufenden Ausgaben bereits in diesem Jahr mehr als 740.000 Euro. Die Zinsen belasten die Gemeinde im kommenden Jahr mit 500.000 Euro, im Jahr 2028 werden es 670.000 Euro sein. Noch eine weitere Zahl gibt zu bedenken: Die Mindestliquidität müsste eigentlich bei 230.000 Euro liegen, tatsächlich liegt sie in Starzach bei minus 2,3 Millionen Euro, 2028 wird sie bei mehr als fünf Millionen Euro im Minus sein.

Nowak verwies auf ein Schreiben der Kommunalaufsicht vom 16. Juni dieses Jahres. Darin heißt es unter anderem, dass Kreditaufnahmen von fünf Millionen Euro nicht genehmigt würden. Ferner: „In der vorgelegten Liquiditätsübersicht wird die geforderte Mindestqualität deutlich unterschritten.“ Einsparungen seien daher notwendig, um die Zahlungsfähigkeit der Gemeinde „kurzfristig“’ sicherzustellen. Die Schulden bewegen sich 2025 in Starzach mit aktuell 4519 Einwohnern bei 15 Millionen Euro, erhöhen sich dann in den Folgejahren auf mehr als 16 Millionen Euro.

Verschuldung nimmt Handlungsspielraum

„Wir sollten von den Kreditaufnahmen herunter kommen. Der Zins schnürt uns die Luft ab“, stellte die Unternehmensberaterin fest. Nowak machte damit deutlich, dass die hohe Verschuldung, die mit dem Schulbau noch steigen wird und damit die Zinsbelastung, der Gemeinde Handlungsspielraum wegnimmt. So sehe es auch die Kommunalaufsicht.

Es stellte sich damit aber auch die Frage, wie der hohe Schuldenstand verringert werden kann. Das allerdings sollte bei dieser Veranstaltung nicht gelöst werden.

Was in der Diskussion vermisst wurde, ist ein Finanzierungsplan für die Schulerweiterung. Einen solchen zu erstellen, sei Aufgabe der Verwaltung, die festangestellte Mitarbeiter habe. „Die Transparenz fehlt“, monierte einer der Versammlungsteilnehmer. Wer soll 14 Millionen Euro für den Schulbau zahlen? „Die Leute sitzen im Saal“, meinte ein anderer Besucher, das seien die Bürger, von denen höhere Beiträge und Grundsteuern abverlangt würden. Gefragt wurde auch nach Alternativen, wenn keine Mensa gebaut werde. Die Container kosteten viel Geld. Dieter Wagner sagte dazu: „Die Container werden kurzfristig nicht abgebaut, sondern bleiben so lange, bis es eine bessere Lösung gibt.“

Werden Container weiter gebraucht?

Bürgermeister Thomas Noé räumte ein, dass die Container mindestens noch zwei Jahre benötigt würden, falls die Schule erweitert würde. Andererseits, so wurde angemerkt, gebe es Räume, die weniger kosteten als die gemieteten Container. „Wir machen uns darüber Gedanken“, versicherte Geiges, das Thema sei nicht erledigt. Wie er andeutete, sind bereits Möglichkeiten angedacht, nur könnten sie im Moment nicht öffentlich gemacht werden.

Sabine Nowak und Jochen Ströbele informieren über die prekäre Finanzlage der Gemeinde Starzach. Foto: Steinmetz

Weiterhin Befürworter des Schulbaus

Es gab im Saal auch Befürworter des Schulbaus. Der frühere Gemeinderat Hans-Peter Ruckgaber meinte: „Man bräuchte nur noch die Arbeiten vergeben, die Planungskosten sind bezahlt.“ Eine Förderung von fünf Millionen gebe es, ob ein solcher Zuschuss später noch genehmigt wird, bezweifelte er. Einen Vorschlag aus dem Publikum wollen die Gemeinderäte eventuell aufgreifen, nämlich vor den Landtagswahlen Abgeordnete einzuladen, um mit ihnen über die Gemeindefinanzierung zu sprechen.

Ganztagsbetreuung

Zwei Modelle
Gemeinderat Dieter Wagner informierte über die Ganztagsbetreuung, für die im Schuljahr 2026/27 ein Rechtsanspruch besteht. Er zeigte zwei Modelle auf: Das klassische sei die offene Ganztagsschule, ergänzt durch kommunale Betreuung. Sie umfasst Mittagessen und Betreuungsangebote auf freiwilliger Basis, sei aber kostenpflichtig. Weitergehend ist die verbindliche Ganztagsschule. Hier hätten die Eltern für ihre Kinder keine Wahlmöglichkeiten. Der Unterricht werde durch Pausen und Freizeitangebote aufgelockert. Eine Betreuung durch die Kommune sei trotzdem erforderlich. Die Grundschule Starzach ist, wie Wagner aufzeigte, eine offene Ganz- oder Halbtagsschule mit Mittagessen, Hausaufgaben- und Ferienbetreuung. Die Betreuerinnen seien von der Gemeinde angestellt. Wagner ist überzeugt: „Das Angebot ist bedarfsgerecht und individuell buchbar.“ Andere Gemeinden fänden für die Ganztagsbetreuung flexible Lösungen. In Starzach versuche man, dies mit der Schulerweiterung für 14 Millionen Euro zu verbinden.