Die Wiesenbrücke Ehner-Fahrnau bleibt wohl bis Mai weiter gesperrt. Die Akteure bemühen sich allerdings, sie für zwei wichtige Termine provisorisch zu öffnen.
Hatte die Stadt vor exakt einem Monat eine Öffnung spätestens im April versprochen, scheint es zwischenzeitlich kaum mehr möglich, diesen Termin zu halten. „Die ausführende Firma und die Stadt arbeiten intensiv daran, das Bauwerk so bald als möglich für den Verkehr freigeben zu können“, versichert die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung – ohne allerdings ein neues Datum zu nennen.
Provisorische Öffnung
Für zwei wichtige Anlässe indes könnte die Brücke unter Umständen auch vor der offiziellen Wiedereröffnung provisorisch geöffnet werden: Für den Wiesentäler Wasserlauf (WWT), bei dem am Samstag, 25. April, hunderte von Sportlern die Strecke entlang der Wiese unter die Füße nehmen werden, und am 1. Mai, den viele Menschen traditionell als Ausflugstag nutzen.
Im Gespräch mit unsere Zeitung zeigt sich Dezernatsleiter Thomas Schmitz optimistisch, dass zumindest die Öffnung für den WWT gut machbar ist: Die Brückenoberfläche sollte bis dahin asphaltiert sein und könnte mit Hilfe von Baken und Streckenposten für das klar begrenzte Zeitfenster, in dem die Läufer dort unterwegs sind, geöffnet und gesichert werden.
Einiges schwieriger zu organisieren wäre eine provisorische Öffnung am 1. Mai, angesichts des deutlich größeren Zeitfensters und der deutlich mehr Nutzer, mit denen dort zu rechnen wäre – zumal sich direkt das Wochenende anschließt. „Die Stadt und die Baufirmen bemühen sich nach Kräften, das ebenfalls hinzubekommen“, versichert Schmitz.
Viele Verzögerungen
Die wahrscheinliche Verzögerung bis in den Mai hinein wäre die jüngste in einer ganzen Reihe: Ursprünglich sollte die neue Brücke schon im Oktober fertig sein, ein halbes Jahr nach dem Startschuss im Mai 2025. Dieser Termin wurde immer wieder verschoben.
Als Hauptgrund für die Verschiebungen nannte die Stadt mehrfach die widrige Witterung. Im Sommer etwa setzten ausgedehnte Regenphasen die Baustelle von oben und unten unter Wasser, und auch zuletzt kam schlechtes Wetter den Bauarbeiten in die Quere. Ein Regentag zur falschen Zeit führe unter Umständen zu Verzögerungen weit über seine eigentliche Dauer hinaus, führt Schmitz dazu aus. Gerade in der aktuellen Phase, in der neben der federführenden Baufirma aus Schopfheim etwa für die Asphaltierungsarbeiten Unternehmen von außerhalb an Bord sind: „Die haben ihre Aufträge an den unterschiedlichen Orten natürlich getaktet und haben insofern nicht die Flexibitltät, ihren Auftrag in Schopfheim einfach ein, zwei Tage später zu erfüllen.“
Bauzeit verdoppelt
Erklärung hin, Begründung her: In der Bürgerschaft stoßen die Verzögerungen mittlerweile auf großes Unverständnis, dauern die Bauarbeiten zwischenzeitlich doch doppelt so lange wie ursprünglich geplant. Und bringen für diese lange Dauer einiges an Umständen und Umwegen mit sich. Schließlich ist die Brücke in Ehner-Fahrnau die einzige Wiese-Querung auf den etwa vier Kilometern zwischen der Schopfheimer und der Hausener Brücke, und wird von Spaziergängern und Radfahrern viel genutzt – sei es als Teil des Radwegs zwischen Hausen und Schopfheim oder als Zugang von Fahrnau aus in den Hauswald Entegast.
Verärgerter Bürger
Verärgerte Kommentare kommen nicht nur aus Schopfheim im Übrigen: Mindestens ebenso betroffen sind die Einwohner Hausens. Für diese nämlich geht es nicht allein um die Rad- und Fußwege-Verbindung in den Nachbarort, sondern zusätzlich um den Autoverkehr zum Golfplatz Ehner-Fahrnau, der mit der Eröffnung der neu-alten Brücke endlich nicht mehr durchs Hebeldorf rollen soll. Das nämlich tut er, seit die alte Brücke (und damit die offizielle Zufahrt zum Golfplatz) 2018 wegen gravierender statischer Mängel für den Autoverkehr gesperrt wurde.
Anstehende Arbeitsschritte
Nach erfolgreicher „Bewehrungsabnahme“ seien zuletzt die Brückenkappen betoniert worden, erläutert die Stadt zum Stand der Dinge. Damit verbleibenden das Aufbringen des Gussasphalts, Anpassungsarbeiten an den Anschlüssen auf der Fahrnauer und der Ehner Seite sowie die Montage der Geländer als letzte Schritte, bis die Brücke für den Verkehr freigegeben werden kann.