Einladend: Mallorca will in den Osterferien wieder Reisegäste begrüßen. Foto: Margais

Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca. Forderung nach sachlicher Diskussion.

Fernweh plagt die Corona-geplagte Bevölkerung. Da kommt die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca gerade recht. Medien berichten von steigenden Buchungszahlen. Schlägt sich der Trend auch im Kinzigtal nieder?

Mittleres Kinzigtal - Das Reisebüro Oberfell hat Filialen in Wolfach, Hausach, Haslach und Zell. "Wir hatten einige Anfragen, aber ich würde nicht davon sprechen, dass wir überrannt werden", beantwortet Inhaber Christian Oberfell die Anfrage unserer Zeitung. Die Diskussion ist seiner Ansicht nach aufgebauscht.

Und einen weiteren Hinweis hat er: "Mallorca ist nicht Ballermann." Von der Badereise bis zum Wanderurlaub sei auf der Insel Vieles möglich und Reisende würden sich an die Corona-Regeln halten. "Das zeigen übrigens auch wissenschaftliche Untersuchungen. Die Ansteckungsraten bei Pauschalreisen sind verschwindend gering." Die Bilder vom Ballermann seien zu plakativ, eine sachliche Debatte fehle. Diese sei aber immens wichtig.

Tourismus als Lebensgrundlage für Millionen von Menschen

"Auf Mallorca hungern die Leute bereits", macht er deutlich. Tourismus sei nicht einfach nur "nice to have" und in Corona-Zeiten verzichtbar, sondern die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen. Diese Sicht fehlt ihm in der aktuellen Diskussion.

Persönlich ist er optimistisch, was die weitere Entwicklung betrifft. "Dank der staatlichen Fixkostenhilfen werden wir die Krise überstehen", so Oberfell. Er ist für die Hilfen wirklich dankbar – "auch wenn ich die Verteilung der Lasten in dieser Pandemie als hochgradig einseitig und ungerecht empfinde. Hier muss die Politik gegensteuern."

"Ich bin überzeugt, bei den Menschen ist ein sehr großer Wunsch vorhanden, wieder reisen zu dürfen", so Oberfell weiter. Er schätzt, dass das im Sommer wieder möglich sein wird und empfiehlt Jedem, sich bereits jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen. "In der Branche wird allgemein mit einer großen Last-Minute-Welle gerechnet und da werden gute Angebote schnell ausgebucht sein."

Von einem Ansturm auf Buchungen für Mallorca kann Melanie Herzberg von Reisebüro Luke in Hausach nicht gerade sprechen, im Gegenteil: "Wir haben überhaupt keine Anfragen." Das soll nicht heißen, dass niemand buchen will. "Es gab Fragen nach allem Möglichen, nach Norwegen, Ferienhäusern, aber für Mallorca gar nichts, Vielleicht kommt das eher bei größeren, städtischen Büros vor", so Herzberg. Die Diskussion um Mallorca-Reisen kenne sie nur aus den Medien. Sie vermutet, dass die Menschen aufgrund der prognostizierten dritten Welle zu verunsichert sind und da sie im Schwarzwald schon in einer Ferienregion leben, lieber zu Hause bleiben.

Das Luke-Reisebüro komme bisher ganz gut durch die Krise, da Luke-Reisen auch ein Taxi-Unternehmen sei.

Mallorca gilt seit Anfang März nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Damit wurde auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufgehoben. Urlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen ist somit wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Corona-Test vorgewiesen werden

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