Stecklespringerchef Simon Friedrich (von links), Zunftmeister Peter Kuhrt und der langjährige stellvertretende Vorsitzende Peter Rosenfelder sind zuversichtlich: Die Fasnet 2022 findet in irgendeiner Form statt und lässt es zu, den 70. Geburtstag der Zunft zu feiern. Foto: Bombardi

Die Kehrwiedernarren hatten ehrgeizige Pläne für die Fastnacht 2021: eine große Feier zum 70. Geburtstag und ein fröhliches Narrentreffen Ende Januar. Doch die Pandemie funkte dazwischen und machte alle Planungen für Großveranstaltungen zunichte.

Hüfingen-Mundelfingen - Was im Vorjahr unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie noch möglich war, hatte 2021 keine Chance mehr auf eine Durchführung.

Der Vorsitzende Peter Kuhrt, der Vorstand und die Mitglieder akzeptierten, was sich nicht ändern ließ. Doch sie geben nicht auf. Rasch entbrannten bei der diesjährigen Hauptversammlung Diskussionen, das Jubiläums-Narrentreffen im kommenden Jahr als 70 plus eins Geburtstagsfest durchzuführen. Doch auch im Jahr 2022 steht eine Durchführung in gewohntem Umfang noch in den Sternen. Der agile Verein lässt sich jedoch nicht unterkriegen. Weshalb im Verein die überwiegende Mehrheit einig war, das runde Geburtstagsfest nachzuholen.

"Es hängt von den Hygienevorschriften ab, in welchen Dimensionen das Geburtstagsfest oder ein Narrentreffen stattfinden kann", so Kuhrt. Er zeigte sich zuversichtlich, im kommenden Jahr wenigstens eine Fasnet in abgespeckter Form durchführen zu können.

Der Idealfall wäre natürlich ein Narrentreffen im gewohnten Umfang, doch Kuhrt bleibt realistisch. "Unsere Überlegungen sind dahingehend, dass bei Kontrolle des Impfstatus unserer Gäste zumindest ein Programmabend am Samstagabend und ein Band- und Unterhaltungsabend am Vorabend unter Berücksichtigung der G-Regeln stattfindet", sagt er.

Durchführung abhängig von der Pandemie

Kuhrt macht eine Durchführung abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den im Winter gültigen Hygienevorschriften. Er weist darauf hin, dass die Kapazitäten des Narrenvereins endlich sind und es irgendwann keinen Sinn mehr macht das Geburtstagsfest auszurichten. Sofern das Narrentreffen oder ein reduziertes Festprogramm 2022 erneut ausfallen, gebe es keinen Nachholtermin mehr. "Wir feiern im Jahr 2026 unseren 75. Geburtstag. Da macht es wenig Sinn, den 70. Geburtstag ein paar Jahre später nachzufeiern", so Kuhrt, der in wenigen Jahren ein weiteres Großereignis in Mundelfingen in Aussicht stellt.

Kuhrt lobte außerdem die Stabilität im Vorstand und Elferrat des Vereins. So hätte in diesem Jahr auf eigenen Wunsch lediglich der stellvertretende Vorsitzende und Elferrat Peter Rosenfelder die Vereinsspitze verlassen. Seinen Platz nimmt zukünftig Daniel Springindschmitten ein.

Doch nicht nur das Geburtstagsfest beschäftigt aktuell die Kehrwieder-Narren. Der Stecklespringer auf dem gleichnamigen Brunnen vor dem Rathausplatz ist ausgebüxt. Die Narrenfigur, welche wie keine andere die Mundelfinger Fasnet repräsentiert, hat sich einfach davongeschlichen. Für die Mitglieder ist dies ein Unding. Und sollte er nicht mehr erscheinen, stünde das Narrentreffen ohnehin unter einem schlechten Stern.

Doch eine Nachfrage bei der Ortsverwaltung besänftigt die Gemüter. "Der Stecklespringer auf dem Rathausbrunnen ist in Reha", lacht Ortsvorsteher Michael Jerg. "Er wird saniert und die schadhaften Stellen ausgebessert", so Jerg weiter. Spätestens Ende des Jahres sei die Restauration abgeschlossen. Dann überblickt der Stecklespringer mit seinem verschmitzten Blick wieder das Geschehen. Aus welcher Höhe er das macht, sei noch nicht im Detail geklärt. Noch hält sich die närrische Brunnenfigur im Sauerland bei ihrem Erzeuger Arno Mester auf. Er sorgt dafür, dass der Stecklespringer witterungsbeständiger wird und somit auch sein Steckle nicht mehr so schnell verliert. Dass er in Zukunft mit einem Sonnen- und Regenschutz in Form eines Schirms heimkehrt, ist ebenfalls denkbar.

Der Verein

Zum Narrenverein Kehrwieder gehören ein Vorstand, ein Elferrat, eine Schar an jungen und alten Stecklespringern und passive Narren. Elferräte können auch Vorstandsmitglieder sein. Seinen Narrenvater wählt der Verein jährlich am 11. November aus den Reihen seiner Elferräte. Die Narrenmutter wird erst während des Programmabends enthüllt. Das letzte Narrentreffen des Vereins liegt inzwischen 11 Jahre zurück. Bereits damals wirkten einige der heute noch aktiven Elferräte und Vorstandmitglieder mit.