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Kehl Schon wieder muss Freibad geräumt werden

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Besonders beliebt bei den Kindern und Jugendlichen war der Sprung vom Ein-Meter-Brett ins kühle Nass. Foto: Armbruster

Kehl - Wieder gab es Wirbel um ein Kehler Freibad: Im Ortsteil Auenheim sollen am Mittwoch bis zu 50 Jugendliche für Radau gesorgt haben. Ähnlich wie vergangene Woche in Kehl selbst, wurde auch hier die Notbremse gezogen und das Bad geräumt.

Die Stimmung am Einlass zum Freibad in Kehl-Auenheim ist am Donnerstagnachmittag merklich angespannt. Noch ist wenig Betrieb, nur wenige Meter stauen sich die Menschen vor der Kasse. Die Szene wirkt unscheinbar, bis auf eine Ausnahme: In roten T-Shirts stehen Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes vor dem Eingang – sie sprechen die Besucher an, schauen in Taschen und weisen immer wieder Menschen ab. Der Grund: Ab sofort sind lange Badehosen in Auenheim nicht mehr erlaubt. Wer keine Alternative dabei hat, muss wieder gehen.

50 Jugendliche sollen für Radau gesorgt haben

Beim Sicherheitspersonal steht Florian König, Betriebsleiter des Auenheimer Freibads, und erklärt den Besuchern die Situation – meist auf Französisch. Denn tatsächlich kommt ein Großteil der Besucher aus Frankreich, auf dem großen Parkplatz sind fast alle Fahrzeuge im Nachbarland gemeldet. "Seit heute wird aussortiert", erklärt der Freibad-Chef die Situation. Das sei eine direkte Reaktion auf den Tumult vom Mittwoch.

Bis zu 50 Jugendliche hätten am frühen Abend den Sprungturm gestürmt, erklärt die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung dazu. Zudem seien die Jugendlichen von allen Seiten in die Becken gesprungen und hätten die Anweisungen des Personals ignoriert. "Zu dieser Zeit befanden sich rund 3000 Badegäste im Freibad", heißt es weiter. Daher habe man sich gegen 18.30 Uhr dazu entschlossen das Bad mit Hilfe der Polizei frühzeitig zu schließen.

Doch wer waren die Unruhestifter? Auf Nachfrage unserer Zeitung sprach die Pressestelle von einem bestimmten "Klientel", welches in den Bädern für Unruhe sorge. Auch der Auenheimer Freibad-Chef nutzt zunächst dieses Wort. Doch was steckt hinter diesem Begriff? "Die Polizei nennt sie ›Nafris‹", erklärt König auf Nachfrage. Also junge Männer mit nord-afrikanischen Wurzeln. Diese würden aus Frankreich über die Grenze kommen und gehäuft für Ärger sorgen, so König. "Dieses Jahr hat es sich extrem verschlimmert." Unter anderem daher nun die Kontrollen am Eingang: Besagtes "Klientel" trage meist lange Badehosen und weigere sich die erlaubte Badebekleidung zu Kaufen.

Etwa zehn Prozent der Besucher würden so abgewiesen, erklärt König. Das habe auch einen Nebeneffekt: der Frauenanteil im Bad liege deutlich höher. "Da ist es viel ruhiger." Männliche Besucher würden eher zu aggressivem Verhalten neigen.

Auch sogenannte Burkinis sind vorerst weiterhin erlaubt

Badeanzüge und Bikinis seien weiterhin erlaubt. Auch die sogenannten Burkinis, also Ganzkörper-Badeanzüge, seien in Ordnung, wenn sie aus Badetextilien bestehen würden, so König. Allerdings plane die Stadt Kehl nun die Badeordnung mit Straßburg zu "synchronisieren", so die Pressemitteilung der Stadt.

Zwischen 70 und 80 Prozent der Besucher in den Kehler Freibädern kämen aus Frankreich, so Annette Lipowsky, Pressesprecherin der Stadt Kehl, im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Großteil davon verhalte sich korrekt. Doch wieso nutzen so viele Franzosen die deutschen Schwimmbäder? "Im Großraum Straßburg gibt es für 500 000 Einwohner nur ein Freibad", erläutert Lipowsky. Zudem sei die Badeordnung im Nachbarland strenger.

Auch im Lahrer Terrassenbad sind viele Franzosen zu Gast. Probleme mit den Badegästen aus dem Nachbarland habe man allerdings keine, diese seien "vernünftig", sagt der stellvertretende Leiter des Lahrer Badebetriebs Bob Jones. Den Grund dafür sieht er in der geografischen Lage: Nach Kehl komme man aus Frankreich bequem mit der Tram, nach Lahr sei man länger unterwegs.

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