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Kehl Heilerin sucht Frauenmörder

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Früher wie heute eine gefährliche Angelegenheit: Die Nebenfigur des Romans, Lukas, ist Kinzigflößer. Symbolfoto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Kehl/Schiltach . Es ist das 14. Jahrhundert: Die Kräutersammlerin Johanna findet im Wald nahe Schiltach den von Wölfen übel zugerichteten Leichnam einer jungen Frau. Die Heilerin erkennt schnell: Menschen hatten beim Tod der Unbekannten ihre Finger im Spiel. Als noch eine weitere junge Frau verschwindet steht fest, dass sich dahinter ein düsteres Geheimnis verbergen muss.

Auf 335 Seiten erzählt die Kehler Autorin Heidrun Hurst in "Die Kräutersammlerin", wie sich Johanna zusammen mit dem in sie verliebten Flößer Lukas an die Aufklärung der Morde macht. Sind die abseits lebenden Aussätzigen verantwortlich? Oder der geheimnisvolle Einsiedler? Treiben gar die hohen Herren von der Burg ihr Unwesen mit dem Volk? Und welche Rolle spielt der charmante, gut aussehende Spielmann Clewin in der Geschichte?

Im Promo-Text des Verlags ist zu lesen: "Detaillierte Beschreibungen lassen den Leser ganz ins Mittelalter abtauchen." Doch genau das schafft der Roman nicht: die wiederkehrenden Anspielungen auf das Gefälle zwischen Adel und gemeinem Volk reichen dazu schlicht nicht aus.

Autorin legt Fokus auf die einfachen Leute

Auch erscheint die Gesellschaft des ausgehenden Mittelalters für den Leser von heute überraschend liberal. So lebt die Protagonistin alleine, geht ihrer Arbeit als Kräutersammlerin ungestört nach und scheint dabei überraschend wenige Widerstände oder Vorurteile überwinden zu müssen – und das als selbstständig denkende Frau im 14. Jahrhundert. An manchen Stellen kommt das Mittelalter im Buch auch sehr romantisch daher. So zum Beispiel, wenn die Autorin das Bild des bei der Arbeit eingeschlafenen Gänsehirten heraufbeschwört. Auch auffällig: Die in der mittelalterlichen Welt sonst so allgegenwärtige Kirche spielt kaum eine Rolle. Gleichzeitig kommt "Die Kräutersammlerin" für einen historischen Roman überraschend keusch daher – im Buch findet sich keine Sexszene.

Zugute halten muss man der Autorin, dass sie sich in ihrem Roman mit den "einfach Leuten" beschäftigt. Unzählige andere historische Romane haben zuvor schon die Geschichten von Rittern und Königen erzählt. Ausfällig ist der Name der Protagonistin: Johanna. Fans von historischen Romanen werden sich an die gleichnamige Heldin des Romans "Die Päpstin" erinnert fühlen.

Doch ist historische Genauigkeit überhaupt das Ziel des Buchs? Schlussendlich geht es um eine junge Frau, hin- und hergerissen zwischen ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit und ihren romantischen Gefühlen – immer geleitet vom Drang, ihren Patienten zu helfen. Drumherum geht es ein bisschen um Kräuterheilkunde, ein bisschen um die Geschichte der Kinzigflößer und eben um die Morde an jungen Frauen. Die Geschichte lässt sich trotz ihrer Schwächen flüssig lesen und macht immer wieder Lust auf das nächste Kapitel. "Die Kräutersammlerin" ist im Emons-Verlag erschienen und ist für 11,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Am heutigen Mittwoch beginnt die Autorin eine Lesetour. Ab 19 Uhr liest sie in der Gärtnerei Hetzel Palmengarten in Willstätt aus "Die Kräutersammerlin". Es folgen Termine in Kehl, Schiltach und Sasbachwalden. Weitere Informationen und Termine im Internet auf der Webseite www.heidrunhurst.de.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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