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Kehl Freibad-Tumulte bereiten OB Sorgen

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Nicht immer ist es in Kehler Freibädern so friedlich wie hier auf dem Foto. Die Tumulte der vergangenen Tage machen OB Vetrano Sorgen. Er hat sich jetzt an den Innenminister gewandt und fordert für seine Stadt mehr Polizei. Foto: Armbruster

Kehl/Stuttgart/Straßburg - Schon wieder musste ein Freibad in Kehl geräumt werden, weil es dort zu voll war und zu turbulent zuging. Dem Kehler OB Toni Vetrano reicht es nun. Er ruft das Land um Hilfe. Kehl brauche nun mehr Polizisten, fordert der Oberbürgermeister.

Am Wochenende musste erneut ein vollbelegtes Freibad in Kehl geschlossen und geräumt werden, weil es dort zu wild zuging und die Ordnung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Das berichtete die Polizei. Schon in den vergangenen Tagen hatte es in Kehls Freibädern Ärger gegeben, wir hatten berichtet.

Am Sonntag war der Besucherandrang in den Freibädern in Kehl und Auenheim erneut so groß, dass nachmittags neu ankommenden Badegästen kein Einlass mehr gewährt werden konnte. Die Polizei sorgte in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der beiden Bäder für einen geordneten Ablauf des Badebetriebes. Während dieser in Auenheim aufrecht erhalten werden konnte, war in Kehl auf Anordnung eines Verantwortlichen der Stadt Kehl Schluss: Alle Badegäste mussten das Bad verlassen.

Jetzt schlagen die Freibad-Tumulte auch politische Wellen. Nach den Vorkommnissen in den beiden Kehler Freibädern am Wochenende hat sich Oberbürgermeister Toni Vetrano in deutlichen Worten sowohl an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl und an den Präsidenten der Eurométropole de Strasbourg, Robert Herrmann gewandt.

In beiden Schreiben bezeichnet er die Zustände als unhaltbar und fordert die Unterstützung sowohl der Landespolizei als auch der französischen Polizei ein. "Wir können nicht unsere grenzüberschreitenden Projekte feiern, Probleme, die in unserem gemeinsamen Lebensraum entstehen, aber ignorieren", findet der Kehler OB. Aufgrund seiner Intervention bei der Eurométropole findet nun am Mittwoch kommender Woche ein Treffen bei der Präfektur in Frankreich statt.

OB Vetrano hatte bereits am Montag vor einer Woche an Robert Herrmann geschrieben und in einem Telefongespräch mit dem Präsidenten der Eurométropole die Probleme geschildert, die in den Kehler Bädern vor allem durch große Gruppen unangepasster Jugendlicher aus Straßburg entstanden sind. Robert Herrmann hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Straßburger Präfektur, welche für die französische Nationalpolizei zuständig ist, kontaktiert und ein gemeinsames Gespräch avisiert.

Um polizeiliche Unterstützung geht es auch im Schreiben an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl. Vetrano verweist darauf, dass er – wie bereits sein Vorgänger Günther Petry – seit vielen Jahren fordert, dass Kehl aus polizeilicher Sicht nicht als ländlicher Raum betrachtet wird: "Die Kehler Polizei ist, das bemängeln wir seit Jahren, personell bei weitem nicht so ausgestattet, wie sie es wäre, wenn Straßburg keine französische, sondern eine deutsche Großstadt wäre." Und das Kehler Stadtoberhaupt wird in seinem Brief nach Stuttgart noch deutlicher: "Wir erleben gerade eine Situation, die deutlich zeigt, dass diese Position realitätsfremd und unhaltbar ist."

Das kriminalitätsgeplagte Kehl beruft sich auf den neuen deutsch-französisch besetzten Polizeiposten im Europa-Park. Dieser betreut den Freizeitpark, den sehr viele Franzosen besuchen. Kehls OB fordert: "So muss es auch bei uns möglich sein, dass uns die Polizei – am allerbesten in deutsch-französischer Kooperation – unterstützt."

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