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Kehl Chlorwasser fließt 40 Jahre lang in Prestelsee

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Mehr als 40 Jahre lang hat das Auenheimer Freibad unwissentlich Beckenwasser in den Prestelsee bei Kehl geleitet. Angler hatten sich über die so eingetragenen Kunststoffpartikel beschwert – die Wasserschutzpolizei deckte die Verbindung auf. Foto: Stadt Kehl Foto: Schwarzwälder Bote

Mehr als 40 Jahre lang war das Beckenwasser aus dem Auenheimer Freibad unwissentlich in einen See geleitet worden – inklusive Reinigungs- und Frostschutzmittel. Jetzt steht fest: Den Fischen hat das Chlorwasser wohl nicht geschadet.

Kehl (red/ma). Die Fischerzunft Auenheim, die den Prestelsee im Norden der Kehler Teilgemeinde nutzt und pflegt, hatte sich im Februar bei der Wasserschutzpolizei wegen Kunststoffpartikeln im Wasser gemeldet. Aufgrund der Erkenntnisse aus vorangegangenen Untersuchungen hatte die Stadt zuvor noch bestritten, dass die Schmutzpartikel aus dem Auenheimer Freibad kommen.

Mit Hilfe einer sogenannten Indikatorlösung hatten die Beamten im Auenheimer Freibad herausgefunden, dass die Signalflüssigkeit, die in das Planschbecken gegeben wurde, an der Grundstücksgrenze des Freibads aus dem Regenwasserkanal austrat.

Nachdem die Wasserverschmutzung festgestellt wurde, hatten die Technischen Dienste Kehl (TDK) die Verbindung des Bads zum Regenwasserkanal gekappt. Kurz darauf gaben die TDK ein Gutachten in Auftrag, das das Ausmaß des Gewässerschadens feststellen sollte. Dessen Ergebnis liegt nun vor: Die Fische im Prestelsee haben keinen nachweislichen Schaden genommen, teilte die Stadt mit.

Der Sachverständige für Gewässerökologie konnte in seinem Gutachten Entwarnung geben, zu Schaden gekommen waren die Fische durch das eingeleitete Schmutzwasser nicht. Die Farbpartikel, die aus den Schwimmbecken in den See geschwemmt wurden, stammten aus dem Anstrich des Planschbeckens. Dabei handelte es sich um eine Chlorkautschuk-Farbe. Der Gutachter wertete diese als wasserbeständig. Die Partikel würden sich im Laufe der Zeit im Sediment ablagern.

Das Ergebnis des Sachverständigen bestätigt ein bereits bestehendes Gutachten aus dem Jahr 2011. Damals wurden im Prestelsee Fische wie Aal, Hecht, Rotauge und Flussbarsch im Auftrag der Technischen Dienste auf Schadstoffe untersucht. Den Fischen konnte bescheinigt werden, lebensmittelrechtlich unbedenklich zu sein. Bei einer weiteren Untersuchung im Jahr 2004 stand der Nährstoffgehalt des Sees im Fokus. Es galt zu klären, woher die erhöhten Phosphor- und Stickstoffwerte im Gewässer kamen. Beide Stoffe sind Indikatoren für die Wasserqualität. Bei der von den TDK beauftragten Untersuchung stellte sich heraus, dass die hohen Werte "überwiegend natürlichen Ursprungs" waren: das Grundwasser, Niederschlag über dem See, Regenwasserzufluss aus dem Auenheimer Ortsnetz zählten ebenso zu den Quellen wie Phosphor, der sich aus Ablagerungen auf dem Grund des Sees löst. Zudem speist der Rhein-Nebenarm Langes Loch den Prestelsee unterirdisch.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass das Schwimmbadabwasser im See endete? Der Stadt Kehl sei der tatsächliche Verlauf der Leitungen auf dem Freibad-Gelände unbekannt, Die entsprechenden Pläne galten zwischenzeitlich als "verloren gegangen". Die Abwasserpläne datierten aus dem Jahr 1973, also vor der Eingemeindung Auenheims nach Kehl. Die Technischen Dienste Kehl gehen derzeit nicht davon aus, dass weitere Untersuchungen erforderlich werden. Da der Fehlanschluss inzwischen behoben ist, könnten sich die Organismen im See nun wieder erholen.

Die Stadt Kehl beteiligte sich bereits im Vorfeld zur Hälfte an einer sogenannten Regenerationsanlage. Die Fischerzunft nutzt diese schwimmende Belüftungspumpe, um den See mit Sauerstoff anzureichern. Dies soll unter anderem den Phosphorgehalt senken und hilft den Fischen im Sommer.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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