In einem kleinen Nebenraum der integrativen Kindertagesstätte des KBF in Winterlingen taucht immer wieder Schimmel auf – nun ist die Ursache dafür gefunden (Archivfoto). Foto: Anne Retter

Ein kleiner Raum im Winterlinger KBF-Kindergarten ist zu allen Zeiten versiegelt und unzugänglich. Der Grund: Schimmel durch eindringendes Wasser. Ein Gutachten hat nun die Ursache ermittelt.

Es ist eine „ärgerliche Geschichte“ hatte schon Bürgermeister Michael Maier in der Juli-Sitzung des Gemeinderates gesagt: In einen kleinen Nebenraum des KBF-Kindergartens in der Friedrichstraße trat Wasser ein – und das hatte zur Schimmelbildung geführt.

 

Eine Gefahr für Kinder oder Erzieher, betont Maier im Gespräch, habe zu keiner Zeit bestanden: Das Schimmelproblem blieb auf diesen einen Raum begrenzt und regelmäßige Kontrollen – Luftmessung sowie Wandabstriche – ergaben keine Nachweise auf schädliche Stoffe in anderen Räumen der Einrichtung.

In unregelmäßigen Abständen und Stärken tauchte der Schimmel auf

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, käme man nicht drum herum, die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Kindergartens in Teilen zu entfernen, hatte Bürgermeister Maier im Juli die Räte informiert.

Auf Nachfrage erklärt sein Namenskollege Michael Maier aus dem Bauamt, dass eben dort die Ursache vermutet worden war. „Uns ist etwa seit einem Jahr bekannt, dass es in dem Raum feuchtigkeitsbedingt immer wieder zur Schimmelbildung kam“, sagte er – wobei diese unregelmäßig und mal stärker, mal schwächer ausgeprägt war.

Beim ersten Vorfall habe sich herausgestellt, dass falsches Lüften hierfür verantwortlich war. Das Problem war schnell gelöst und der Schimmel nahe dem Fenster beseitigt.

Als Feuchtigkeit und Schimmel erneut auftraten, war klar: Dieses Mal muss die Ursache an anderer Stelle liegen. Der Raum wurde verschlossen; nach einem ersten Gutachten zur Luftmessung wurden die Türen zudem luftdicht abgeklebt und ein Gerät zur Luftreinigung aufgestellt.

Anschließend wurde die PV-Anlage teilweise abgebaut und ein bautechnisches Gutachten beim Büro Gebhart Höritzer aus Kusterdingen-Mähringen in Auftrag gegeben, die auf Dacharbeiten spezialisiert ist.

Nasser Schnee und PV-Anlage haben auf die Dachziegel gedrückt

Inzwischen liegt der Gemeindeverwaltung das Gutachten vor – das die PV-Anlage als Ursache ermittelt hat. „Es hat sich herausgestellt, dass es an den Halterungsschienen der Anlage zu einer punktuellen Druckbelastung gekommen ist“, erklärt Bauamts-Maier.

„An diesen Stellen haben sich Risse an den Dachziegeln gebildet, die mit der Zeit immer größer geworden sind – und wodurch schlussendlich das Wasser seinen Weg ins Innere gefunden hat.“ Das sei von außen zunächst nicht sichtbar gewesen, weil die Ziegel – bedingt durch die Bauweise der PV-Anlage – nicht ohne weiteres zugänglich gewesen sind.

Dadurch haben sich über Jahre hinweg Haarrisse gebildet – vermutlich durch Vibrationen der Anlage durch Wind und Wetter; in diese ist das Wasser eingedrungen und im Winter gefroren – und das Eis habe nach und nach die Risse vergrößert. Auch nasser Schnee, der bekanntermaßen ziemlich schwer ist, habe seinen Teil zum Problem beigetragen, meint Bürgermeister Maier.

Irgendwann waren die Risse so groß, dass das Wasser unter die Ziegel gelangte – und dort zunächst auf die Abdichtungsbahn und Dämmung stieß. „Aber beide sind irgendwann an ihre Grenzen geraten“, erklärt Bauamts-Maier.

Zwei Möglichkeiten gibt es, das Dach des Kindergartens vorerst zu sichern

Nun ist die Frage: Was tun? Eine vollumfängliche Dachsanierung kostet etwa 300 000 Euro – Geld, das im diesjährigen Haushalt nicht mehr zur Verfügung steht und außerhalb jenes Rahmens liegt, über den der Schultes frei verfügen kann. Sie soll aber definitiv im kommenden Jahr erfolgen.

Bis dahin böten sich zwei Möglichkeiten, um das Dach temporär zu sichern: Die PV-Anlage wird ganz abgebaut und die kaputten Ziegel ersetzt oder es wird eine LKW-Plane über das Dach gespannt.

Letztere berge aber das Risiko, etwa bei einem Sturm fortgerissen zu werden – trotz sorgfältiger Sicherung. Beide Möglichkeiten sollen im Gremium weiter besprochen werden, das auch Gelder für die Maßnahmen bewilligen muss.

Klarer Favorit der Gemeinde ist daher die erste Variante – und zeitgleich auch die, mit den größten bürokratischen Hürden. Denn die PV-Anlage gehört laut Bürgermeister Maier der Bürgerenergie-Genossenschaft Winterlingen – und eben deren Antwort hierzu stehe noch aus. Schon der teilweise Abbau war ohne vorherige Rücksprache mit der Genossenschaft nicht möglich.

Ein Zimmereibetrieb ist bereits angefragt

Ebenso gestaltete sich die Suche nach einem Fachbüro spezialisiert auf Dachsanierungen – schlussendlich sei man mit dem Büro Gebhart Höritzer fündig geworden. Aber all diese Faktoren, so Bürgermeister Maier, hätten auch dazu beigetragen, dass sich der ganze Prozess so lange hingezogen hat.

Kurzfristig gilt es nun, einen Handwerker zur Auswechslung der defekten Ziegel zu finden. Erste Gespräche mit einem Zimmereibetrieb sind in vorauseilendem Gehorsam bereits erfolgt, meint Bürgermeister Michael Maier.