Die Entwicklung des Fuhrparks der Stadt Nagold avanciert zu einem Lieblingsthema des Gemeinderats. So sprach Bürgermeister Hagen Breitling in der jüngster Sitzung von einem „Dauerbrenner“. Es ging wieder einmal um die Anschaffung eines Unimogs für den Bauhof.
Nach Erstdiskussion im vergangenem Jahr und dem Grundsatzbeschluss für die Anschaffung im Februar, standen jetzt die Mittelfreigaben für den tatsächlichen Ankauf des Spezial-Fahrzeugs auf der Tagesordnung. Was diesmal keine neue Diskussion, ’nur’ zwei Nachfragen aus den Reihen der Räte motivierte.
So wollte FDP-Sprecher Jürgen Gutekunst wissen, ob die nun notwendige, komplette Finanzierung des Unimog sicher sei. Die avisierten, knapp über 220 000 Euro sollen als Übertrag aus dem Jahr 2022 aus den ursprünglichen Mitteln für die „Adler-Eck-Erschließung“ in Pfrondorf bereitgestellt werden. Diese Erschließung werde durch diese Umschichtung nicht gefährdet.
Rechtzeitig zum Winterdienst?
Außerdem wollte CDU-Fraktionssprecher Wolfgang Schäfer wissen, welchen Liefertermin es gebe. Ursprünglich hatte die Verwaltung das Fahrzeug nämlich Leasen wollen, um dafür auch eine sofortige Verfügbarkeit des angebotenen Modells zu nutzen. Jetzt werde man wohl so sechs Monate warten müssen, lautete die Prognose der Verwaltung. „Gerade recht für den Winterdienst“, frotzelte da Jürgen Gutekunst.
Der Entscheid für den Kauf des Unimogs U 300 fiel einstimmig – ein „großer Vertrauensbeweis“, wie Bürgermeister Breitling einordnete. Wohl auch, weil zuvor im Gemeinderat der Entscheid über den Ankauf eines „Technik-Fahrzeugs beim Betriebszweig Parken“ nicht so glatt durchs Gremium ging: Hier gab es eine Gegenstimme und eine Enthaltung.
Kein Leasing-Angebot
Mutmaßlicher Grund dafür: der „Mercedes-Benz eElektro Vito Kastenwagen“, der im Vorgriff auf das Haushaltsjahr 2024 als Ersatz für den 14 Jahre alten „Opel Vivaro“ im Gespräch ist, soll ebenfalls gekauft werden – und zwar als Vorführwagen im Wert von knapp 41 000 Euro. Erläuterung dazu von Breitling: Man wolle auch hier gerne in das Elektrozeitalter vorstoßen.
Erwiderung von Jürgen Gutekunst: „Alle sagen, ein E-Auto soll man leasen, nicht kaufen“ - weil sonst die Entsorgungsfrage der Elektrobatterie irgendwann Probleme machen könnte. Was gemäß Peter Haselmaier von den Stadtwerken in diesem Fall eher nicht praktikabel sei, da das Fahrzeug eine „individuelle Ausstattung“ benötige. Außerdem sei „kein Leasing-Angebot verfügbar.“
Auch Bürgermeister Breitling sah im Kauf eines E-Autos für die Stadt kein Problem. Ganz im Gegenteil, vielleicht sei man damit dann ja „die erste Stadt, die mal testet, wie lange so ein E-Fahrzeug tatsächlich hält“.