Innenstadt: Ausweichquartier für Rathausmitarbeiter / Wie die Nutzung danach aussieht, ist noch offen
Das Firmenareal A. Maier in der St. Georgener Innenstadt wird zum Ausweichquartier für die Mitarbeiter des Rathauses. Die Stadt kauft die Gebäude – und verspricht sich davon mehr Möglichkeiten und weniger Druck.
St. Georgen. Knapp 4000 Quadratmeter Grundstücksfläche und etwa genauso viel Gebäudefläche in der Innenstadt, fast in unmittelbarer Nachbarschaft des Marktplatzes – für die Stadt ist das Firmenareal A. Maier ein guter Fang, findet Bürgermeister Michael Rieger. Eine sechsstellige Summe zahlt die Stadt für das Areal an den Noch-Eigentümer, das Unternehmen A. Maier.
Zuletzt hatte das ehemalige Unternehmen A. Maier Präzision, das im Auftrag des Unternehmens A. Maier produziert hatte, die Gebäude an der Ecke Bahnhofstraße und Gewerbehallestraße genutzt. Heute hat das Unternehmen ein Insolvenzverfahren hinter sich, in dessen Rahmen es von einem Investor gekauft wurde, heißt Likum und hat seinen Sitz mittlerweile in Peterzell. Dass der Standort in der St. Georgener Innenstadt geschlossen werde, stand Achim Maier, Geschäftsführer der A. Maier Verwaltungsgesellschaft und des Unternehmens A. Maier, zufolge schon während der Insolvenz fest. Und auch, dass man es verkaufen wolle, sobald die Räume leer sind.
Grundstück durch zentrale Lage bestens geeignet
Bis Ende 2020 hatte Likum noch das gesamte Werk eins angemietet, informiert Maier. Und auch aktuell ist das Gebäude noch nicht ganz leer: Er selbst, sagt Maier, habe sein Büro noch hier und Likum habe derzeit im markanten Backsteingebäude noch ein Stockwerk als Lager gemietet. Mit der Stadt St. Georgen ist man sich trotzdem einig geworden, was den Kauf des Grundstücks und der Gebäude anbelangt.
Zwar habe es noch andere Interessenten gegeben, die allesamt planten, die bestehenden Gebäude abzureißen, doch für Maier stand die Stadt an erster Stelle, sagt er. Bürgermeister Michael Rieger freut das. Als bekannt wurde, dass das Grundstück verkauft werden soll, habe bei ihm nämlich schon "das Rattern angefangen im Kopf", sagt er. Denn aus Riegers Sicht ist das Areal aus mehreren Gründen attraktiv für die Stadt.
Vor allem besticht es durch seine zentrumsnahe Lage. "Da sollte die Stadt ein Auge drauf haben, was da in Zukunft passieren kann und soll", findet Rieger. Der Kauf des Firmenareals soll genau das ermöglichen. Und die zentrale Lage ist auch für das, was die Stadt auf dem Gelände plant, wichtig. Denn die Gebäude sollen als Ausweichquartier für die Mitarbeiter des Rathauses dienen, während dieses saniert oder neu errichtet wird. Egal für welche Option man sich letztlich entscheide, betont Rieger, "wir müssen halt raus" – und zwar für rund zwei Jahre.
Für diese Zeit kann Rieger gleich eine ganze Reihe von Vorteilen auflisten, die das Areal mit sich bringt: keine Mietkosten, eine stressfreie Vorbereitung, in der man als Eigentümer "alle Zeit der Welt" habe, bis das Ausweichquartier gebraucht werde – wenn alles gut laufe, könnte das laut Rieger 2023, eher aber 2024 der Fall sein – und der Umstand, dass man durch die Zugehörigkeit des Grundstücks zum Sanierungsgebiet bei eventuell anfallenden Arbeiten auf Städtebauförderung hoffen könne.
"Das Geld ist ja nicht weg" – auch Weiterverkauf denkbar
Der Kauf des Areals kostet kurzfristig natürlich eine stattliche Summe – doch die, betont Rieger, ist ganz klar eine Investition. "Das Geld ist ja nicht weg." Denn auch die Möglichkeit, dass das Grundstück später, wenn die Verwaltungsmitarbeiter in ihren Büros im neuen Rathaus sitzen, verkauft wird, schließt der Bürgermeister nicht aus. Denn wie es dann weitergeht, ist noch vollkommen offen. Gemeinderat und Stadt, berichtet Rieger, würden gerne das Backsteingebäude erhalten, "vielleicht auch noch mehr". Auch eine Nutzung für Händler hält Rieger für möglich – immerhin gehört das Grundstück ja zum Bereich Innenstadt.
Bis die Rathausmitarbeiter in die Räume einziehen, bleiben diese aber auf jeden Fall erst einmal leer. Wie die Nutzung als Ausweichquartier dann genau aussehen wird, kann Rieger noch nicht sagen. Neben den Büroräumen werde man eventuell auch die Produktionshallen – dann mit Provisorien wie etwa Trennwänden versehen – belegen. Das müsse sich in der nächsten Zeit erst noch zeigen – bis zum Umzug ist ja noch eine Weile Zeit.