Zwei Tage hintereinander sorgten die Konzerte der Christophorus Kantorei Altensteig in Pfalzgrafenweiler und in Nagold für regen Publikumszulauf.
Glaube und Vertrauen an Gott standen im Fokus der Konzerte „Hoffnung und Halt: Der Fels in meiner Welt“. Das Programm umfasste drei geistige Werke der deutschen Komponisten und Altersgenossen Otto Nicolai (1810-1849) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847).
Die Musik bewirkte eine stille Nachdenklichkeit in der Nagolder Stadtkirche, wo die Altensteiger Christophorus-Kantorei zusammen mit den Ehemaligen, den Solisten Jo Holzwarth (Tenor), Jeanette Bühler (Sopran), Fiona Stritt (Mezzosopran) und dem Orchester Collegium Instrumentale eine hervorragende Leistung unter der Leitung von Carina Engel vollbrachten.
Mehrmals verspürten die Konzertgäste Gänsehaut – zunächst in Anbetracht der monumentalen Aussagekraft der „Kirchlichen Ouvertüre“ (Nicolai), dann beim Zuhören der Psalmen für Solostimmen und Orchester „Kommt, lasst uns anbeten“ und „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ (Mendelssohn-Bartholdy).
Stimmen drücken bewegende Pietät aus
Die Stimmen der Solisten und der Chorsänger drückten eine bewegende Pietät aus, die aus der Tiefe des Herzens kam – um nur die lyrisch bis dramatisch wirkende Tenorstimme in „Heute, so ihr seine Stimme höret“, die bezaubernd schöne Arie „Meine Seele durstet nach Gott“ für Sopran und Oboe oder die ergreifende Intensität des Duetts „Denn in seiner Hand ist“ (Sopran und Mezzosopran) zu erwähnen. Da im Vordergrund der Interpretationen die Ausdruckskraft und nicht die – übrigens einwandfreie – Gesangstechnik stand, erreichte diese glaubwürdige Ehrlichkeit jeden Zuhörer.
Die über 80-stimmige Chorformation bildeten Mitglieder der Christophorus-Kantorei sowie ihre erfahrenen Kollegen von anno dazumal. Zu einer gebündelten Stimmkraft vereint, glänzten sie gemeinsam durch sorgsame Aussprache und zuverlässige Einsätze sowie dynamische Flexibilität und Differenzierung der Klangfarben.
Chorleiterin sorgt für optimale Balance
Chorleiterin Engel bewährte sich bestens als Dirigentin des Gesamtapparates. Mit großer Aufmerksamkeit sorgte sie für eine optimale Balance zwischen den Gesangs- und Orchesterparts und brachte dank ihrer handwerklich-künstlerischer Vorzüge sowohl die Emotionalität der Texte als auch unzählige musikalische Nuance sowohl in Chorsätzen als auch in den vorbildlich gespielten instrumentalen Tutti und Soli hervor.
Die Publikumsreaktion am Ende des aufwühlenden Konzerts inmitten der Faschingszeit war vorhersehbar: Nach dem langen Innehalten durften die Besucher ihren Respekt den Ausführenden gegenüber durch frenetischen Applaus im Stehen bekunden. Es folgte eine Zugabe, und der Beifall begleitete die Musiker auch bei dem Auszug aus der Kirche.