Der Entwurf von Architekt Daniel Hotz für das neue katholische Gemeindehaus in Schömberg Foto: Architekturbüro Daniel Hotz

Die Entwürfe für das neue katholische Gemeindehaus am Caspar-Oechsle-Platz in Schömberg sind bereits fertig, doch die Genehmigung verzögert sich aufgrund zahlreicher behördlicher Abläufe.

Bisher nutzte die katholische Kirchengemeinde die Alte Kinderschule in der Schweizer Straße als Gemeindehaus. Weil die Distanz zur Kirche relativ weit war, schaute sich der Kirchengemeinderat nach einer neuen Bleibe um und wurde 2022 am Caspar-Oechsle-Platz fündig.

 

Direkt gegenüber von Pfarrhaus und Stadtkirche erwarb die Kirchengemeinde ein altes Gebäude. Doch für den Abriss und den Bau eines neuen geistlichen Zentrums der Seelsorgeeinheit Oberes Schlichemtal fehlt bisher die Genehmigung.

Der Antrag liegt beim Bauamt in Rottenburg

Manfred Wachter, Vorsitzender der Kirchengemeinderats, sieht dieser jedoch optimistisch entgegen: Nachdem das Projekt sowohl vom Kirchengemeinderat Schömberg als auch vom Verwaltungszentrum Albstadt genehmigt wurde, liegt der Antrag nun beim Bauamt in Rottenburg.

Wachter erklärt dazu, dass das bestehende Gebäude erst abgerissen wird, wenn die Baugenehmigung für das neue Gebäude vorliegt. Der Abriss und die Genehmigung sollen zeitgleich erfolgen.

Gregor Moser, Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärt, dass es sich bei diesem Verfahren nicht um einen klassischen Bauantrag nach Landesbauordnung handle, der von staatlichen Baurechtsbehörden bearbeitet wird, sondern um einen Investitionsantrag der Kirchengemeinde.

Diese ist auf Zuschüsse aus dem diözesanen Ausgleichsstock angewiesen, weshalb eine kirchenaufsichtsrechtliche Genehmigung erforderlich ist. Die Bearbeitung solcher Anträge erfolgt nach einem Verfahren, bei dem die Anträge diözesanweit bis zum 31. Mai eines Jahres eingereicht werden und zur Umsetzung im Folgejahr bearbeitet werden.

Nach der Erfassung der Anträge wird der Vorgang zur baufachlichen Prüfung an das Bischöfliche Bauamt weitergeleitet. Dieses prüft die Einhaltung der diözesanen Richtlinien zur Vergabe von Zuschüssen sowie der Bauordnung, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten.

Kommission entscheidet im November über Zuschüsse

Die Stellungnahmen des Bauamts werden dann der diözesanen Ausgleichsstockkommission vorgelegt, die in einer Sitzung im November über die Anträge und die Zuschüsse entscheidet. Für das Jahr 2025 liegen der Kommission mehr als 70 Anträge mit einem Bauvolumen von mehr als 100 Millionen Euro vor.Erst nach der Finanzierungsbestätigung durch die Kommission erhält die Kirchengemeinde die kirchenaufsichtsrechtliche Genehmigung, die notwendig ist, um einen Bauantrag bei der staatlichen Baugenehmigungsbehörde zu stellen

Der Kirchengemeinderat hat sich für den Entwurf des Architekten Daniel Hotz aus Straßberg entschieden. Vor allem das Raumkonzept habe das Gremium überzeugt: Das Gebäude soll barrierefrei sein, mit einem großen Saal im Erdgeschoss und zwei flexibel nutzbaren Gruppenräumen im Obergeschoss. Eine Glasfassade soll das Gebäude optisch in den Platz integrieren.

Geschätzte Kosten von 1,2 Millionen Euro

Die Kosten werden auf etwa 1,2 Millionen Euro geschätzt, von denen ein Großteil von der Diözese Rottenburg-Stuttgart übernommen werden soll, so dass die Kirchengemeinde laut Wachter „noch recht gut wegkomme“. Ob mit dem dem Baubeginn weiterhin für Anfang 2025 geplant werden kann, wollte Moser nicht sagen.