Gespannt lauschen Theodora Fattler (links) und Pfarrer Andreas Treuer (rechts) den Ausführungen des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Gerold Sandner zum Haushalt der Kirchengemeinde Maria in der Tanne.Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder Bote

Pfarrgemeinderat: Vorsitzender Gerold Sandner stellt Eckdaten vor / Klausurwochenende angedacht

Zur ersten Präsenz-Sitzung des katholischen Pfarrgemeinderats der Kirchengemeinde Maria in der Tanne hatte dessen Vorsitzender Gerold Sandner in den Pfarrsaal der Stadtkirche eingeladen, wo ausreichend Platz vorhanden war. Bei der Vorstellung des Haushalts war klar: Sparen ist angesagt.

Raumschaft Triberg. Allerdings verzichtete man aufgrund der Corona-Lage auf Publikum. Die vorige Sitzung sei am 8. Oktober 2020 gewesen, aus dem Protokoll dazu zitierte Sandner die wichtigsten Punkte.

Der Haushalt für die Seelsorgeeinheit war eines der wichtigen Themen auf der Agenda, betrifft er doch neben dem laufenden auch das Vorjahr. Vorausgeschickt – er weist noch immer "Löcher" auf. Für 2020 und 2021 gibt es die Möglichkeit, Schlüssel- und Aufstockungszuweisungen für finanzschwache Gemeinden beim Erzbischöflichen Ordinariat zu beantragen – für 2020 genehmigte das Ordinariat 16 348 und für 2021 15 549 Euro Zuschussmittel. Dies reiche aber bei Weitem nicht aus, um das operative Planergebnis auszugleichen, weshalb ein Antrag auf weitere Mittel aus dem Ausgleichsstock beantragt wurden – insgesamt knapp 129 000 Euro. Hier wurde der Seelsorgeeinheit für 2020 ein Zuschussbetrag in Höhe von 34 550 Euro zugesagt, für das laufende Geschäftsjahr noch einmal 77 605 Euro, darüber hinausgehende Defizite gingen zu Lasten des Eigenkapitals (1,18 Millionen Euro).

Anforderungen an ausgeglichenen Haushalt nicht erfüllt

Die Anforderungen an einen ausgeglichenen Haushalt seien laut Ordinariat nicht erfüllt. Nicht berührt seien die Kindertageseinrichtungen, die derzeit hinsichtlich der Kostenvereinbarungen auf aktuellem Stand lägen – dennoch müsse die Kindergartenfinanzierung immer wieder im Blick bleiben.

In den Blick rückte das Ordinariat jedoch zum einen den Gebäudebestand, der noch immer, trotz Verkauf des Triberger Mesnerhäusles (das deutlich zu hoch bewertet worden war und das nach dem Verkauf zu einem hohen Verlust in der Bilanz führt) noch immer zu hoch liege. Vorgesehene Investitionen (Neu- und Ersatzbeschaffung von beweglichen Vermögensgegenständen) müsse auf das unbedingt Erforderliche reduziert werden.

Zum anderen seien auch die Personalkosten zu hoch: Im Vergleich zum Haushalt 2018/2019 seien die Haushaltsstellen noch einmal um 0,2 Stellen erhöht worden, das seien 3,86 Stellen und mithin deutlich mehr als bei vergleichbaren Kirchengemeinden. Bei jeder Neubesetzung sei daher die Notwendigkeit zu prüfen, ob Stellenanteile zwingend wieder zu besetzen seien. "Ich denke, jede Arbeit ist ihr Geld wert und man sollte nicht immer mit dem Argument ›Ehrenamt‹ versuchen, Arbeit zu verbilligen", meldete sich dazu Pfarrer Andreas Treuer zu Wort.

Investitionen in Höhe von 634 088 Euro würden durch Eigenmittel von 106 214 Euro und Auflösung von Spenden (229 437 Euro) teilfinanziert. Erstmals würden auch bereits begonnene Maßnahmen dabei abgebildet in Höhe von 408 488 Euro (im Gesamtbetrag enthalten). In Summe seien die Investitionen durch Eigenkapital abgedeckt und somit finanzierbar, so Sandner.

Sparsames Wirtschaften erforderlich

"Den Verantwortlichen ist bewusst, dass eine sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung für eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung erforderlich ist, insbesondere auch vor dem Hintergrund, künftige finanzielle Handlungsspielräume zu bewahren", schloss Sandner.

Pfarrgemeinderatsmitglied Anja Finkbeiner sah zum einen die hohen Investitionen in eine immer leerer werdende Stadtkirche, die laut Treuer nicht einmal mehr zu den Hochfesten immer gefüllt sei und für deren Erhalt man eigentlich Obergrenzen an Investitionen festgelegt hatte. Zum anderen seien diese Investitionen bereits jetzt wieder deutlich höher. "Wir investieren zu viel Zeit und zu viel Geld in marode Häuser, statt in das Wichtigste, die Menschen und vor allem die Kinder", mahnte sie an. Man solle doch solche Häuser zumachen und verkaufen, wenn immer möglich. Und sich dafür wieder mehr dem Menschen zuwenden. Um so etwas ausführlich zu besprechen, sollte man aus ihrer Sicht Corona-konform ein Klausurwochenende planen. Angedacht wurde dazu das Schonacher Pfarrzentrum, da dort mehr Platz zur Verfügung stehe – Gerold Sandner will sich um einen Termin bemühen.

Der Haushalt wurde dennoch im vorliegenden Umfang beschlossen.

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