Seit 1893 ist die St.-Franziskus-Kirche, Heimat der Schwenninger Katholiken. Die sind jetzt aufgefordert am 30. März 2025 einen neuen Kirchengemeinderat zu wählen oder sich selbst zur Wahl zu stellen. Foto: Jochen Schwillo

„Komm – Mach mit“, lautet die Aufforderung der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Kirchengemeinderatswahl am 30. März 2025.

Auch in der katholischen Kirchengemeinde Schwenningen sind aus dem Kreis von über 7800 Wahlberechtigen Interessenten gesucht, die sich zur Wahl stellen, um sich künftig engagieren zu können.

 

Mit den Vorbereitungen in der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus – Mariä Himmelfahrt wurde im September begonnen. Ein erster Schritt war die Berufung eines Wahlvorstandes mit dem Vorsitzenden Andreas Schlenker, der Stellvertreterin Odile Alissa, der Schriftführerin Beate Noll und den Beisitzern Miriam Raudszus und Thaddäus Gollasch, der schließlich die Wahlhandlung leitet und das Wahlergebnis feststellt.

Erstmals findet die Wahl der Kirchengemeinderäte als Briefwahl statt. Die Wahlberechtigten können aber auch ihre Stimme im Wahllokal persönlich abgeben.

Sich einbringen

Stefan Erchinger, der gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Schwenningen, betont, dass in den nächsten Jahren es mehr denn je darauf ankommen, dass Menschen bereit sind, sich in den Gemeinden einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. „Eine aktive Mitgestaltung unserer Zukunftsprojekte könnte eine spannende Herausforderung sein sich als Kandidatin oder Kandidat für die Kirchengemeinderatswahl zur Verfügung stellen zu wollen“, rührt Erchinger die Werbetrommel. Denn bis zum 19. Januar 2025 muss die endgültige Kandidatenliste benannt sein.

18 Mitglieder

Der jetzige Kirchengemeinderat besteht aus 18 Mitgliedern. Diese Zahl wolle man auch für das neue Gremium übernehmen, so Erchinger. Er denkt, dass die Mehrzahl der jetzigen Mitglieder sich wieder zur Wahl stellen wird. „Ich weiß auch, dass es Menschen gibt die sich damit beschäftigen, neu für den Kirchengemeinderat zu kandidieren“, verrät Stefan Erchinger.

Viele Aufgabenfelder

Die Vielzahl der Aufgaben kann nur durch verschiedene Arbeitsgruppen geleistet werden. Dazu zählt einmal der gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeeinheit Neckar-Baar. Die Kirchengemeinderatsmitglieder können sich zudem aussuchen, wo sie sich engagieren. Sei es im Zukunftsausschuss, dem Jugendausschuss/Kinder – Jugend – Familien, dem Verwaltungsausschuss oder den Ausschüssen, die sich für die Kindergärten, der Liturgie, der Öffentlichkeitsarbeit und für die Veranstaltungen oder im Bereich Caritas und Soziales, wie auch im Ausschuss für Same oder für die Ökumene. In der jetzt bald endenden Vakanzzeit waren alle in der Kirchengemeinde, Haupt- wie Ehrenamtliche eindeutig mehr gefordert.

Tätigkeiten aufgeteilt

„Einzelne Tätigkeiten in der Verwaltung haben wir nach dem Abschied unserer Pfarrer Schulz und Schuhmacher aufgeteilt, etwa die Anordnung von Zahlungen, die außer von unserer Kirchenpflegerin Andrea Bartmann von Isabel Haas, Peter Hellstern und mir vorgenommen werden“, umschreibt Erchinger nur einen Teil seiner Aktivitäten in der Gemeinde. Viele Ehrenamtliche haben Verantwortung für bestimmte Aufgabengebiete übernommen – beispielsweise für die Kindergärten oder für die Jugendarbeit.

Gemeindereferentin Lucia Feuerstein und Diakon Christian Feuerstein haben, gemeinsam mit dem Administrator Pfarrer Albrecht Zepf und Pfarrer John Kannu Musa, die Aufgaben der Pfarrer in der Gemeindeleitung und im pastoralen Dienst übernommen.

Stefan Erchinger hat als gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderates die Wahlen für das neue Gremium mit vorbereitet. Foto: Jochen Schwillo

Stefan Erchinger selbst gehört dem Kirchengemeinderat seit 2005 an und durfte einige wichtige Projekte mittragen. Hierzu gehörte 2007 die Innenrenovierung der Mariä-Himmelfahrt-Kirche, 2010 der Zusammenschluss der Gemeinden Mariä Himmelfahrt und St. Franziskus, 2015 die neue Orgel St. Franziskus, ab 2016 das Familien- und Begegnungszentrum St. Elisabeth, 2021 die Schaffung der neuen Stelle des Jugend- und Familienreferenten und ab 2023 die neue Glocke für St. Franziskus und die Planungen für den Neubau der Pfarrwohnungen und des Gemeindehauses.

„Mit unseren großen Bauprojekten haben wir jetzt die Möglichkeit, unsere Gebäude und damit auch unsere Gemeinde mit Blick auf die nächsten 30, 40 oder auch 50 Jahre neu aufzustellen. Das ist eine große Herausforderung“, freut sich Stefan Erchinger auf die Aufgaben.

„Immer wieder werde ich gefragt, wie ich mich für die katholische Kirche mit all ihren Negativschlagzeilen engagieren kann. Meine Antwort ist immer die gleiche: Ich engagiere mich nicht für Rom oder Rottenburg, sondern für meine Gemeinde, in der ich lebe und in der ich groß geworden bin. Ich weiß, dass es anderen Kirchengemeinderäten ähnlich geht“, sagt Stefan Erchinger über seinen Beweggrund, sich auch künftig einbringen zu wollen.

Jahresbilanz

Veranstaltungen
Einmal im Jahr unterrichtet der Kirchengemeinderat über seine Arbeit. Am Samstag, 23. November, zum Ende des 18 Uhr-Gottesdienstes in Mariä Himmelfahrt und am Sonntag, 24. November, zum Ende des 11 Uhr-Gottesdienstes in St. Franziskus, wird Stefan Erchinger, der gewählter Vorsitzende des Kirchengemeinderates, den jährlichen Rechenschaftsbericht vortragen.