Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit treffen sich zum traditionellen Suppensonntag und zur Pfarrversammlung im Mariensaal. Foto: Anita Reichart

Beim Suppensonntag wurden Namen genannt. Auf die Katholiken kommen viele Änderungen zu und das schon bald.

Pastoral 2030. Ein Begriff, der für eine enorme Umgestaltung im Erzbistum Freiburg steht, für manchen Katholiken mit Ungewissheit verbunden ist und einen Zeitrahmen vorgaukelt, den es gar nicht gibt. Denn schon zum 1. Januar 2026 werden 36 Großpfarreien ihren Betrieb aufnehmen. Informationen zum Sachstand in Donaueschingen bot der traditionelle Suppensonntag im Mariensaal der Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit. Die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Marga Konn nannte neue Namen in der Leitungsstruktur.

 

Fabian Schneider kommt

Die Katholiken müssen sich nicht nur an neue Strukturen, sondern auch an ein neues Gesicht gewöhnen: Leitender Pfarrer der Großpfarrei Heilige Dreifaltigkeit Donaueschingen, mit der rechtlich eingetragenen Pfarrkirche St. Marien, wird ab 1. Oktober 2025 Fabian Schneider sein. Der 53-Jährige arbeitet aktuell in Bonndorf-Wutach. Stadtpfarrer Erich Loks und Leiter der Seelsorgeeinheit Donaueschingen könnte schon im Juni seine Pensionierung antreten, was im Alter von 70 Jahren ein normaler Vorgang sei, so Konn. Loks bleibe der Donaustadt aber bis zur Amtseinführung seines Nachfolgers erhalten.

Diese Gemeinden gehören dazu

Zur Großpfarrei gehören ab 2026 die Kirchengemeinden von Bad Dürrheim, Donaueschingen, Blumberg, Bräunlingen und Hüfingen, dazu kommen aus dem Kreis Tuttlingen die Kirchengemeinden Immendingen-Möhringen, Emmingen und Liptingen.

„Die Zuordnung hat nicht Freiburg vorgegeben, sondern wurde von den Pfarrgemeinderäten bestimmt“, erklärt die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende. Auch auf lokale Bezüge werde geachtet. Wenn ein Kind getauft wird, stünde dann trotzdem noch etwa die Sankt-Kilian-Kirche Wolterdingen in der Urkunde. Das neue Gebiet habe einen Durchmesser von etwa 70 Kilometern. Es sei ein „Wahnsinnsakt“, diese Aufgabe zu stemmen, sagt Konn.

Das Leitungsteam

Das Leitungsteam besteht aus vier Personen: Als stellvertretender leitender Pfarrer wird Karl-Heinz Brandel, derzeit noch in Blumberg, fungieren. Leitender Ökonom wird Mario Isele – er arbeitet aktuell noch bei der Verrechnungsstelle in Stühlingen. Zum Team gehört auch der theologische Referent Michael Schlegel, der seit 1. Januar 2025 mit 20 Prozent in Donaueschingen beschäftigt ist. Seit Jahresanfang ist außerdem Tanja Schemm als Social-Media-Beauftragte tätig.

Wahlen am 19. Oktober

Auch bei den Wahlen gibt es eine Änderung: Am 19. Oktober 2025 werden die Pfarreiräte gewählt. Die Bezeichnung Pfarrgemeinderat fällt weg. Was die Repräsentation in den Pfarreiräten anbelangt, hätten die Pfarrgemeinderäte unter verschiedenen Modellen wählen können, erklärte Pfarrer Erich Loks. Man habe sich für die Mischform entschieden. Jede der sieben Seelsorgeeinheiten hat je zwei garantierte Sitze. Pro angefangene 3000 Katholiken kommt ein weiterer dazu. Donaueschingen mit seinen acht Pfarreien und 9163 Katholiken ist also mit fünf Sitzen vertreten.

Marga Konn: Es braucht ein Umdenken

Wie sieht die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende diese Neuerungen? Es werde einen Umbruch geben, und es brauche sicher Zeit, bis alles seinen geregelten Gang geht. Vieles sei schon gut vorbereitet worden, „einiges steckt noch in den Kinderschuhen“, sagt Marga Konn. „Ich sehe positiv in die Zukunft, was die Großpfarrei angeht. Es wird Möglichkeiten geben, Neues zu gestalten. Es braucht Vertrauen der einzelnen Gemeinden zueinander, ein gemeinsames Ziel und das Bewusstsein, dass wir unsere Kirche im Sinne Jesu Christi gestalten.“ Sicherlich werde auch ein Umdenken in den Köpfen stattfinden müssen. Nicht alles könne von Pfarrern und pastoralen Mitarbeitern geregelt werden. Der Weg führe hin zu einer Gestaltung der Kirche durch engagierte Christinnen und Christen vor Ort.

Aus 224 werden 36

Großpfarreien
Die Kirchenentwicklung 2030 in der Erzdiözese Freiburg hält die Seelsorgeeinheiten schon längere Zeit in Atem. Die Struktur der Diözese wird sich ändern: Die 26 Dekanatsverbände werden aufgelöst. Statt der bisherigen 224 Seelsorgeeinheiten/Kirchengemeinden gibt es dann nur noch 36 Großpfarreien/Kirchengemeinden.