Das neue Angelika-Wössner-Stift in der Stuttgarter Straße ist ein Hingucker. Foto: KIAG

Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude durchzieht die Zimmer. Am Montag ging es von der Holzhauser Straße in das neue Angelika-Wössner-Stift in der Stuttgarter Straße. Und damit beginnt eine neue Ära.

Familienmitglieder, Angehörige, Pflegedienstmitarbeiter des Katharinenstifts und des DRK Sulz packen Kleider und liebgewonnene Erinnerungen ein.

Seit mehr als 65 Jahren hat der Hilfsverband Katharinenstift in der Holzhauser Straße pflegebedürftige Menschen versorgt. Das Haus stand unter der Leitung von Cornelia Bitzer-Hildebrandt und Andrea Locher.

Im neuen Domizil in der Stuttgarter Straße warten neben den Bauherren Raphael und Peter H. Kemmer auch das Team der curage Betriebs GmbH & Co. KG Sulz um Marc Wilms und Peter Hirsch auf die Gäste im neuen Haus.

Neues und Bekanntes

Viele neue Eindrücke werden erleichtert durch gewohnte Eindrücke. Die Heimleiterin Andrea Locher sowie die Pflegedienstleiterin Nadine Reisacker und deren bisherige Kolleginnen und Kollegen, wurden vom neuen Träger übernommen und so ergänzt sich für die Bewohner Neues mit Bekanntem.

Die 60 Zimmer sind hell und freundlich möbliert und jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad. Jeweils 15 pflegebedürftige Bewohner leben in einer Wohngruppe mit eigenem Wohn- und Aufenthaltsraum. Geschmackvolle Möbel schaffen eine heimelige Atmosphäre.

Modernes Betriebskonzept

Das moderne Betriebskonzept des Trägers lässt den Bewohnern ein Höchstmaß an Eigen- und Selbstständigkeit und dennoch bleiben Sicherheit und Versorgung gewährleistet. Neben den für einen Pflegebetrieb notwendigen Funktionsräumen gibt es im Erdgeschoss den Angelika-Wössner-Saal. Die Einrichtung dieser Begegnungsstätte wurde von der Angelika-Wössner-Stiftung mit einer großzügigen Spende mitfinanziert.

Das DRK bringt die Bewohner zu ihrer neuen Adresse. Foto: KIAG

Ergänzt wird das Ensemble mit einer Tagespflege- und Sozialstation, welche ihren Betrieb mit der Fertigstellung der 44 barrierefreien Seniorenwohnungen sowie dem Mitarbeiter-Haus für fünf Wohngemeinschaften aufnimmt.

Wunsch in Testament verewigt

Die gesamte Idee der Einrichtung an der Stuttgarter Straße geht auf einen testamentarischen Wunsch der 2017 verstorbenen Sulzer Grand Dame Angelika Wössner zurück. Der Stuttgarter Rechtsanwalt und Notar Rudolf Bezler und der Testamentsvollstrecker Werner Merz haben sich 2018 an Peter H. Kemmer von der Stuttgarter KIAG Grundbesitz GmbH gewandt. Die KIAG ist ein auf Pflegeeinrichtungen spezialisierter Projektentwickler und Maßnahmeträger.

Zukunftsweisendes Projekt

Der KIAG war daran gelegen, auf dem ehemaligen Betriebsstandort der Wössner-Möbelwerke ein ganz besonderes und zukunftsweisendes Projekt zu konzipieren. So wurde zusammen mit den Holzbauspezialisten um Siegfried Kohler und Marcel Rudigier beim österreichisch-schweizerischen Firmenverbund oa.sys und Blumer-Lehmann ein Hybridbau entwickelt, der sich an den Hang oberhalb der Stuttgarter Straße schmiegt.

Neben einer Holzpelletheizung und einer PV-Anlage auf allen Dächern wurde die Bernhardsquelle neu gefasst und sorgt für das natürliche Brauchwasser und zusätzlich für eine adiabatische Kühlung des Aufenthaltsraumes im Innenhof.

Vollständiger Bezug Ende des Jahres

Damit erfüllt die Einrichtung die Vorgaben eines ESG-Nachhaltigkeits-Investments und zeigt seinen außergewöhnlichen ökologischen Fußabdruck. Dies war insbesondere auch ausschlaggebend für die Real Blue Kapitalverwaltungs-GmbH, sich frühzeitig das Gesamtprojekt als Investment für ihren institutionellen Anlagefonds zu sichern.

Die Beteiligten gehen davon aus, dass das gesamte Ensemble in den nächsten Wochen fertiggestellt und bis zum Jahresende vollständig bezogen sein wird.