1200 Schüler aus Schulen des Markgräflerlands erfuhren beim Katastrophenschutztag in Neuenburg Wissenswertes über die Aufgaben der Hilfsorganisationen.
Es war eine beeindruckende Veranstaltung, die von der Bad Krozingerin Isa Federer im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes organisiert worden war. Die 39-Jährige ist aktives Mitglied der Bad Krozinger Feuerwehr und der Isar Germany, einer Organisation, die zu Auslandseinsätzen mit Bergungshelfern und Rettungshunden entsandt wird.
Federer hatte bereits vor der ersten Auflage im vergangenen Jahr die Idee zu dem gemeinsamen Katastrophenschutztag, arbeitete dazu ein Konzept aus und verwirklichte es erfolgreich unter dem Dach des DRK-Kreisverbands Müllheim – in unzähligen Vorbereitungsstunden, Organisations- und Planungsgesprächen, natürlich rein ehrenamtlich.
Zurück zum Katastrophenschutztag: Er steht eigentlich verpflichtend im Lehrplan aller sechsten Klassen in Baden-Württemberg. Das bedeutet, die Schulen müssten sich selbst darum kümmern, örtliche Feuerwehren, Rettungsdienste und andere Organisationen ansprechen. „Das geschah wohl in der Vergangenheit oft, allerdings endete das meist mit Absagen“, berichtete Federer aus Gesprächen mit Repräsentanten verschiedener Schulen, die sie einst bei einer Schulungsveranstaltung zum Schulsanitätsdienst des DRK kennengelernt hatte. „Da hatte ich die Idee für einen ortsübergreifenden Katastrophenschutztag mitten im Markgräflerland gleich für viele Schulen“, erinnerte sie sich.
Waren es bei der Premiere im vergangenen Jahr in den Neuenburger Rheingärten noch etwa 800 Schüler, so stieg die Schülerzahl aktuell auf 1200 Schüler, die aus Neuenburg (Mathias-von-Neuenburg-Schule und Kreisgymnasium), von der Schliengener Hebelschule, von der Max-Planck-Schile und vom Kreisgymnasium aus Bad Krozingen, von der Adolph-Blankenhorn-Gemeinschaftsschule und von der Alemannen-Realschule aus Müllheim kamen.
Realitätsnahe Einsatzszenarien
„Die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen war richtig gut“, erzählte Isa Federer. Es war gelungen, mit altem Baumaterial wie Betonrohren und anderen Bauteilen sowie gerodeten Bäumen aus einer Hochwasserschutzmaßnahme realitätsnahe Einsatzszenarien darzustellen, bei denen den Schülern die einzelnen Aufgaben und – das war den Organisationen sowie Hauptorganisatorin Federer sehr wichtig – die Zusammenarbeit gezeigt wurden.
Am Kran des Technischen Hilfswerks aus Müllheim wurden Rettungskräfte der Isar samt Rettungshund abgeseilt, die Bad Krozinger Feuerwehr zeigte die Menschenrettung aus zwei Unfallautos, die „geretteten Opfer“ wurden vom DRK-Rettungsdienst versorgt.
Die weitläufigen Rheingärten ließen viele Darstellungen und Informationsmöglichkeiten zu. Die Neuenburger Feuerwehr stellte ihr Gerät vor und zeigte, worauf es bei einem Hochwassereinsatz ankommt, die Bad Bellinger Wehr simulierte mit einer Nebelmaschine in einer Zeltkonstruktion einen Brand im Eisenbahntunnel und die DLRG stellte ihre Arbeit bei der Wasserrettung vor. Gezeigt wurden auch die neuen Hochwasserboote des Landkreises.
„Überwältigende“Rückmeldungen
Und an einem „Lebensmittelgeschäft“ konnten die Schüler praxisnah erfahren, welche Lebensmittel sinnvollerweise auf Vorrat im heimischen Keller gelagert werden sollten. „Nicht jedes Lebensmittel ist sinnvoll, besonders, wenn der Strom ausfällt“, betonte Federer.
Dazu hat sie auch eigenes Anschauungsmaterial in Form einer Karte entwickelt, die altersgerecht mögliche Gefahren und Probleme im Katastrophenfall und die daraus resultierenden Folgen vermitteln sollen.
„Die Rückmeldung von den Lehrern und Schülern war wieder überwältigend“, freute sich Federer und sieht das auch als Anerkennung für die beteiligten Organisationen.
Wünschenswert wäre laut der Organisatorin, wenn sich die Kommunen, aus denen die Schulen anreisen, auch an den Kosten beteiligen würden: „Bisher wird der Katastrophenschutztag aus Spenden und von der Stadt Neuenburg finanziert“, erzählte sie.