Nicht nur durch die Eschach droht in Dunningen Gefahr bei Starkregen. Auch innerörtlich gibt es Gefährdungsbereiche. Die Bereiche sind aus der mittlerweile erstellten Überflutungskarte ersichtlich. Foto: Weisser

Spätestens nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal ist der Hochwasserschutz in der Priorität überall nach oben geschnellt.

Dunningen  - Die Gemeinde Dunningen hat bereits 2019 das Büro BIT Ingenieure im Rahmen des Kommunalen Starkregenrisikomanagements mit Untersuchungen zur Auslotung von möglichen Vorsorgemaßnahmen bei Starkregen beauftragt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte ein Vertreter des Ingenieurbüros dem Gremium den aktuellen Sachstand.

Es handle sich um einen Zwischenstand, konkrete Ergebnisse lägen noch keine vor, machte Bürgermeister Peter Schumacher vorweg deutlich. Er betonte, dass das Land 70 Prozent der Kosten für das empfohlene Starkregenrisikomanagement übernehme. Mit diesem Instrument sollen einmal Gefährdungspotentiale durch Starkregen erkundet, wie auch Konzepte für die kommunale Vorsorgeplanung erstellt werden. Dass Starkniederschläge von kurzer Dauer und hoher Intensität auch fern von Gewässern immer mehr große Schäden verursachten, sei bewiesen, hieß es.

Der Hauptinhalt des Starkregenrisikomanagements bestehe darin, so die Verwaltung, neben den bestehenden Hochwassergefährdungen, die von ausufernden Gewässern ausgehen, auch mögliche innerörtliche Problembereiche bei Starkregen zu ermitteln. Die Untersuchungen bestünden aus den drei Phasen "Gefährdungsanalyse", "Risikoanalyse" und "Handlungskonzept".

Der erste Schritt, die Gefährdungsanalyse, sei nun abgeschlossen, erklärte Diplomhydrologe Peter Neff. Er berichtete, dass bei der Überflutungsberechnung Gewässer sowie das Kanalnetz nicht berücksichtigt würden. Man nehme an, die gesamten Wassermengen flössen oberflächlich ab. Mit diesen "Worst-Case-Szenarien" wolle man bisher noch nicht bekannte Problempunkte aufdecken.

Neff präsentierte den Ratsmitgliedern und zahlreichen Zuhörern die erstellten Überflutungskarten. Diese seien Grundlage für die weiteren Arbeiten. Erklärtes Ziel: Bereits im Vorfeld eines solchen Ereignisses sollen Gemeinde wie auch die Bürger Strategien und konkrete Vorbereitungsmaßnahmen erarbeiten. Gemeinderätin Inge Erath wies auf die Bedeutung der gewonnenen Erkenntnisse hin. Ihre Ratskollegin Simone Spengler sprach von einer "kommunalen Bringschuld". Die Gemeinde müsse die Bürger hinsichtlich der Gefährdung bei Starkregen informieren.

Auch der Standort des Dunninger Feuerwehrhaus befinde sich im Gefährdungsgebiet, erinnerte Helmut Faller. Laut Neff müssten sämtliche kommunale Einrichtungen in die Untersuchungen einbezogen werden.