Das Runde wollte beim VfL Nagold einfach nicht ins Eckige: Hier versucht sich Marius Hogg per Kopf – kein Problem für Croatia-Goalie Ante Glibo. Foto: Albert M. Kraushaar

Sein Waterloo erlebte der VfL Nagold zu Hause gegen Croatia Reutlingen. Während die Gäste eiskalt bleiben, läuft bei den Platzherren nichts zusammen.

Im Fußball entscheiden die Tore, da nutzt es wenig, wenn die Zuschauer dir mehr Ballbesitz, mehr Spielanteile und mehr Torchancen bescheinigen. „Ich glaube, das wird heute ganz eng für den VfL Nagold“, lautete der erste Eindruck von Frank Gaberschek (SV Deckenpfronn) nach der Gästeführung durch Vincenzo Giambrone (20.).

 

Vor dem Croatia-Kapitän war im Vorfeld ausdrücklich gewarnt worden, geholfen hat es indessen nichts. „Die haben uns früh den Schneid abgekauft“, erklärte Marcel Schuon zur ersten Halbzeit – und zu den beiden Gegentoren: „Wir waren nicht einen oder zwei, sondern drei bis vier Schritte zu weit weg.“

Der Nagolder Coach war richtig unzufrieden mit der Vorstellung seiner Elf, die eigentlich in den letzten Wochen Selbstvertrauen getankt hatte: in der Defensive ohne Marc Rück ein echter „Wackelpudding“, im Mittelfeld stimmte ohne Johannes Fleischle die Zuordnung nicht, in der Offensive ohne Durchschlagskraft.

Sotirios Vassiliou bleibt eiskalt

Keine Frage: Nagold hatte mehr Spielanteile, aber die Kroaten waren wirkungsvoller. In der 29. Minute konnte ein Konter von Vincenzo Giambrone gerade noch gestoppt werden, in der 36. Minute hatte Ruben Nyanga die Chance zum 2:0, direkt vor der Pause kam nach unnötigem Ballverlust im Mittelfeld Frederic Fleischle gegen Sotirios Vassiliou zu spät.

0:2 zur Pause, Jan Beifuß blieb in der Kabine, für ihn kam der junge Tom Gutekunst für die Spitze, am Spielverlauf änderte sich nichts. Burak Tastan schoss viel zu hektisch über den Kasten, im Gegenzug passte Perparim Halimi nicht auf, Elias Bürkle war zu weit weg, und Vincenzo Giambrone konnte zum zweiten Mal (50.) zuschlagen.

Marcel Schuon stellt um

Nagold lag hoffnungslos zurück, dennoch nahm der VfL-Coach nur Johnny Rothfuß vom Platz, für ihn kam Marius Hogg an die Seite von Fabian Mücke in die Innenverteidigung, Elias Bürkle rückte in die Spitze.

Tore wollen nicht fallen

Die Nagolder Spielanteile wuchsen, nur die Effekte – sprich Tore – blieben aus. In der 53. Minute verpassten Tom Gutekunst und Ruben Cinar, dann entschärfte Anle Glibo eine missglückte Rauser-Flanke im Nachfassen (57.). Nach gut einer Stunde fehlte es Panagiotis Karypidis wieder einmal am Durchsetzungsvermögen.

Als Perparim Halim eine gute Kopfballchance über das Tor gezogen hatte (64.), begann sich die Prognose von Marcel Schuon („Wir können heute noch drei Stunden Fußball spielen und treffen kein Tor“) zu bewahrheiten.

VfL arbeitet am Anschlusstreffer – vergebens

Auf der Gegenseite hatte Enrico Cozzi bei einem der wenige Konter (67.) das 4:0 auf dem Fuß. Dennoch arbeitete der VfL am Anschlusstreffer, doch der Croatia-Torhüter lenkte einen Bürkle-Kopfball noch an die Latte (73.), kurz danach verpasste Burak Tastan (79.). Was dem VfL nicht gelang machten die Gäste im Gegenzug mit einem satten Schuss ins lange Eck zum 4:0 durch Vincenzo Giambrone (81.) besser.

Knapp am 0:5 vorbei

Das Nagolder Heimdebakel war perfekt. Dass Glibo einen Schuss vom eingewechselten Johannes Fleische per Reflex klärte (86.) und anschließend gleich drei gute Möglichkeiten geblockt wurden, passte ins (Tages-)Bild. Nicht gepasst hat es beim eingewechselten Ivan Krajinovic, der hätte in der Schlussminute noch das 5:0 für die Gäste erzielen müssen – aber das wäre dem Guten zu viel gewesen.

Das sagt Macel Schuon

Marcel Schuon (VfL Nagold): „Heute hat es von A bis Z nicht gepasst. Wir haben nichts auf den Platz gebracht. Durch die Niederlage sind die Siege in Pfullingen und Empfingen für die Katz.“

Das sagt Patrik Androsevic

Patrik Androsevic (SV Croatia Reutlingen): „Das Spiel war bei Weitem nicht so deutlich, wie es das Ergebnis aussagt. Wir waren heute die effektivere Mannschaft, haben die Tore kurz vor und kurz nach der Pause zum richtigen Zeitpunkt gemacht, hinten raus hat unser Torhüter super ein Zu-null gehalten, die Elf hat sich bei jeder guten Aktion zusätzlich gepuscht.“

VfL Nagold – SV Croatia Reutlingen 0:4 (0:2)

VfL Nagold: Mario Bozic (Tor) – Frederic Fleischle, Jonny Rothfuß (58. Marius Hogg), Perparim Halimi, Fabian Mücke (82. Johannes Fleischle), Elias Bürkle, Ruben Cinar, Burak Tastan, Jan Beifuß (46. Tom Gutekunst), Panagiotis Karygidis (68. Niklas Watzl).

Tore: 0:1 Vincenzo Giambrone (20.), 0:2 Sotirios Vassiloui (45.), 0:3 Vincenzo Giambrone (50.), 0:4 Vincenzo Giambrone (81.).

Schiedsrichter: Marvin Heinrich (St. Märgen) – Tobias Dittmar, Ingo Joachimsthaler.

Zuschauer: 80.