Kirchenmusikerin Patricia Ott gelang mit zwei Kollegen ein begeistert gefeiertes Programm mit klassischen Werken. Johanna Keupp-Kosbahn überzeugte als Flötistin und Mezzosopranistin. Am Ende stimmte das vergnügte Publikum selbst mit ein.
Ein wahrhaftiger Hörgenuss hat sich laut einer Mitteilung der Cappella Musciale, Kirchenchor der Pfarrei heilige Dreifaltigkeit, den Zuhörern im gut besuchten Marienhaus geboten. Patricia Ott, seit gut einem halben Jahr Kirchenmusikerin in der Pfarrei Heilige DreifaltigkeitDonaueschingen, führte in das vielfältige und anspruchsvolle Konzertprogramm ein.
Mit Musikerkollegen aus ihrem früheren Wirkungskreis in München, der Flötistin und Mezzosopranistin Johanna Keupp-Kosbahn und dem Bariton Philipp Maas, arrangierte Ott ein einzigartiges Musiker-Ensemble, das ein ebenso vielfältiges wie sommerlich erfrischendes Programm darbot. Sie begleitete alle Werke am Klavier und zeigte dabei einmal mehr ihr Ausnahmetalent, auch als Pianistin.
Das Konzert begann mit dem Rondo in e-Moll für Flöte und Klavier von Franz Xaver Mozart, dem jüngsten Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart, wobei die Flötistin gleich den umfassenden Klangreichtum ihres Instruments zum Ausdruck brachte. Aufgrund seines großen Reichtums an Melodien und seiner ruhig ausschwingenden Moll-Dreiklänge wird dieses schöne Werk von Flötisten besonders geschätzt.
Verliebter Schumann
Die Flötistin wechselte nun zum Gesang mit dem Bariton Philipp Maas im Duett „Zu den Bergen“ von Peter Cornelius. Dieses Werk wurde von beiden Solisten in strahlender Harmonik und Klangreinheit vorgetragen. Es folgte der Sologesang „Dichterliebe“ von Robert Schumann. Dieses Werk besteht aus einem Zyklus von 16 romantischen Liedern, die Schumann aus den Gedichten von Heinrich Heines „Lyrischem Intermezzo“ 1840, seinem so genannten Liederjahr, vertont hat. Es zählt zu einem der romantischsten Werke überhaupt. Aus den Liedern und Melodien ist unschwer zu erkennen, dass Schumann wohl selbst auch verliebt war; schließlich hat er in diesem Jahr Clara Wieck geheiratet.
Bariton mit großer Bandbreite
Der Bariton bestach bei diesem Stück mit seiner ausdrucksreichen und klaren Stimme unter Ausnutzung seiner beträchtlichen stimmlichen Bandbreite. Hierbei verstärkten sich Gesang und Klavier synergistisch, sie durchdrangen sich gegenseitig und ließen auch noch Raum für ausgedehnte Nachklänge des Klaviers – es wurden wunderbare Emotionen für die Hörer nachvollziehbar.
Hinreißend schön
Es folgte als Solo die Arie „Voi che sapete“ des Cherubino, einem verliebten Pagenjungen aus Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“, von der Mezzosopranistin in einer hinreißend schönen Darbietung gesungen.
Die Sängerin überzeugte dabei in ihrem lyrischen Fach mit abgerundetem Timbre und gleichwohl klanglich agil und virtuos. Ein weiteres berühmtes Solo folgte mit der Habanera „L'amour est un Oiseau Rebelle“ aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet.
Raum für Emotionen
Johanna Keupp-Kosbahn interpretierte diese Carmen mit ihrem beachtlichen stimmlichen Umfang, mit deren ureigenen, ausgeprägten emotionalen Elementen, wie Leidenschaft, Stolz und Provokation, dabei besonders zart beim Anfang im Pianissimo und in der Intensität steigernd bis zum triumphalen Schlussakkord. Es folgten drei in lyrischer Schönheit und anmutiger gegenseitiger Gestik vorgetragene Duette mit Bariton und Mezzosopran von Johannes Brahms „Es rauschet das Wasser“, „Da unten im Tale“ und „Mein Mädel hat einen Rosenmund“.
Zugabe gefordert
Zum Abschluss wechselte Johanna Keupp-Kosbahn nochmals zur Flöte mit dem ersten Satz „Allegro“ aus der Sonate in B-Dur KV 454 von Mozart. Nach einem überwältigenden Hörgenuss forderten die begeisterten Zuhörer mit angemessenem Beifall eine Zugabe von diesem musikalisch so überzeugenden Trio aus Flöte und Mezzosopran, Bariton und Klavier. Dem wurde Genüge getan mit einem weiteren Gesangsduett, das sehr passend als Abschluss dieses Konzerts mit „Leichterer Muse“ fungierte: „La ci darem la mano“ aus Mozarts berühmter Oper „Don Giovanni“.
Liedzettel für die Zuhörer
Für eine weitere Zugabe teilte Patricia Ott Liedzettel mit „Erlaube mir, fein’s Mädchen“ von Johannes Brahms aus „Zwölf deutsche Volkslieder“, aus und das beglückte Publikum stimmte gerne vergnügt und klangvoll in das Duett mit ein. Mit Eiskaffee und Brause konnten die begeisterten Zuhörer das Konzert im Mariengarten beim geselligen Austausch ausklingen lassen.
Die Kirchenmusikerin
Patricia Ott ist seit Dezember 2023 Kirchenmusikerin in der katholischen Seelsorgeeinheit Donaueschingen, also den Pfarreien St. Johann und St. Marien. Sie spielt dort die Orgeln und leitet auch die Kirchenchöre. Patricia Ott ist Schweizerin, sie ist in Luzern geboren. Sie ist seit ihrem Abitur im Jahr 1994 und ihrem danach gestarteten Studium der katholischen Kirchenmusik an der Musikhochschule Luzern, wo sie die Studiengänge Chorleitung, Konzertfach Orgel und künstlerisch-pädagogisches Diplom in Klavier abgeschlossen hat, hauptberuflich als Kirchenmusikerin tätig – zunächst in Luzern, dann in Zürich St. Franziskus. 2011 zog sie nach München. Im multikulturell geprägten Stadtteil Neuperlach wirkte sie in zwei Pfarreien.