Der Zauberkünstler Woga (Wolfgang Geistert) setzte sowohl bei der Kinder- als auch bei der Erwachsenenaufführung den Startschuss und zog auch das Publikum mit ein. Hier ließ er ein zerschnittenes Seil wie von Geisterhand wieder zusammenwachsen. Foto: Decoux

Fünf Zauberkünstler aus Freiburg führten im Ettenheimer Kulturkeller allerlei Illusionen auf. Dabei brachten sie auch misstrauische Zuschauer zum Staunen.

Gleich mit zwei magischen Vorstellungen wurde das Publikum im Kulturkeller der Winterschule (KKW) am Martinimarkt-Wochenende im wahrsten Wortsinne verzaubert. Erst Kinder, später Erwachsene: Gleichermaßen wurde vergeblich gerätselt, wie die verblüffenden Zaubertricks funktionieren.

 

Vom Freiburger „Magischen Zirkel“ waren gleich fünf Zauberer angereist, um nacheinander für ungläubiges Staunen und Kopfschütteln zu sorgen. Mehrere Dutzend Kinder füllten mit ihren Eltern dazu den KKW-Gewölbekeller komplett. Zum Einstieg verblüffte Woga (Wolfgang Geistert) mit unerklärlich irrig wechselnden Lichtern einer Verkehrsampel samt pädagogischem Effekt, oder auch einem unsichtbar umhergezaubertem Hühnerei.

Der Jamaika-Zauberer (Jörg Reiser) ließ ebenso kindgerecht aus leeren Röhren auf rätselhafte Weise diverse Mini-Tiere eines Bauernhofes erscheinen, während Carlo (Horst Struzyna) seinem Hand-Flachofen Papp-Pizzas entnahm, ihre Beläge dabei auf Zurufe unerklärlich passend wechselnd. Der Zauberpirat (Carl Raist) ließ anschließend Kinder nicht nur auf magische Weise Farben in ein zuvor nur schwarz-weißes Bilderbuch hinein- und wieder herausdenken, sondern verblüffte überdies auch versierte und besonders genau hinschauende Erwachsene mit einem scheinbar echt zum Schweben gebrachten Tischlein.

Die Zauberer beziehen das Publikum mit ein

Wie kann das bloß funktionieren? Das fragte sich bei der Abendvorstellung dann auch das ältere Publikum beim ebenfalls von Filou (Manfred Urban) moderiertem magischen Programm vergeblich. Da begeisterte zum Einstieg Woga mit mehrfach zerschnittenem und plötzlich wieder zusammengefügtem Seil, von unerklärlichen plötzlichen Entknotungen mal völlig abgesehen. Filou verblüffte zwischendurch mit Gedankenübertragungen vermittelten Zahlenkarten, bevor Carlo eine von der besonders kritischen Zuschauerin Claudia gezogen und beiseite gelegte Spielkarte nicht nur im Stapel wieder fand, sondern die auch noch zusätzlich in vergrößerter Form parat hatte. Ein anderer Gast fand seinen skeptisch hergegebenen Fünf-Euro-Schein mit gemerkter Seriennummer schließlich unerwartet ganz woanders wieder als gedacht.

Es geht auch mal etwas schief

Nach verdienter Pause schrieb Filou ein magisches Zahlenquadrat mit der ihm zugerufenen Zahl 42 auf – quer, längs und diagonal immer mit der entsprechenden Summe. Nur wenige Mathematikprofis kennen den logischen Kniff dazu, der dennoch schnellste Rechnungskünste erfordert. Dem Zauberlehrling (Bernd Schindler) gelang es hingegen nicht, sich mit einem um den Hals geknoteten Seil beim finalen Zug daran erwartungsgemäß die Luft abzudrehen – denn da löste sich der sichere Knoten.

Küchengerät wird zu Gedankenlesemaschine

„Ich mache das erst seit 70 Jahren“, scherzte er und begeisterte anschließend mit einer japanischen Tatami-Matte, die er in Sekundenschnelle erzählerisch etwa in Regenbogen, Brücke, Angel, großen Fisch oder gar einen beeindruckenden Trauerweidenzweig verwandelte. Klar ist: Dazu braucht es größte Fingerfertigkeit.

Der Zauber-Pirat ermittelte hingegen per reiner Geisteskraft und einem handbetriebenen Küchenquirl als Gedankenlesemaschine ein ausgesuchtes Reiseziel der Besucherin Christel. Es war Lissabon. Der Jamaika-Zauberer (Jörg Reiser) hat indes die Karibik-Insel zu seinem bevorzugten Reisethema gemacht, offensichtlich aufgrund seiner Herkunft. Aus zerschnittenen Seilstücken und Stofffetzen zauberte er die dann bestens verknotete jamaikanische Nationalflagge. Von freiwilliger Birgit erbat er dann leihweise deren Ehering. Erst war der mal weg, dann fand er sich unerklärlicherweise im letzten von fünf ineinander verschachtelten, verklebten und dann einzeln ausgepackten Päckchen wieder.

Nach langem Schlussapplaus gab’s noch eine Zugabe, bei der aus einem eingewickeltem Löffel plötzlich eine Gabel wurde. Da hätte nur noch Uri Geller zum Verbiegen gefehlt.