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Karlsruhe Erster Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg

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Im ersten Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg wird eine Schale gezeigt, in der sich Utensilien für den intravenösen Drogenkonsum befinden. Foto: Uli Deck/dpa

Karlsruhe - Ein langer metallener Tisch, davor vier apfelgrüne Plastikstühle, über jedem Platz ein Spiegel und rechts davon je eine angekettete Schere - der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg ist simpel eingerichtet, hell und sauber. Am Freitag (11.00 Uhr) wird er in Karlsruhe eröffnet.

Abhängige sollen in Zukunft hierher kommen können, um unter hygienischen Bedingungen selbst mitgebrachte Suchtmittel einzunehmen. Mit den Scheren können die Besucher eingewickelte Rauschmittelportionen öffnen, erklärt Sozialarbeiter Eric Kramer. Im Spiegel können sie Venen an ihrem Hals finden. Daneben stehen den Abhängigen allerlei Utensilien zur Verfügung: Von Spiegelchen, Karte und Röhrchen zum Kokain-"Schnupfen" bis zu Löffel, Feuerzeug und Zitronensäure-Kapsel zum Aufkochen von Heroin. Einzig sein Rauschmittel muss sich jeder selbst mitbringen.

Mit der Einrichtung in Karlsruhe öffnet der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg. Bundesweit gibt es bereits zwei Dutzend solcher Räume in sechs Bundesländern (Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland). Nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) können Drogenkonsumräume zugelassen werden, sofern das Land eine Verordnung erlässt. In der grün-schwarzen Landesregierung war die Einrichtung allerdings heftig umstritten. Bedenken gab es besonders von der CDU-Landtagsfraktion und dem CDU-geführten Innenministerium. Im vergangenen März gab das Kabinett der Verordnung dann grünes Licht.

Die neue Einrichtung in Karlsruhe befindet sich direkt neben einem schon bestehenden Kontaktladen für Suchtkranke. Betreiber ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Wer den Drogenkonsumraum nutzen will, muss zu einem Erstgespräch gehen und eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben. Bis zu vier Abhängige gleichzeitig können hier ihre mitgebrachten Drogen einnehmen. Vor Ort sind immer auch eine Sozialarbeiterin und ein Krankenpfleger, erklärt Petra Krauth, Leiterin des Kontaktladens. Es gibt strenge Hygienevorschriften und Regeln. "Die sind das A und O", sagt Kramer. Wer sie bricht, bekommt Hausverbot. Nach dem Konsum können die Menschen in den Aufenthaltsraum im Kontaktladen nebenan gehen.

Die Menschen in ihrer Kontaktstelle hätten unterschiedlich auf die Pläne des Raums reagiert, sagt Krauth. "Gestern waren welche bei uns, die gleich rein wollten." Es gebe aber auch Skeptiker, die Angst hätten, vor dem Gebäude direkt von der Polizei abgefangen zu werden. Dass das nicht passiere, sei aber eng abgesprochen. Anwohner und Gaststättenbetreiber in der Nachbarschaft und zwei nahe gelegene Schulen seien ebenfalls im Vorfeld informiert worden. Von ihnen habe sich aber keiner gegen den Drogenkonsumraum gewehrt. Zur Eröffnung am Freitag wird neben Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) auch Sozialminister Manne Lucha (Grüne) erwartet.

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