Die „PTA des Jahres“ Karen Faisst mit ihrem Pokal neben Christoph Klumpp, Inhaber der Nordstadt-Apotheke Foto: Niklas Ortmann

In der Corona-Pandemie hatte Karen Faisst die Freude an ihrem Beruf verloren – jetzt ist sie Deutschlands „PTA des Jahres 2025“.

Vielleicht war es ihre Ehrlichkeit, die Karen Faisst letztlich den großen Erfolg brachte. Denn in ihrer Bewerbung für den Wettbewerb „PTA des Jahres“ erläuterte die 34-Jährige nicht nur, was ihr an ihrem Beruf als pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) Spaß macht und was sie gut kann – nämlich Kunden zu beraten und dabei mit Wissen und Menschlichkeit zu glänzen. Das macht sie in der Nordstadt-Apotheke schon seit fast zwölf Jahren.

 

Gefragt nach ihrem größten Erfolgserlebnis als PTA, spricht Faisst offen über eine dunkle Zeit in ihrem Berufsleben – in der Bewerbung für den Wettbewerb wie auch im Gespräch mit unserer Redaktion. Es war die Corona-Pandemie, die Faisst ans Ende ihrer Kräfte brachte und ihr die Freude an ihrem Beruf nahm, die sie sonst immer versprühte.

Denn in dieser Zeit wurden die Apotheken geradezu überrannt – und die Angestellten mussten zusätzlich zu ihren gewöhnlichen Aufgaben Masken ausgeben, Corona-Tests vornehmen und Impfnachweise ausstellen. Für Faisst bedeutete das Überstunden ohne Ende. „Mein Leben bestand nur noch aus Apotheke.“ Und so kam der Punkt, an dem es ihr „den Boden unter den Füßen“ wegriss, wie sie eindrücklich schildert.

Gestärkt zurück

Doch aus diesem Tiefpunkt wurde schließlich ihr größtes Erfolgserlebnis als PTA: Sie entschied sich für eine Reha – und kehrte gestärkt in ihren Beruf zurück. „Das hat mir die Kraft gegeben, den Beruf, den ich eigentlich liebe, auch wieder mit Liebe auszuführen“, betont Faisst. Sie erkannte, dass sie neben der Gesundheit des Kunden auch auf ihre eigene Acht geben muss.

Und mehr als nur das: Seit wenigen Tagen ist Karen Faisst „PTA des Jahres 2025“. Der von „Pharma Privat“ veranstaltete bundesweite Wettbewerb hat zum Ziel, dem Beruf der PTA mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Faisst war über Instagram darauf aufmerksam geworden und hatte sich als eine von Hunderten PTAs aus ganz Deutschland beworben.

Großes Finale in Stuttgart

Im Juli erhielt sie dann die Nachricht, dass sie zu den zehn Finalistinnen zählt –und damit beim großen Finale in Stuttgart dabei ist. Dort zeigte sie ihr Können bei einem allgemeinen Wissenstest sowie Verkaufsgesprächen zu einem verschreibungspflichtigen und einem freiverkäuflichen Medikament, wodurch sie sich für die finale Prüfung qualifizierte, bei der es um die individuelle Herstellung von Arzneimitteln ging.

Bis zum Schluss herrschte Spannung. „Da dort zehn super PTAs stehen, rechnet man nicht damit, dass man gewinnt“, sagt Faisst. Bei der Siegerehrung war dann aber klar: Der Titel der „PTA des Jahres 2025“ geht nach Freudenstadt. Neben einem Pokal und Preisgeld gewann die Siegerin auch ein Event für ihre Apotheke. Das Gefühl, ganz oben zu stehen, beschreibt Faisst als „Überforderung, aber pure Glückseligkeit.“

Ob ihre Offenheit das Erfolgsrezept beim Wettbewerb war? „Der persönliche Aspekt spielt immer eine Rolle.“ Man müsse auch dazu stehen, dass man manchmal etwas nicht wisse. Es sei ihr nach wie vor wichtig, um Hilfe zu fragen, betont Faisst, die sich selbst als Teamplayerin bezeichnet.

Das würde ihr Chef Christoph Klumpp unterschreiben. „We are so proud“, steht auf Bildschirmen in der Apotheke, auf denen ein Foto von Faisst die Besucher anstrahlt – so wie sie es auch tut, wenn sie im Dienst ist. Die Freude an ihrer Arbeit ist längst zurück.