Der städtische Kindergarten Georg A. Brenner muss derzeit ohne Fußbodenheizung auskommen. Foto: Haas

Die Heizung im städtischen Kindergarten Georg A. Brenner ist kaputt – und das schon seit dem vergangenen Winter. Eine ehemalige Elternbeirätin erklärt, warum die Kinder aktuell frieren müssen.

Alpirsbach - Es ist ein Szenario, das man sich kaum vorstellen möchte: Frierende Kinder sitzen im Kindergarten mit kalten Händen und blauen Lippen. Sie tragen Mützen und dicke Pullover, weil die Fußbodenheizung endgültig kaputt ist. Und das, obwohl der Elternbeirat die Stadt immer wieder darauf hingewiesen hat, da die Heizung schon seit dem Winter 2021/22 nicht mehr richtig funktioniert.

Genau vor diesem Problem steht der städtische Kindergarten Georg A. Brenner, erzählt Lisa Haas. Sie war seit seiner Eröffnung Elternbeirätin des Kindergartens, jetzt ist Marina Petschl, die hinter dem Anliegen ihrer Vorgängerin steht, eine der aktuellen Elternbeiräte.

Heizung seit letztem Winter defekt

Immer wieder komme es zu Kommunikationsproblemen mit der Stadt, wie auch bei dem Problem mit der Heizung, so Haas. "Seit letztem Winter ist die Fußbodenheizung defekt", erzählt die Mutter. Die vorhandenen Nachtspeicheröfen heizen aufgrund ihres Alters oder falscher Einstellung nur unzuverlässig und schaffen es nicht, den gesamten Kindergarten aufzuwärmen, erzählt sie.

Die Stadt habe den Sommer verstreichen lassen, niemand habe sich für die kaputte Heizung zuständig gefühlt. "Es wäre eine Option gewesen, sich im Sommer während der Schließzeit darum zu kümmern." Das habe die Stadt allerdings verschlafen. Die Situation frustriert sie so sehr, dass sie sich an unsere Redaktion gewendet hat.

Die einzige Option sei nun, eine neue Heizung einzubauen, da die alte nicht mehr repariert werden könne. Haas befürchtet, dass das vor dem Winter nicht mehr realisierbar ist, schließlich gebe es Lieferschwierigkeiten und Handwerkermangel. Zudem seien die Kosten für eine neue Heizung nicht unerheblich. "Ob die Stadt diese Summe tatsächlich in die Hand nimmt und eine neue Heizung einbauen lässt, ist fraglich", sagt Haas.

Kinder spielen bei 13 Grad im Gruppenraum

"Aktuell sind die Temperaturen noch angenehm", so die ehemalige Elternbeirätin. Das ist aber nicht immer so gewesen: Im September habe es einen Temperatursturz gegeben. "Die Kinder und die Erzieherinnen saßen bei 13 Grad im Gruppenraum", berichtet sie. Von den Erzieherinnen sind die Eltern damals gebeten worden, ihre Kinder warm anzuziehen oder – wenn möglich – sogar zuhause zu betreuen. Also spielten viele Kinder in "zwei Hosen, zwei Pullovern, dicken Strümpfen und im Zweifelsfall noch mit Mütze und Schal" im städtischen Kindergarten Georg A. Brenner.

Zur Überbrückung ist die Kindergartengruppe nun vorübergehend ins obere Stockwerk des Kindergartens umgezogen, bis die Heizung ersetzt wird. "Für die Kinder ist das ein Abenteuer", sagt die Mutter. Diese Lösung hätten allerdings die Erzieherinnen gefunden, nicht die Stadt, berichtet Haas. Das Problem sei, dass die Räume im oberen Stockwerk kleiner sind. Dafür seien sie aufgrund der geringeren Fläche leichter zu beheizen.

"Eigentlich Selbstverständlichkeit"

Und es habe nicht von Anfang an festgestanden, ob der Platz auch wirklich für alle Kinder ausreicht. Deshalb haben die Erzieherinnen sich erkundigt, wer seine Kinder übergangsweise zuhause betreuen könnte – der volle Kindergartenbeitrag hätte allerdings weiterhin gezahlt werden müssen. So weit ist es aber nicht gekommen. Die Betreuung im oberen Stockwerk funktionierte.

Haas betont, dass es ihr nicht ums Meckern geht. Sondern um etwas, das selbstverständlich sein sollte: eine funktionierende Heizung im Kindergarten. Es sei frustrierend, dass man "in alles sehr viel Energie reinstecken muss". Oftmals antworte die Stadt nicht auf E-Mails oder erst sehr spät. Darüber hinaus würden Anliegen, die in Anrufen kommuniziert werden, "im Sande verlaufen". "Das ist schade, denn der Elternbeirat kümmert sich um die Belange der Kinder", bedauert die Mutter.

Notausgangstür war zweieinhalb Jahre lang kaputt

Es sind viele Kleinigkeiten, die die ehemalige Elternbeirätin ärgern. Die kaputte Heizung sei nur ein Beispiel dafür, dass Probleme von der Stadt nur langsam behoben werden. Auch bei der Notausgangstür im Kindergarten habe es schon einmal eine ähnliche Situation gegeben. Die Tür habe zweieinhalb Jahre lang nicht funktioniert, so Haas.

"Wir wünschen uns, dass sich die Stadt jetzt aktiv an der Problemlösung beteiligt und die Eltern und Erzieherinnen nicht weiter mit dem Heizungsproblem im Regen stehen lässt", sagen Haas und die aktuelle Elternbeirätin Petschl. Die Eltern seien bisher "mehr als geduldig und kooperativ gewesen und haben lange abgewartet und den Zustand ausgehalten". Und das alles bei vollem Kostenbeitrag, betonen sie. "Eine Lösung zum Wohle der Kinder ist gefragt."

Bürgermeister äußert sich erst später

Am Dienstag besichtigt der Technische Ausschuss des Gemeinderats den Kindergarten, um eine Lösung für das Problem zu finden. Auf Nachfrage unserer Redaktion gab Bürgermeister Michael Pfaff die Rückmeldung, dass er sich erst nach dieser Sitzung zu dem Sachverhalt äußern wolle.