In kommunalen Kitas zahlen die Städte und Gemeinden die Gehälter der Erzieher (Symbolbild). Foto: imago/JOKER

Kommunen ächzen unter hohem Finanzdruck. Ein zentraler Faktor sind die Personalkosten. Vor allem in Lahr und Kappel-Grafenhausen schlagen sie verhältnismäßig stark zu Buche.

Immer mehr und – unter anderem durch Tarifsteigerungen – immer teureres Personal belasten die kommunalen Haushalte. In Lahr fordert der Gemeinderat aufgrund dieser Entwicklung einen Aufbaustopp. Ein Blick in die aktuellen Haushalte – und die vor fünf Jahren – zeigt: Lahr steht mit dem Phänomen nicht alleine da.

 

Lahr: Knapp 54 Millionen Euro – und damit wenig überraschend am meisten – gibt die Stadt im laufenden Jahr für Personal aus – eine Steigerung von 36 Prozent gegenüber 2021. Auf die Einwohnerzahl gerechnet (1055 Euro pro Kopf) hat Lahr jedoch „nur“ die zweitmeisten Ausgaben. Auch der Anteil am Etat (27,6 Prozent) liegt deutlich über dem Schnitt, wird aber noch von einer Kommune übertroffen.

Kappel-Grafenhausen: Die Doppelgemeinde gibt im Verhältnis von allen 13 untersuchten Kommunen am meisten für Personal aus. 5,74 Millionen Euro stehen für Gehälter bereit. Auf einen Einwohner kommen 1093 Euro Personalkosten im Jahr. Seit 2021 sind die Personalkosten um 65,6 Prozent gestiegen, heute machen sie mit 34,1 Prozent mehr als ein Drittel des Etats aus. Beides jeweils Höchstwert dieser Auflistung.

Europa-Park-Gemeinde verzeichnet geringsten Anstieg

Rust: Auf der anderen Seite des Spektrum steht Rust. Eine Steigerung der Personalkosten von gerade einmal 3,7 Prozent auf 4,62 Millionen Euro verzeichnet die Gemeinde seit fünf Jahren, der Anteil am Etat beträgt 12,5 Prozent, also ein Achtel. Pro Kopf gerechnet liegt Rust dennoch im vorderen Bereich (949 Euro).

Kippenheim: Vergleichsweise sparsam beim Personal zeigt sich Kippenheim mit dem geringsten Pro-Kopf-Wert der Auflistung (469 Euro). Auch der Anteil am Etat (17,3 Prozent) sowie die Steigerung (26,6 Prozent in fünf Jahren) liegen unter dem Schnitt. 2,6 Millionen Euro umfasst der Personaletat.

Mahlberg: In ähnlichen Dimensionen bewegt sich Mahlberg. Der Anteil (16,2 Prozent) ist sogar noch etwas geringer als in Kippenheim, pro Kopf gibt Mahlberg jedoch mit 542 Euro etwas mehr fürs Personal aus. Seit 2021 haben sich die Personalkosten um 31,9 Prozent auf 2,85 Millionen Euro erhöht.

Ettenheim: Fast exakt ein Viertel des Etats machen in Ettenheim die Personalkosten in Höhe von 12,67 Millionen Euro aus. Diese 25 Prozent sind der dritthöchste Wert im Altkreis Lahr. Pro Einwohner ergeben sich 923 Euro – Platz vier in dieser Auflistung. Die Personalkosten in der Rohanstadt sind seit 2021 um mehr als die Hälfte (51 Prozent) gestiegen.

Anteil der Personalkosten am Gesamtetat in Prozent Foto: Canva/Köhler

Neuried: Auch in Neuried sind die Personalkosten in fünf Jahren in die Höhe geschossen (von 4,28 auf 6,23 Millionen Euro, plus 51,4 Prozent). Der Anteil am Gesamtetat liegt mit 20,2 Prozent aber immer noch unter dem Schnitt, auch pro Kopf gerechnet (638 Euro) liegt Neuried im Mittelfeld.

Friesenheim: Statistisch am nächsten am Mittelwert liegt unterm Strich Friesenheim mit rund neun Millionen Euro Personalkosten. Sowohl die Steigerung (36,1 Prozent) als auch der Anteil (22 Prozent) liegen nur knapp über dem Durchschnitt. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben liegt Friesenheim mit 650 Euro unter dem Schnitt.

Schwanau: Auch in Schwanau zeigen die Zahlen keine großen Auffälligkeiten. Mit 4,5 Millionen Euro und 634 Euro pro Kopf liegt die Gemeinde unter dem Schnitt, ebenso was den Anteil (19 Prozent) und die Steigerung seit 2021 (31 Prozent) angeht.

Meißenheim: Die Zahlen zeigen, dass Meißenheim mit 13,6 Prozent die Steigerung der Personalkosten in Grenzen halten konnte. Der Anteil beträgt heute 22,7 Prozent und liegt leicht über dem Schnitt. 2,9 Millionen Euro (pro Einwohner: 694 Euro) stehen im Haushaltsplan.

Seelbach über dem Schnitt, Schuttertal darunter

Seelbach: Um fast 40 Prozent (auf rund vier Millionen Euro) haben sich die Personalkosten in Seelbach in den vergangenen fünf Jahren erhöht. Auch beim Pro-Kopf-Betrag (826 Euro) und beim Anteil am Gesamtetat (24,4 Prozent) liegt Seelbach über dem Schnitt. Der Vergleich mit 2021 basiert auf der Haushaltsrede des damaligen Bürgermeisters Thomas Schäfer, da die vergangenen Haushaltspläne nicht öffentlich einsehbar sind.

Schuttertal: Anders sieht es in Schuttertal aus: Rund 1,9 Millionen Euro Personalkosten bedeuten 588 Euro Ausgaben pro Einwohner im Jahr – der drittniedrigste Wert. Auch bei der Steigerung seit 2021 (29,4 Prozent) und dem Anteil (20,4 Prozent) liegt die Gemeinde unter dem Schnitt.

Ringsheim: Ein Vergleich mit 2021 ist in Ringsheim nicht möglich, da die Haushaltspläne nicht (mehr) öffentlich einsehbar sind. Für 2026 sind 1,6 Millionen Euro Personalausgaben eingestellt – ein Anteil von 19 Prozent. Pro Kopf bedeutet dies 611 Euro, womit Ringsheim unter dem Schnitt liegt.

Fazit

Mehr als ein Fünftel des Etats – im Schnitt 21,6 Prozent – machen die Personalkosten im Altkreis Lahr im Jahr 2026 aus. Kappel-Grafenhausen gefolgt von Lahr und Ettenheim liegen deutlich darüber.  Im Durchschnitt sind die Personalkosten seit 2021 um 34,6 Prozent gestiegen – in Neuried, Ettenheim und Kappel-Grafenhausen sogar um mehr als die Hälfte.